Protest vor TransportministeriumRechtsextreme Ausschreitungen nach Zugunglück in Spanien
Rechtsextremisten versuchen, das schwere Zugunglück in Spanien für ihre Zwecke zu nutzen. Bei einer Kundgebung in Madrid machen sie die Regierung für die Katastrophe verantwortlich. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
In der spanischen Hauptstadt Madrid ist es vor dem Transportministerium zu Ausschreitungen gekommen. Rechtsextreme Gruppen hatten nach dem schweren Zugunglück von Urda zu einer Protestkundgebung mobilisiert. 1500 Menschen waren dem Aufruf gefolgt, nicht alle blieben friedlich. Der Fernsehsender TVE berichtet über Auseinandersetzungen zwischen Teilen der Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten schließlich Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.
Der Protest richtete sich gegen die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und dessen Verkehrsminister Óscar Puente. Die Kundgebungsteilnehmer machten sie für das Zugunglück in der Provinz Toledo verantwortlich. Sie skandierten faschistische Parolen und forderten den Rücktritt der Regierenden. Auf Bildern sind teils maskierte Menschen zu sehen, Berichten zufolge sollen Leuchtraketen und andere Gegenstände in Richtung der Polizei geflogen sein. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die neofaschistische Falangistische Jugend auf sozialen Medien. Andere rechtsextreme Gruppen schlossen sich dem Protest an.
Rettungskräfte suchen weiter nach Opfern
Bei dem Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge waren am Mittwochmorgen mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Ursache der Kollision ist noch nicht geklärt. Verkehrsminister Puente deutete menschliches Fehlverhalten als mögliche Erklärung an. Doch ob sich dies erhärtet, müsse eine Untersuchung klären.
Die Suche nach möglichen weiteren Opfern geht derweil mit Flutlichteinsatz auch in der Nacht weiter. Mit drei Kränen wollten die Einsatzkräfte zwei besonders schwer beschädigte Waggons anheben, um zu prüfen ob sich unter den Wracks weitere Opfer befinden.
