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Regelmäßig hohe Temperaturen: Sind Saunagänge eine gute Vorbereitung auf die Hitze?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 30, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Regelmäßig hohe TemperaturenSind Saunagänge eine gute Vorbereitung auf die Hitze?

30.07.2026, 16:43 Uhr Von Jana Zeh
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Wer regelmäßig in die Sauna geht, kann die Fähigkeiten des Körpers, mit Hitze umzugehen, trainieren. (Foto: imago images/ingimage)

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius denkt kaum jemand daran, in die Sauna zu gehen. Dabei kann man mit regelmäßigen Saunagängen den Körper womöglich auch auf Hitze vorbereiten. Allerdings ist der Zeitpunkt, damit zu beginnen, entscheidend.

Hohe Temperaturen sind nicht nur belastend, sondern können auch gefährlich für die Gesundheit sein. Angesichts des Klimawandels und der Prognosen über künftige Hitzewellen fragt man sich, ob und wie man aktiv den Körper darauf vorbereiten kann. Die gute Nachricht: Man kann – zumindest wenn man gesund und erwachsen ist. Die schlechte Nachricht: Während einer Hitzewelle damit anzufangen, ist absolut keine gute Idee. Man sollte schon Wochen vorher aktiv werden.

Wiederholte Hitzeeinwirkungen, beispielsweise durch Saunagänge, können dem Körper helfen, allmählich besser mit Hitze umzugehen, bestätigt auch der Kardiologe Jari Laukkanen laut „The Guardian“. Laukkanen erforscht seit Jahren die vielfältigen Effekte von Saunabesuchen und anderen passiven Hitzeeinwirkungen auf den Menschen.

Dass eine Anpassung funktioniert, sei durch die Sportphysiologie gut belegt, so Laukkanen weiter. Athleten setzten sich gezielt wiederholter Hitzeeinwirkungen aus, um ihre Hitzetoleranz vor Wettkämpfen in heißen Umgebungen zu verbessern. „Tatsächlich können ganz ähnliche physiologische Anpassungen auch bei passiver Wärmeeinwirkung, wie Saunabesuchen und Bädern in heißem Wasser auftreten“, erklärt der Kardiologe, der bereits 2023 umfassende Untersuchungsergebnisse zum Thema im Fachblatt „Mayo Clinic Proceedings“ veröffentlichte.

Eine regelmäßige passive Hitzeeinwirkung beispielsweise durch Saunagänge kann zu früherem und effizienterem Schwitzen führen, die Hautdurchblutung verbessern, das Volumen des Blutplasmas erhöhen und die kardiovaskuläre Belastung bei nachfolgender Hitzeeinwirkung senken. „Mit anderen Worten: Regelmäßige Wärmeeinwirkung kann dem Körper helfen, die Temperatur effizienter zu regulieren“, so der Experte.

Passive Hitze und körperliche Belastung

„Bei wiederholter täglicher Hitzebelastung, insbesondere in Kombination mit körperlicher Aktivität, passt sich der Körper an“, bestätigt auch der Sportwissenschaftler Justin Lawley von der Universität Innsbruck laut einer Mitteilung. Die zahlreichen Anpassungen des Körpers, zu denen auch das Absinken der Körperkerntemperatur bei Ruhe und Belastung gehört, werden unter dem Begriff der Hitzeakklimatisation zusammengefasst.

Sie setzten meist nach 4 bis 7 Tagen ein und seien nach etwa 10 bis 14 Tagen gut ausgeprägt, erklärt Lawley. „Wenn die Hitzebelastung ausbleibt, schwinden die Anpassungen über mehrere Wochen, aber eine teilweise erneute Akklimatisation erfolgt deutlich schneller bei erneuter Hitzeexposition“, sagt der Sportwissenschaftler. Übliche Protokolle zur Akklimatisation umfassten täglich 30 bis 90 Minuten Hitzebelastung, entweder durch Bewegung in der Hitze oder passive Methoden wie Sauna oder heiße Bäder.

Es gibt eine Reihe von Einschränkungen

Jegliche Maßnahmen zur Hitzeakklimatisation sind jedoch nur für gesunde Menschen geeignet. Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Körper bei Hitze an Hitze zu gewöhnen. Denn das würde zu einer weiteren Belastung als zu der gewollten Entlastung führen. „Die Hitzeakklimatisierung ist eine Vorbereitungsstrategie für die milden Monate, keine Strategie, um mit dem heißesten Tag des Jahres umzugehen“, so Jessica Mee von der Universität Worcester im „The Guardian“. Wichtig ist zudem zu wissen, dass nicht jeder in gleichem Maß von einer gezielten Hitzebelastung zur späteren Akklimatisation profitiert. Der Erfolg hängt von Faktoren, wie Körpergröße, Masse, Fitness und Gesundheitszustand und Alter ab.

Kleinkinder, Schwangere, ältere Personen und chronisch kranke Menschen sind bei (Zimmer-)Temperaturen ab 30 Grad Celsius besonders gefährdet. „Das liegt daran, dass bei solchen Temperaturen die Haut um bis zu 30 Prozent stärker durchblutet wird“, erklärt Clemens Becker vom Universitätsklinikum Heidelberg gegenüber dem SWR. Die inneren Organe würden dagegen schlechter durchblutet – was für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Vorerkrankungen, für Schwangere oder kleine Kinder gefährlich und sogar lebensbedrohlich werden kann. Bevor jemand aus einer dieser besonders vulnerablen Gruppen in die Sauna geht, sollte er unbedingt vorher seinen behandelnden Arzt fragen.

Quelle: ntv.de

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