Rechenzentrum in FlammenDrohnenangriff legt „Russlands Google“ lahm
Yandex betreibt Russlands beliebteste Suchmaschine sowie Taxi- und Lieferdienste für Millionen Nutzer. Nach einem Drohnenangriff östlich von Moskau stehen die Aktivitäten des Rechenzentrums still. Es ist bereits der dritte Vorfall binnen weniger Tage.
Ein Rechenzentrum des als „Russlands Google“ bekannten Technologieunternehmens Yandex ist durch einen Drohnenangriff lahmgelegt worden. Die Infrastruktur des Datenzentrums in Wladimir östlich von Moskau sei beschädigt worden, teilte das Unternehmen im Onlinedienst Telegram mit. Nun werde geprüft, wie die vollständig ausgesetzten Aktivitäten des Rechenzentrums wieder aufgenommen werden könnten. Verletzt wurde bei dem Angriff nach Unternehmensangaben niemand.
Die Yandex-Plattform könne nur noch im Notfall-Modus betrieben werden, teilte das Unternehmen mit. Auch die technischen Unterstützungsdienste könnten beeinträchtigt sein, da die Experten damit beschäftigt seien, den Schaden zu beheben. Yandex ist Russlands größtes Technologieunternehmen. Der Konzern betreibt neben der beliebtesten Suchmaschine des Landes auch eine Taxi-App und einen Service für Essensbestellungen, die von Millionen Menschen genutzt werden.
Es war bereits der dritte Angriff auf Yandex-Infrastruktur binnen einer Woche. Am Freitag wurde bei einem Drohnenangriff ein Datenzentrum in der Region Kaluga südwestlich von Moskau beschädigt. Dadurch wurden einige Yandex-Dienste beeinträchtigt. In der Nacht zuvor war durch einen Angriff ein Feuer an einem Yandex-Standort in der Region Rjasan ausgebrochen. Dies führte zu größeren Ausfällen in den Bereichen Transport und E-Commerce. Russland hatte seinerseits bereits vor einigen Wochen begonnen, Rechenzentren in der Ukraine anzugreifen.
Russischer Öltanker geht in Flammen auf
Die Ukraine setzt bei ihren Gegenangriffen im russischen Angriffskrieg immer schnellere und schlagkräftigere Waffen ein. Am Dienstag traf Kiews Militär dabei im Schwarzen Meer vor der Küste Sotschis einen Öltanker, der in Flammen aufging. Auch Präsident Wladimir Putin sei über die Lage um die „Aframax Rio“ informiert worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
„Mit der Beseitigung der Folgen ist alles gut“, meinte Peskow. Russische Behörden hatten zuvor behauptet, dass es keine Öl-Verschmutzung im Meer gebe. Die ukrainischen Angriffe auf Anlagen der russischen Ölindustrie führen immer wieder zu massiven Umweltschäden. Kiew will mit den Attacken verhindern, dass Moskau seine Kriegsmaschinerie mit den Einnahmen aus dem Energieexport finanziert.
Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem Liveticker verfolgen.
