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Startseite»Betrugsmaschen»Polizei am Telefon: So schützen Sie sich vor falschen Beamten
Betrugsmaschen

Polizei am Telefon: So schützen Sie sich vor falschen Beamten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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💬Wie funktionieren betrügerische Anrufe im Alltag? Antworten finden Sie im Leitfaden Telefonbetrug.

Der Anruf kommt am frühen Abend. Am Apparat: ein Polizist, ruhig, offiziell, mit Dienstnummer. In der Nachbarschaft sei eine Einbrecherbande festgenommen worden, sagt er, und bei den Tätern habe man eine Liste gefunden, auf der auch dieser Haushalt stehe. Schlimmer noch: Es gebe Hinweise, dass ein Bankmitarbeiter mit der Bande zusammenarbeite. Das Ersparte sei auf dem Konto nicht mehr sicher. Ein Kollege in Zivil werde vorbeikommen, um Geld und Wertsachen vorsorglich in „amtliche Verwahrung“ zu nehmen. Und ganz wichtig: mit niemandem darüber sprechen, die Ermittlungen seien verdeckt.

Alles daran ist erfunden. Aber es funktioniert, seit Jahren, mit Schäden, die pro Fall oft das gesamte Ersparte eines Lebens umfassen.

Der falsche Polizist ist die Autoritäts-Variante des Schockanrufs, und sie kombiniert die stärksten Hebel, die Betrug kennt: Angst (Einbrecher, unsicheres Konto), Autorität (wer legt schon bei der Polizei auf?), Geheimhaltung (die verhindert, dass Angehörige warnen können) und Zeitdruck. Die Anrufer sind geschult, geduldig und halten ihre Opfer teils stundenlang in der Leitung, damit kein Moment zum Nachdenken bleibt. Auf dem Display erscheint dabei oft eine täuschend echte Nummer, manchmal sogar der Polizeinotruf, denn Rufnummern lassen sich technisch fälschen. Die Varianten wechseln: Mal ist es die Polizei, mal die Staatsanwaltschaft, mal eine Behörde, die mit Festnahme oder Kontosperre droht, falls nicht sofort gezahlt wird. Das Skelett bleibt gleich.

Dabei gibt es einen Satz, der diese gesamte Betrugsgattung zum Einsturz bringt, und er verdient es, in jedem Haushalt zu hängen: Die echte Polizei ruft nicht an, um Geld oder Wertsachen abzuholen. Niemals. Keine Behörde verlangt am Telefon Bargeld, Überweisungen oder Gutscheinkarten, und keine echte Ermittlung verbietet dir, mit deiner Familie zu sprechen. Wer so etwas verlangt, ist ein Betrüger, ohne eine einzige Ausnahme.

Daraus folgt der Eigenschutz: Bei jedem solchen Anruf auflegen, ohne Diskussion und ohne schlechtes Gewissen, echte Polizisten sind nicht beleidigt. Dann selbst die Polizei anrufen, über den Notruf oder die örtliche Dienststelle, und zwar selbst gewählt, nicht über eine Rückruftaste, denn die führt zu den Tätern zurück. Und sprich mit den Menschen in deiner Familie darüber, besonders mit den älteren, denn diese Masche lebt davon, dass ihre Opfer schweigen.

Wir dokumentieren diese Anrufe ( HIER oder HIER) und ihre Varianten, damit der Satz „die Polizei holt kein Geld ab“ ankommt, bevor das Telefon klingelt. Ein Euro unterstützt genau das: mimikama.org/1eurodemokratie

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Eine Lüge braucht Sekunden. Die Wahrheit braucht dich.

Hilde O in einer lebhaften Diskussion über Online-Sicherheit.

Hilde Ollig

Hilde Ollig ist Rechercheurin bei Mimikama, Österreichs
führender Faktencheck-Organisation. Sie ist spezialisiert
auf die Überprüfung von Behauptungen in sozialen Medien
und unterstützt das Redaktionsteam mit akribischer
Quellenarbeit bei der Aufklärung über Internetmissbrauch.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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