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Polizei schnappt Verdächtigen: Verwirrung um Täterbeschreibung auf bayerischem Dorffest

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Polizei schnappt VerdächtigenVerwirrung um Täterbeschreibung auf bayerischem Dorffest

Rund 700 Besucher waren auf der Party in Egling. (Foto: picture alliance/dpa)

Auf einem Dorffest in Bayern attackiert ein junger Mann zwei andere und flieht. Zeugen beschreiben den Messerangreifer und die Polizei beginnt die Fahndung. Zwei Tage später nimmt sie einen Verdächtigen fest – der passt aber gar nicht zur Beschreibung.

Nach Messerstichen auf einem Dorffest in Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handele sich um einen jungen Mann aus dem Landkreis, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Er sei bereits polizeibekannt. Gegen ihn werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Es sei Haftbefehl erlassen, der Heranwachsende sei in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden.

Er war den Angaben zufolge bereits am Montag festgenommen worden, zwei Tage nach der Tat. Er soll am späten Samstagabend auf der vom örtlichen Burschenverein organisierten Blauliachd-Party einen 16-Jährigen mit einem Messer attackiert und verletzt haben. Zuvor soll er einen 20 Jahre alten Bekannten des Jugendlichen niedergeschlagen haben. Der Täter konnte unerkannt in der Menge verschwinden – rund 700 Menschen hatten auf dem Fest gefeiert.

Was den Fall jedoch ungewöhnlich macht: Die Täterbeschreibung wich deutlich von der Erscheinung des Festgenommenen ab. Der Tatverdächtige wurde laut „Welt“ zunächst als „ein etwa 1,80 bis 1,90 Meter großer Mann von dunklem Hauttyp, mit schmaler Statur und kurzen, dunklen Haaren“ beschrieben. Er soll zudem gebrochen Deutsch gesprochen haben, berichtete der „Münchner Merkur“ zunächst.

Tatverdächtiger ist polizeibekannt

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim teilte der „Welt“ allerdings mit, dass diese Täterbeschreibung nicht korrekt war. „Die Täterbeschreibung entsprach nicht den Tatsachen“, sagte er. Er begründet die falsche Beschreibung mit dem „dynamischen Geschehen auf dem Fest“ und der Tatsache, dass viele Gäste angetrunken gewesen seien. Möglicherweise hätten die eine Person beschrieben, die nicht der Tatverdächtige war. Der Festgenommene habe helle Haut, so der Sprecher weiter zu „Welt“. Es sei bereits wegen Körperverletzung und Betäubungsmitteldelikte polizeibekannt. Ob er, wie behauptet, lediglich gebrochen Deutsch spreche, ist nicht bekannt. Zu einem möglichen Migrationshintergrund oder Vornamen wollte er sich nicht äußern, da es sich um einen Heranwachsenden handelt.

Die Polizei fahndete zuvor unter Hochdruck nach dem Flüchtigen. Gäste des Festes wurden als Zeugen befragt und Videoaufnahmen ausgewertet. Der 16-Jährige war am Arm verletzt worden und musste noch in der Nacht operiert werden. Der 20-Jährige wurde durch einen Schlag am Kopf leicht verletzt.

Jenseits der Attacke wurden weitere Personen bei anderweitigen Schlägereien auf dem Gelände verletzt. Es gebe jedoch keine Anhaltspunkte, dass der Mann mit dem Messer auch daran beteiligt war, unterstrich die Polizei, wie der BR berichtet. Niemand habe sich in Lebensgefahr befunden, hatte nach den Vorfällen die Polizei in Wolfratshausen mitgeteilt. Ein Sprecher berichtete von rund einem halben Dutzend Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten.

Der Alarm bei der Polizei war am Samstag gegen 23.45 Uhr eingegangen. Die Stimmung sei aufgeheizt gewesen, berichtete der Polizeisprecher in Wolfratshausen über die Lage beim Eintreffen der Beamten. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Bei der Auflösung der Veranstaltung hätten die Beamten teils unmittelbaren Zwang anwenden müssen. Sie hätten einige Partygäste in Gewahrsam nehmen oder sogar fesseln müssen, berichtete die Polizei am Folgetag.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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