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Startseite»Betrugsmaschen»Promi-Werbung für Wundermittel: 7 Erkennungsmerkmale für Fakes
Betrugsmaschen

Promi-Werbung für Wundermittel: 7 Erkennungsmerkmale für Fakes

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerApril 30, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Dieter Bohlen wirbt für Diabetes-Tropfen. Günther Jauch erklärt ein Mittel gegen Bluthochdruck. Eckart von Hirschhausen empfiehlt Schlankheits-Kapseln. Klingt unwahrscheinlich? Ist es auch. Trotzdem werden solche Werbeanzeigen täglich tausendfach auf Facebook, Instagram und sogar in vermeintlichen Nachrichten-Artikeln verbreitet – und richten erheblichen Schaden an.

⚠️ Stand April 2026: Mit dem Aufkommen leistungsfähiger KI-Tools werden gefälschte Promi-Werbungen immer schwerer zu erkennen. Bilder, Videos und sogar Stimmen wirken täuschend echt. Besonders ältere Menschen sind Zielgruppe – und greifen am häufigsten zu.

Welche Promis werden besonders oft missbraucht?

Die Auswahl ist nicht zufällig. Betrüger nutzen Persönlichkeiten, die in ihrer Zielgruppe Vertrauen genießen – also vor allem im deutschsprachigen TV bekannte Gesichter mit hoher Glaubwürdigkeit:

  • Dieter Bohlen, Günther Jauch, Thomas Gottschalk: langjähriges TV-Vertrauen.
  • Eckart von Hirschhausen, Christine Neubauer, Iris Berben: Gesundheits- und Wohlfühl-Image.
  • Frank Thelen, Carsten Maschmeyer, Judith Williams: aus „Die Höhle der Löwen“, suggerieren wirtschaftliche Solidität.
  • Til Schweiger, Hape Kerkeling, Peter Maffay: bekannt aus zahllosen Schlagzeilen.
  • In Österreich: Armin Assinger, Barbara Karlich, Thomas Brezina.

Eine eigene Übersicht zur „Höhle der Löwen“-Masche – mit Erkennungsmerkmalen und Schutz-Tipps – gibt es in unserem Beitrag Höhle der Löwen Werbung: Echt oder Fake erkennen.

Welche Produkte werden beworben?

Das Muster ist immer ähnlich: Es geht um Gesundheit, Geld oder Aussehen – Themen, die viele Menschen direkt betreffen.

  • Diabetes-„Heilung“: Tropfen, Kapseln, Tee mit angeblicher Sofortwirkung.
  • Bluthochdruck-Mittel: „Pflanzliche Alternative ohne Nebenwirkungen“.
  • Abnehm-Wundermittel: Sprays, Tropfen, Gummibärchen, „Geheimrezepte“.
  • Anti-Aging-Cremes: „Falten verschwinden in 7 Tagen“.
  • Krypto-Trading-Plattformen: „Mit 250 Euro zum Millionär“, angeblich vom Promi empfohlen.

Hintergrund: Krypto-Betrug ist ein eigenes großes Thema. Übersichten und Fallbeispiele finden sich im Pillar Investmentbetrug erkennen.

So entstehen die Fake-Werbungen

  1. Bild-Manipulation: Echte Fotos werden mit fremden Texten kombiniert oder mit KI bearbeitet, sodass der Promi etwas in der Hand hält oder ein verändertes Gesicht zeigt.
  2. KI-generierte Videos: Mit Deepfake-Technik werden Lippenbewegungen so verändert, dass der Promi scheinbar einen Werbetext spricht.
  3. Geklonte Stimmen: Aus öffentlich verfügbaren Interviews wird die Stimme nachgebildet – und liest dann den Werbetext vor.
  4. Fake-Nachrichten-Artikel: Texte tarnen sich als seriöse Berichte („Bild“, „Stern“, „Spiegel“) – dabei sind die Webseiten Fälschungen.
  5. Gefälschte „Erfahrungsberichte“: „Meine Frau hat 15 Kilo abgenommen mit dem Mittel von Bohlen“ – ausgedachte Geschichten mit ausgedachten Fotos.

7 Erkennungsmerkmale für Promi-Fakes

  • Unwahrscheinliche Behauptungen: „Ärzte hassen diesen Trick“, „Pharma-Industrie wütend“.
  • Hoher Zeitdruck: „Nur noch heute verfügbar“, „Letzte 24 Stunden“.
  • Verdächtige Webadresse: Endungen wie „.shop“, „.life“, „.online“ oder lange kryptische URLs.
  • Logos großer Marken: „Bild“-, „Spiegel“- oder ZDF-Logos auf Webseiten, die nichts mit den Medien zu tun haben.
  • Übersetzte Sprache: Holprige Formulierungen, falsche Anreden, ungewöhnliche Wortwahl.
  • Bildqualität: Promi-Gesichter wirken oft leicht verwischt, schief oder zeigen ungewöhnliche Details (Hände mit zu vielen Fingern, schiefe Augen).
  • Kein Impressum: Auf seriösen Seiten findet sich immer ein Impressum mit Adresse und Verantwortlichen.

Lesetipp: Wer den Umgang mit KI-Werkzeugen wie ChatGPT lernen will – und dabei die Datenschutz-Fallen umgehen möchte – findet eine Einführung in unserem Beitrag ChatGPT für Senioren: 5 nützliche Anwendungen im Alltag.

Was tun bei Verdacht?

  1. Nicht klicken. Schon der Klick auf die Werbung kann Spuren hinterlassen, die für weitere Werbung genutzt werden.
  2. Auf Facebook melden: Drei-Punkte-Menü auf der Anzeige → „Werbeanzeige melden“ → „Betrug“.
  3. Promi-Webseite prüfen: Die meisten Stars haben offizielle Stellungnahmen veröffentlicht, dass sie nicht für solche Produkte werben.
  4. Bei Vermutung: Faktencheck-Seiten prüfen: Mimikama, Correctiv und APA-Faktencheck dokumentieren laufend solche Fälle.
  5. Eltern und Großeltern aufklären: Wer die Masche kennt, fällt seltener darauf herein.

Schon bestellt – was nun?

  • 14-Tage-Widerrufsrecht nutzen: Bei Online-Bestellungen in der EU gilt es immer.
  • Bank kontaktieren: Bei Lastschrift Rückbuchung beantragen, bei Kreditkarte Sperrung und Betrugsbeschwerde einreichen.
  • Nichts einnehmen: Solche Produkte sind oft nicht nur wirkungslos, sondern können auch gesundheitlich problematisch sein.
  • Anzeige erstatten: Bei größeren Schäden bei der Polizei und der Verbraucherzentrale.
  • Aus Abo aussteigen: Falls eine versteckte Abo-Falle erkannt wurde, schriftlichen Widerruf per Einschreiben senden.

Können Promis selbst etwas dagegen tun, wenn ihr Bild missbraucht wird?

Sie können rechtlich gegen die Plattformen vorgehen – das ist allerdings aufwendig und international kaum durchsetzbar. Die meisten Stars veröffentlichen daher öffentliche Stellungnahmen, dass sie nicht für die beworbenen Produkte einstehen.

Warum erkennt Facebook diese Fakes nicht?

Facebook erkennt sie zunehmend, aber die Betrüger ändern ständig Bilder, Texte und Webseiten. Die Anzeigen erscheinen oft nur kurz, bevor sie blockiert werden – und neue tauchen auf.

Sind solche Werbungen nur auf Facebook

Nein. Sie tauchen auf Facebook, Instagram, TikTok, YouTube und in Form gefälschter Nachrichten-Artikel auf, die per Mail oder über Werbenetzwerke verbreitet werden.

Was passiert, wenn ich auf so eine Werbung klicke?

Schon der Klick wird registriert und kann zu mehr ähnlicher Werbung führen. Auf der Zielseite landen oft Bestellformulare oder Kreditkarten-Eingaben. Im schlimmsten Fall wird Schadsoftware nachgeladen.

Wie kann ich meine Eltern oder Großeltern schützen?

Offen über die Masche sprechen, Beispiele zeigen, gemeinsam Werbung blockieren oder melden. Wichtig: kein erhobener Zeigefinger, sondern Gespräch auf Augenhöhe – fast jeder ist schon einmal kurz davor gewesen, hereinzufallen.

Du willst solche Dinge schneller erkennen?

Diese Fälle wirken oft erst im Nachhinein offensichtlich. In Wirklichkeit sind sie genau dafür gemacht, glaubwürdig zu wirken.

Mit unseren interaktiven Tools kannst du genau das trainieren:

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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