Protest in Magdeburg angekündigtHolocaust-Überlebende setzt vor Landtagswahl Zeichen für Demokratie
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt näher. In den Umfragen liegt die AfD mit großem Abstand vorn. Zahlreiche Menschen warnen vor erstarkendem Antisemitismus und Rassismus – darunter eine Frau, die den Holocaust überlebte.
Henriette Kretz, Überlebende des Ghettos von Sambor in der Ukraine, ist eine der letzten lebenden Zeitzeuginnen des Holocausts. Nun will sie einen Tag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Erwartet wird ihre Rede im Rahmen des Demokratiefestivals auf dem Magdeburger Domplatz.
Dabei wird Kretz nicht die einzige Holocaust-Überlebende sein, die einen Tag vor der Wahl in Magdeburg zu sehen ist. Im Rahmen einer Aktion gegen Antisemitismus und Rassismus werden auch großformatige Porträts von Holocaust-Überlebenden durch die Straßen Magdeburgs getragen. „Erinnerung darf nicht abstrakt bleiben. Sie braucht Sichtbarkeit und Haltung – gerade dann, wenn demokratische Werte unter Druck geraten“, erklärt der Künstler und Fotograf Luigi Toscano, der von der Unesco zum „Artist for Peace“ ernannt wurde. Die Porträts sind Teil seines internationalen Erinnerungsprojekts „Gegen das Vergessen“.
Bekannt ist Toscano auch durch seinen Besuch in Schloss Bellevue Anfang 2025. Nachdem die Union mit Stimmen der AfD einen Bundestagsantrag zur Migrationspolitik durchgebracht hatte, hatte Toscano dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier seine 2021 erhaltene Verdienstmedaille sowie das Bundesverdienstkreuz des Holocaust-Überlebenden Albrecht Weinberg zurückgegeben.
In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag der Landtag gewählt. In den Umfragen liegt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit großem Abstand vorn und hat Chancen, die absolute Mehrheit zu erzielen.
