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Richtig handeln: Was nach einem Zecken-Stich wirklich wichtig ist

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Richtig handelnWas nach einem Zecken-Stich wirklich wichtig ist

Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst zeitnah entfernen. (Foto: picture alliance / blickwinkel/F. Hecker)

Zecken haben jetzt Hochsaison. Die kleinen Blutsauger können gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Wer gestochen wird, sollte schnell handeln. Welche Methoden helfen und von welchen Hausmitteln Experten dringend abraten.

Mit den hohen Temperaturen zieht es viele Menschen in Parks, Wälder und hohe Wiesen. Doch dort haben auch Zecken Hochsaison. Die kleinen Blutsauger können Krankheitserreger wie Borrelien oder das FSME-Virus übertragen. Ein Zeckenstich bedeutet zwar nicht automatisch eine Infektion – dennoch ist es wichtig, richtig zu handeln.

Zecke möglichst schnell entfernen

Wer eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst zeitnah entfernen. Je länger das Tier in der Haut sitzt, desto höher ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) insbesondere bei Borreliose das Risiko einer Übertragung von Bakterien. Am besten eignet sich dafür eine feine Pinzette, eine Zeckenkarte oder eine spezielle Zeckenzange.

Die Zecke sollte möglichst hautnah gefasst und langsam sowie gerade herausgezogen werden. Dabei ist es nicht entscheidend, ob leicht gedreht wird oder nicht – wichtig ist vor allem, das Tier nicht zu quetschen.

Von Hausmitteln wie Öl, Nagellack, Klebstoff oder Alkohol raten Expertinnen und Experten ab. Sie können dazu führen, dass die Zecke unter Stress gerät und möglicherweise mehr Krankheitserreger abgibt.

Stichstelle desinfizieren und beobachten

Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle desinfiziert und in den kommenden Wochen beobachtet werden. Eine leichte Rötung direkt nach dem Stich ist meist harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit. Anders sieht es aus, wenn sich Tage oder Wochen später eine ringförmige, sich ausbreitende Rötung bildet: die sogenannte Wanderröte. Sie gilt als typisches Anzeichen einer Borreliose und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Nicht jede Zecke ist infiziert

Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger in sich. Selbst wenn eine infizierte Zecke gestochen hat, kommt es nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung. In Deutschland spielen vor allem zwei Krankheiten eine Rolle: Borreliose wird durch Bakterien übertragen und kommt bundesweit vor. Eine Schutzimpfung gibt es bislang nicht. Wird die Erkrankung früh erkannt, lässt sie sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln.

Zu möglichen Symptomen gehören Wanderröte, grippeähnliche Beschwerden, Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Unbehandelt kann Borreliose unter anderem Gelenke, Nerven oder das Herz betreffen.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Viren verursacht und tritt vor allem in ausgewiesenen Risikogebieten auf. Dazu gehören große Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie einzelne Regionen in Hessen, Thüringen, Sachsen, Brandenburg und weiteren Bundesländern.

FSME kann eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute verursachen. Gegen die Erkrankung gibt es keine ursächliche Behandlung – jedoch eine wirksame Schutzimpfung, die insbesondere Menschen empfohlen wird, die in Risikogebieten leben oder sich dort häufig im Freien aufhalten.

Wann sollte man zum Arzt?

Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn sich nach dem Zeckenbiss eine ringförmige Wanderröte entwickelt oder Fieber oder grippeähnliche Beschwerden auftreten. Auch bei starken Kopfschmerzen, Nackensteifheit oder neurologischen Symptomen lohnt sich der Gang zum Arzt.

Konnte die Zecke nicht vollständig entfernt werden oder besteht Unsicherheit, insbesondere nach einem Biss in einem FSME-Risikogebiet, sollte man ebenfalls auf Nummer sicher gehen und einen Arzt aufsuchen.

So schützt man sich vor Zecken

Ein vollständiger Schutz ist kaum möglich, das Risiko lässt sich jedoch deutlich verringern. Lange Hosen und geschlossene Schuhe beim Aufenthalt im hohen Gras oder Wald tragen, Hosenbeine möglichst in die Socken stecken, und zeckenabweisende Mittel (Repellents) verwenden.

Nach dem Aufenthalt im Grünen den gesamten Körper gründlich absuchen – besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauch, Hals sowie den Haaransatz. Auch Kinder und Haustiere sollten nach dem Aufenthalt im Freien kontrolliert werden. Je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist insbesondere das Risiko einer Borreliose-Übertragung.

Quelle: ntv.de, awi/spot

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