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Risiko, falls Krieg nicht endet: Weltbank: Wegen Iran-Krieg schwächstes Weltwachstum seit Corona-Pandemie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Risiko, falls Krieg nicht endetWeltbank: Wegen Iran-Krieg schwächstes Weltwachstum seit Corona-Pandemie

Die ärmsten Länder der Welt sind nach Weltbank-Angaben besonders stark vom Iran-Krieg betroffen. Hier: Kibera, der größte Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. (Foto: Eva Krafczyk/dpa)

Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran ist fatal für die Weltwirtschaft. Vor allem bei einer Weiterführung des Krieges könnte sich die Lage zuspitzen. Bestimmte Länder sind besonders stark von hoher Inflation und steigenden Energiepreisen betroffen.

Der Iran-Krieg wird die Weltwirtschaft stärker bremsen als gedacht: Angesichts der Folgen rechnet die Weltbank global mit dem schwächsten Wachstum seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Für 2026 schraubt das Institut seine Prognose um 0,1 Punkte auf 2,5 Prozent herunter, wie aus dem neuesten Bericht des Instituts hervorgeht. Im vergangenen Jahr war die globale Wirtschaft noch um 2,9 Prozent gewachsen.

Grund für die Korrektur nach unten seien hohe Inflationswerte und steigende Energiepreise, nachdem der freie Schiffsverkehr und der Rohstoffhandel in der Straße von Hormus infolge des Konflikts nahezu zum Erliegen gekommen waren. Bei der Veröffentlichung der Prognosen im Januar war die Eskalation im Nahen Osten noch nicht absehbar.

Krieg bis Ende Juli abwenden

Die Energiekrise treibt die Inflation weiter an, die die Weltbank-Experten im laufenden Jahr bei 4,0 Prozent erwarten. Die Teuerungsrate lag 2025 noch bei 3,3 Prozent. Sollten die Versorgungsengpässe allerdings länger andauern als angenommen und damit die Weltwirtschaft noch stärker belasten, könnte die Inflation auf 4,4 Prozent steigen. Das weltweite Wachstum des laufenden Jahres könnte dann auf ein Plus von 1,3 Prozent abschmelzen, hieß es weiter.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte bereits im April seine Wachstumserwartungen für 2026 um 0,2 Punkte auf 3,1 Prozent gedrosselt. Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten – die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden, hieß es. Im Juli aktualisiert der IWF seine Schätzungen.

„Bei zwei Drittel der Volkswirtschaften wurden die Wachstumsprognosen seit Januar nach unten korrigiert“, heißt es nun von der Weltbank. Während sich in Deutschland Autofahrer über höhere Benzinpreise ärgern, werden die Ärmsten in der Welt laut dem Institut mit Sitz in Washington besonders stark belastet.

Für wirtschaftsschwache Länder heißt das: Bis Ende 2026 wird ein Viertel der Entwicklungsländer ärmer sein als 2019, unter den Ländern mit niedrigem Einkommen dürfte es ein Drittel sein. Bei fragilen und von Konflikten betroffenen Ländern wird nach Weltbank-Hochrechnung etwa die Hälfte bis zum Jahresende weniger Geld haben als im Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie.

Hoffnung in Sicht – zumindest etwas

Zugleich ist die Weltbank auch selbst aktiv: Bereits nach Beginn der Krise stellte sie zwischen 20 und 25 Milliarden US-Dollar an Soforthilfen bereit. Die Entwicklungsbank kündigte an, zwischen 50 und 60 Milliarden US-Dollar zur Verfügung zu stellen, um Regierungen in Entwicklungsländern unter die Arme zu greifen und landwirtschaftliche Betriebe zu unterstützen. Die Gelder sollen zum Teil aus anderen Projekten umverteilt werden.

„Sollten der Konflikt und die wirtschaftlichen Folgen anhalten, könnte die Finanzierung durch die Weltbankgruppe über einen Zeitraum von 15 Monaten auf 80 bis 100 Milliarden US-Dollar erhöht werden“, heißt es weiter.

Im kommenden Jahr dürfte die globale Wirtschaft insgesamt dann allerdings stärker zulegen als gedacht: Statt 2,7 Prozent dürfte sie um 2,8 Prozent wachsen. Grund für die zumindest etwas bessere Entwicklung im kommenden Jahr und 2028 (Prognose: 2,8 Prozent) ist die Annahme, dass sich die Energieversorgung erholt, Regierungen ihre Geldpolitik lockern und der Handel wieder anzieht. Allerdings würde das Wachstum damit immer noch unter dem Durchschnittswert der 2010er-Jahre liegen. Der IWF rechnet unterdessen weiter für 2027 mit einem Plus von 3,2 Prozent.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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