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Schießen, überfahren, abschieben: Hass in Kommentarspalten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 27, 2026Keine Kommentare12 Minuten Lesezeit
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💬Warum verbreitet sich Empörung online besonders schnell? Antworten finden Sie im Leitfaden Anatomie der Empörung.

Ein Video zeigt eine dicht gefüllte Straße. Menschen feiern, filmen mit ihren Handys und schwenken spanische Fahnen. Pyrotechnik brennt, Absperrelemente werden bewegt, ein Mann steht auf einem Fahrzeug. Die Bilder wirken chaotisch und zeigen einzelne riskante Handlungen. Ob im Hintergrund Polizeikräfte zu sehen sind, lässt sich anhand der Aufnahme nicht eindeutig bestimmen.

Doch die Überschrift, die dauerhaft über dem Video liegt, geht weit über das Sichtbare hinaus: „Migrantische Randale nach dem Spiel in Aachen. Polizisten schauen machtlos zu!!“

Was die Bilder tatsächlich zeigen: Feiernde nach dem Finale der Fußball-WM, wie wir in unserem Faktencheck zum Video klar stellen: Aachen: Falschbehauptung über Ausschreitungen nach WM-Finale

Mit dem überlagerten Text wird allerdings bereits festgelegt, wie das Publikum die Szene verstehen soll. Aus einer unübersichtlichen Feier wird eine „migrantische Randale“. Zugleich wird behauptet, die Polizei habe lediglich „machtlos“ zugesehen. Ob und wie Einsatzkräfte in dieser Situation agierten, lässt sich aus dem kurzen Video jedoch nicht verlässlich beurteilen.

In der Beschreibung des Beitrags wird die Geschichte weiter ausgeschmückt: „Migranten aus dem Nahen Osten“ hätten Passanten angegriffen, Autos mit Frauen darin in die Menge gedrängt und versucht, sie zu zerstören. Die Polizei habe wegen Personalmangels nichts unternehmen können.

Aus dem Video selbst lässt sich all das nicht ableiten, weitere Quellen, um die Geschehnisse im Gesamten zu erfahren, sind nicht angegeben. Das hält zahlreiche Menschen jedoch nicht davon ab, drastische Konsequenzen zu verlangen.

„Warum schießt dort niemand?“, fragt ein Kommentator. Andere fordern Wasserwerfer und Gummigeschosse „ohne Rücksicht auf Verluste“, den Einsatz des Militärs oder sogar eines Panzers. Einer empfiehlt, mit dem Auto „Vollgas durch die Menge“ zu fahren. Mehrfach wird verlangt, die Beteiligten pauschal abzuschieben: „Remigration!“

Auszug aus den Kommentaren zum Video | Screenshots: Instagram
Auszug aus den Kommentaren zum Video | Screenshots: Instagram

Es geht längst nicht mehr darum, konkretes Fehlverhalten zu unterbinden oder mögliche Straftaten zu untersuchen. Eine unbekannte Menschenmenge wird zur feindlichen Gruppe erklärt, und gegen diese Gruppe scheint plötzlich fast jedes Mittel erlaubt.

Wie kommt es zu einer solchen Enthemmung?

Am Anfang steht nicht das Video, sondern seine Deutung

Bilder sagen angeblich mehr als 1.000 Worte. Doch Bilder sprechen nicht immer für sich. Sie zeigen einen Ausschnitt, lassen aber oft offen, was davor geschah, wie eine Situation endete oder welche Absichten die sichtbaren Personen hatten.

Ihre Bedeutung entsteht deshalb auch durch den Text, mit dem sie veröffentlicht werden.

Wer ein unübersichtliches Video mit Begriffen wie „Randale“, „Migranten“, „Angriff“ und „machtlose Polizei“ versieht, liefert dem Publikum bereits eine fertige Interpretation. Die Zuschauer sehen dann nicht mehr nur Menschen auf einer überfüllten Straße. Sie sehen eine vermeintlich ethnisch definierte Tätergruppe, einen Kontrollverlust und einen Staat, der angeblich nicht mehr handlungsfähig ist.

Im konkreten Fall wird diese Interpretation sogar direkt über die bewegten Bilder gelegt. Wer das Video ansieht, liest gleichzeitig von „migrantischer Randale“. Der Text begleitet das Video nicht bloß. Er gibt vor, was darin zu erkennen sein soll.

Gerade authentische Aufnahmen eignen sich für solche Manipulationen. Das sichtbare Geschehen ist real. Die Behauptungen, mit denen es aufgeladen wird, müssen es deshalb noch lange nicht sein.

Das Video verleiht der Erzählung Glaubwürdigkeit. Die Erzählung wiederum bestimmt, wie das Video wahrgenommen wird.

Die Herkunft der Menschen wird zur vermeintlichen Erklärung

Besonders folgenreich ist die pauschale Bezeichnung der Feiernden als „Migranten aus dem Nahen Osten“.

Woher diese Information stammen soll, wird nicht erklärt. Aus Gesichtszügen, Hautfarbe, Kleidung oder dem Auftreten in einem kurzen Video lässt sich die Herkunft Hunderter Personen nicht seriös bestimmen.

Die Zuschreibung erfüllt dennoch eine Funktion. Sie verbindet die Aufnahme mit einer bereits bekannten politischen Erzählung: Migration stehe für Gewalt, Kontrollverlust, eine überforderte Polizei und einen Staat, der angeblich härter gegen die eigene Bevölkerung vorgehe als gegen Zugewanderte.

Das konkrete Ereignis muss innerhalb dieser Erzählung kaum noch geprüft werden. Es erscheint als weiterer Beleg für etwas, das manche Menschen ohnehin für wahr halten. Deshalb taucht in den Kommentaren auch die Corona-Pandemie auf. „Bei den Corona-Demos“ seien deutsche Bürger angeblich verfolgt und gegängelt worden, heißt es. Wo seien nun die Hundertschaften, Wasserwerfer und Polizeihunde?

Mit dem tatsächlichen Ablauf der Feier hat dieser Vergleich zunächst wenig zu tun. Er dient dazu, ein umfassenderes Weltbild zu bestätigen: Der Staat messe mit zweierlei Maß. Gegen „die eigenen Bürger“ gehe er hart vor, während er „die anderen“ angeblich gewähren lasse.

Ein einzelnes Video wird damit zur Projektionsfläche für Wut, die schon lange vor seiner Veröffentlichung vorhanden war.

Aus einzelnen Menschen wird eine homogene Masse

In den Kommentaren spielt es kaum eine Rolle, wer tatsächlich was getan hat.

Wer hat ein Fahrzeug berührt? Wer hat nur gefeiert? Wer stand am Straßenrand? Wer filmte die Szene? Wer hielt sich an Anweisungen? Wer könnte selbst durch das Gedränge gefährdet worden sein?

Diese Unterschiede verschwinden.
Stattdessen ist von „den Migranten“, „allen Beteiligten“ oder einer ganzen Gruppe die Rede, die kollektiv abgeschoben, beschossen oder überfahren werden solle.

Damit verändert sich auch die Vorstellung von Verantwortung. In einem Rechtsstaat ist Verantwortung individuell. Entscheidend ist, was eine konkrete Person getan hat und ob sich ein Verstoß nachweisen lässt.

In der Logik der Kommentarspalte genügt hingegen die zugeschriebene Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Wer Teil dieser vermeintlichen Gruppe ist, wird automatisch zum Täter und soll gemeinsam mit allen anderen bestraft werden. Aus Menschen mit unterschiedlichen Handlungen und Absichten wird eine anonyme Masse. Je weniger individuell die Betroffenen erscheinen, desto leichter lassen sich auch extreme Maßnahmen gegen sie fordern.

Empörung verdrängt die Prüfung der Fakten

Viele Kommentare folgen offenbar einer einfachen moralischen Erzählung: Eine Gruppe verhalte sich gewalttätig, bedrohe Unbeteiligte und missachte den Staat. Die Polizei könne oder wolle nicht eingreifen. Also müsse endlich jemand „durchgreifen“.

Moralische Empörung ist nicht grundsätzlich problematisch. Sie kann Menschen motivieren, gegen tatsächliches Unrecht aufzutreten. In sozialen Netzwerken wird sie jedoch leicht von der Frage getrennt, ob das behauptete Unrecht überhaupt belegt ist.

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Eine Untersuchung von William Brady und weiteren Forschenden analysierte die Verbreitung politischer Inhalte auf Twitter. Dabei zeigte sich, dass moralisch-emotionale Wörter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der Weiterverbreitung verbunden waren. Der Effekt trat besonders innerhalb politisch ähnlich orientierter Netzwerke auf.

Das bedeutet nicht, dass jeder emotional formulierte Beitrag falsch ist. Es zeigt aber, dass moralisch aufgeladene Sprache einen strukturellen Vorteil haben kann.

„Die Polizei sollte prüfen, ob Straftaten begangen wurden“ erzeugt vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit.
„Warum schießt dort niemand?“ provoziert Zustimmung, Widerspruch, Empörung und weitere Kommentare.

Die radikalere Aussage wird dadurch sichtbarer und kann die gesamte Diskussion prägen.

Likes belohnen die schärfere Empörung

Soziale Netzwerke zeigen ihren Nutzern unmittelbar, welche Äußerungen Aufmerksamkeit erzeugen. Likes, Weiterleitungen und zustimmende Antworten sind nicht nur Reaktionen. Sie können auch beeinflussen, wie Menschen später kommunizieren.

Eine Studie von William Brady, Killian McLoughlin, Tuan Doan und Molly Crockett untersuchte, wie soziale Rückmeldungen den Ausdruck moralischer Empörung beeinflussen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Nutzer häufiger Empörung äußern können, wenn vergleichbare Äußerungen zuvor durch positives Feedback belohnt wurden.

Die Kommentarspalte kann so zu einem Raum werden, in dem Menschen voneinander lernen, welche Formulierungen Aufmerksamkeit und Zustimmung bringen.

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Ein Kommentator fordert Wasserwerfer. Der nächste verlangt Gummigeschosse. Ein weiterer bringt Schusswaffen ins Spiel. Danach erscheinen Militär und Panzer.

Die Äußerungen überbieten sich gegenseitig an Härte. Was zu Beginn noch als Tabubruch gewirkt hätte, erscheint nach mehreren ähnlichen Kommentaren wie eine normale Fortsetzung der Diskussion.

Nicht die sorgfältigste Einordnung gewinnt, sondern häufig die drastischste Zuspitzung.

Im Netz sinkt die Hemmschwelle

Bereits 2004 beschrieb der Psychologe John Suler den sogenannten „Online Disinhibition Effect“, den Online-Enthemmungseffekt. Menschen äußern oder tun demnach online mitunter Dinge, die sie in einer direkten Begegnung nicht sagen oder tun würden.

Suler nennt mehrere Faktoren, die zur Enthemmung beitragen können: Anonymität, Unsichtbarkeit, die zeitliche Verzögerung zwischen Äußerung und Reaktion sowie das Gefühl, von Autoritäten und unmittelbaren Konsequenzen entfernt zu sein.

Wer schreibt, man solle in eine Menschenmenge fahren, muss den Betroffenen nicht ins Gesicht sehen. Er erlebt ihre Angst nicht, hört keine Schreie und sieht nicht, welche Verletzungen die geforderte Handlung verursachen würde.

Zwischen dem Kommentar und seinen möglichen Folgen liegt ein Bildschirm. Unsichtbarkeit, fehlende unmittelbare Reaktionen und die gefühlte Distanz zu Konsequenzen können nach Sulers Modell die Hemmschwelle senken.

Anonymität erklärt allerdings nicht alles. Viele enthemmende Aussagen werden unter Klarnamen veröffentlicht.

Entscheidend ist auch das soziale Umfeld. Wer das Gefühl hat, die eigene Härte werde von vielen anderen geteilt, erlebt die Äußerung nicht mehr als persönlichen Tabubruch. Sie erscheint als Beitrag zu einem vermeintlichen Konsens.

Gewalt wird zur angeblichen Notwehr umgedeutet

Besonders gefährlich wird die Rhetorik, wenn eine Gruppe nicht nur als störend oder regelwidrig, sondern als grundsätzliche Bedrohung dargestellt wird. Dann erscheint Gewalt nicht mehr als Angriff. Sie wird als angeblich notwendige Verteidigung präsentiert.

Wer empfiehlt, mit dem Auto in eine Menschenmenge zu fahren, stellt sich nicht als Aggressor dar. In der eigenen Erzählung reagiert er auf Menschen, die angeblich selbst eine Gefahr darstellen. Wer Schusswaffen, Militär oder Panzer fordert, setzt voraus, dass normale rechtsstaatliche Mittel nicht mehr ausreichten.

Der Ablauf dieser Eskalation ist bemerkenswert:
Zunächst wird eine unübersichtliche Situation als „Randale“ bezeichnet. Dann wird eine Herkunft behauptet. Anschließend gilt die Polizei als machtlos. Am Ende erscheinen extreme und potenziell tödliche Maßnahmen als folgerichtige Antwort.

Die Gewaltfantasie benötigt also eine Rechtfertigung. Das dramatisch gerahmte Video liefert sie.

Dabei wird eine entscheidende Umkehr vollzogen: Nicht die Forderung, auf Menschen zu schießen oder sie zu überfahren, gilt als extrem. Extrem erscheinen nur noch die Personen, gegen die sich diese Gewalt richten soll.

Nicht jede Gewaltfantasie ist ein konkreter Tatplan

Es wäre falsch, aus jedem brutalen Kommentar automatisch auf eine bevorstehende Gewalttat zu schließen. Menschen provozieren, übertreiben oder passen sich an den Ton einer Diskussion an. Einige versuchen möglicherweise, sich gegenseitig mit möglichst drastischen Aussagen zu überbieten. Andere betrachten ihre Kommentare womöglich als bloßes Ventil.

Das macht die Äußerungen jedoch nicht harmlos.

Sprache verändert, was in einer Gemeinschaft als sagbar gilt. Wird regelmäßig gefordert, Menschen zu erschießen, zu überfahren oder kollektiv abzuschieben, verschiebt sich die Grenze des Normalen.

Gewalt wird zu einer scheinbar legitimen politischen Antwort. Die körperliche Unversehrtheit bestimmter Menschen erscheint plötzlich als verhandelbar. Ihre Rechte hängen nicht mehr davon ab, was sie tatsächlich getan haben, sondern davon, welcher Gruppe sie zugerechnet werden.

Nicht jeder, der eine Gewaltfantasie veröffentlicht, wird selbst gewalttätig. Doch normalisierte Gewaltfantasien schaffen ein Klima, in dem extreme Maßnahmen leichter denkbar, aussprechbar und rechtfertigbar werden.

Kommentarspalten zeigen nicht die ganze Gesellschaft

Beim Lesen hunderter aggressiver Kommentare kann leicht der Eindruck entstehen, die Mehrheit der Bevölkerung denke ebenso. – Auch das ist eine Verzerrung.

Besonders wütende und aktive Nutzer kommentieren häufiger als Menschen, die ein Video lediglich ansehen oder still widersprechen. Extreme Aussagen ziehen zudem Antworten an. Zustimmung und Kritik sorgen gleichermaßen dafür, dass sie weiter sichtbar bleiben.

Hinzu kommt ein Wahrnehmungseffekt: Menschen können die Empörung anderer in sozialen Netzwerken überschätzen.

Eine 2023 in „Nature Human Behaviour“ veröffentlichte Studie verglich die von Verfassern selbst empfundene moralische Empörung mit der Einschätzung durch außenstehende Beobachter. Die Beobachter nahmen die Äußerungen häufig als empörter wahr, als die Verfasser ihre eigenen Gefühle beschrieben hatten. Diese Überschätzung verstärkte zugleich den Eindruck, politische Gruppen stünden einander besonders feindselig gegenüber.

Die Kommentarspalte zeigt deshalb einen realen Hass. Sie ist aber kein repräsentatives Abbild der gesamten Bevölkerung.

Das ist kein Grund zur Entwarnung. Die Gewaltfantasien stehen dort und sind ernst zu nehmen. Man sollte sich von ihrer Häufigkeit jedoch nicht automatisch einreden lassen, sie seien bereits gesellschaftlicher Konsens.

Ist das wirklich die Welt, in der diese Menschen leben wollen?

Von außen lässt sich nicht beurteilen, wie ernst jeder einzelne Kommentator seine Forderung meint. Vielleicht erleben manche ihre Aussagen nur als Ventil. Vielleicht halten sie die Forderung nach Schüssen oder Militär für eine rhetorische Übertreibung. Vielleicht glauben sie tatsächlich, damit eine besonders konsequente Form von Sicherheitspolitik zu verlangen.

Doch die beschriebene Ordnung wäre keine sichere Gesellschaft.
Es wäre eine Gesellschaft, in der staatliche Gewalt nicht mehr an Verhältnismäßigkeit, individuelle Verantwortung und rechtsstaatliche Verfahren gebunden ist. Eine Gesellschaft, in der eine vermutete Herkunft genügt, um Menschen kollektiv zu bestrafen. Eine Gesellschaft, in der aufgrund eines kurzen Videos geschossen, überfahren oder abgeschoben werden soll.

Eine solche Logik bliebe nicht dauerhaft auf jene beschränkt, gegen die sich der Hass heute richtet. Jeder könnte zum Ziel werden, sobald ein Video, ein Gerücht oder eine politische Erzählung ihn der vermeintlich falschen Gruppe zurechnet.

Die Frage ist deshalb nicht nur, warum Menschen in Kommentarspalten derart viel Hass äußern. Entscheidend ist, welche Vorstellung von Gesellschaft sich darin zeigt.

Sicherheit bedeutet, gefährliches Verhalten zu unterbinden, Straftaten aufzuklären und Menschen zu schützen. Sie bedeutet nicht, auf Verdacht zu schießen, mit Fahrzeugen in Menschenmengen zu fahren oder ganze Bevölkerungsgruppen zu entrechten.

Wer aus einem kurzen Video ohne gesicherte Informationen die Forderung nach tödlicher Gewalt ableitet, verteidigt nicht den Rechtsstaat. Er verlangt seine Abschaffung – zumindest für diejenigen, die er nicht als Teil der eigenen Gemeinschaft betrachtet.

Zwischen Verharmlosung und Hetze liegt der Rechtsstaat

Problematische Szenen müssen nicht beschönigt werden. Pyrotechnik in einer dichten Menschenmenge ist gefährlich. Wer auf fremde Fahrzeuge steigt, Absperrungen bewegt, Menschen bedroht oder Sachen beschädigt, muss mit Konsequenzen rechnen. Ob solche Verstöße im konkreten Fall vorlagen, müssen Belege, Zeugenaussagen und Ermittlungen klären.

Doch gerade das unterscheidet eine rechtsstaatliche Reaktion von der Logik der Hasskommentare.

Der Rechtsstaat fragt: Was ist tatsächlich passiert? Wer hat welche Handlung begangen? Welche Beweise gibt es? Welche Maßnahme ist angemessen?
Der Hass fragt nur: Zu welcher Gruppe können wir die Menschen zählen?

Das eine sucht individuelle Verantwortung.
Das andere braucht ein Feindbild.

ACADEMIC

Nature Human Behaviour

6. April 2023

ACADEMIC

Science Advances

13. August 2021

ACADEMIC

Proceedings of the National Academy of Sciences

11. Juli 2017

ACADEMIC

Sage Journals

1. Juni 2004

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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