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Schneckenrennen in der 2. Liga: Nächster Aufstiegskandidat patzt schwer, Münster muss runter

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 10, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Schneckenrennen in der 2. LigaNächster Aufstiegskandidat patzt schwer, Münster muss runter

Lange Gesichter bei der SV Elversberg. (Foto: REUTERS)

Schneckenrennen im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga: Der Tabellenzweite SV Elversberg kassiert am 33. Spieltag bei Fortuna Düsseldorf einen heftigen Dämpfer. Für Preußen Münster hingegen ist der Abstieg in die Drittklassigkeit besiegelt. 

Fortuna Düsseldorf – SV Elversberg 3:1 (2:0)

Die SV Elversberg hat den ersten Matchball zum historischen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga vergeben. Der Tabellenzweite verlor am vorletzten Spieltag der 2. Liga beim Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf 1:3 (0:2) und nutzte die Vorlagen der Konkurrenz nicht. Bei einem Sieg wäre dem Dorfverein aus dem Saarland der erstmalige Sprung ins Oberhaus praktisch nicht mehr zu nehmen gewesen.

Allerdings hat es die SVE weiter selbst in der Hand: Ein Erfolg am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/Sky) daheim gegen Schlusslicht Preußen Münster würde aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz höchstwahrscheinlich zum Aufstieg reichen. Die Verfolger hatten zuvor Punkte liegen gelassen – der SC Paderborn am Freitag beim 2:2 gegen den Karlsruher SC, Hannover 96 am Samstag beim 1:1 beim VfL Bochum.

Doch Elversberg nutzte die Gunst der Stunde vor 3000 mitgereisten Fans nicht. Ein Eigentor von Le Joncour (26.) und die Treffer von Cedric Itten (44./51.) vertagten die Entscheidung, wer Zweitligameister Schalke 04 auf direktem Weg in die Bundesliga folgt. Das Eigentor von Tim Oberdorf (90.+1) half den Gästen nicht mehr. Düsseldorf holte dagegen Big Points im Abstiegskampf.

Die Gastgeber hatten zunächst mehr vom Spiel. Doch mit dem Ballbesitz konnte sie wenig anfangen, ein Schussversuch von Emmanuel Iyoha war lange der einzige Abschluss (16.). Elversberg agierte abwartend, beschränkte sich erst einmal darauf, nicht in Rückstand zu geraten. Das misslang gründlich: Nach einer Hereingabe von Marin Ljubicic lenkte Le Joncour den Ball Torhüter Nicolas Kristof ans Bein, von dort sprang er ins eigene Tor.

Der Treffer zeigte kurz Wirkung, dann wurden die Gäste aktiver. Einen Kopfball von David Mokwa aus abseitsverdächtiger Position wehrte Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier mit einer Flugparade ab (31.). Ansonsten blockten die Düsseldorfer alle Schussversuche ab – und konterten erfolgreich: Itten verwertete per Kopf eine Flanke von Shinta Appelkamp zum 2:0. Nach der Pause ging es ähnlich weiter: Die Fortuna nutzte einen weiteren Konter durch Itten. Dabei rutschte Kristof beim Herauslaufen aus – wie auch viele seiner Teamkollegen während des gesamten Spiels.

Preußen Münster – SV Darmstadt 1:1 (1:1)

Preußen Münster steht als erster Absteiger aus der 2. Fußball-Bundesliga fest. Die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz kam in ihrem Heimspiel am Sonntag gegen Darmstadt 98 nach langer Unterzahl nur zu einem 1:1 (1:1) und hat am letzten Spieltag am kommenden Wochenende als Tabellenletzter keine Chance mehr auf die Rettung.

Zwei Jahre nach dem Aufstieg tritt Münster damit wieder den Gang in die 3. Liga an, in der vergangenen Saison hatten die Preußen als Tabellen-15. noch die Klasse gehalten. Im Sommer wurde anschließend Alexander Ende als neuer Trainer verpflichtet. Mitte März zog Münster, damals noch 16., dann die Reißleine, den erhofften Umschwung gab es jedoch auch unter Endes Nachfolger Schwartz nicht.

Gegen Darmstadt blieb Münster auch im sechsten Ligaspiel unter dem neuen Coach sieglos. Shin Yamada (8.) hatte mit seinem frühen Führungstreffer zunächst noch die Hoffnungen auf ein Bestehen der Minimalchance auf den Klassenerhalt genährt. Nach dem Ausgleich durch Isac Lidberg (15.) machte sich Münster aber selbst das Leben schwer.

Kapitän Jorrit Hendrix (28.) musste nach einem heftigen Einsteigen gegen Darmstadts Killian Corredor mit Rot vom Platz, Darmstadt übernahm mit einem Mann mehr nun die Kontrolle. Einen von ihm selbst verursachten Elfmeter konnte Preußen-Torwart Johannes Schenk im Duell mit Lidberg (37.) zwar entschärfen, von einem Comeback war Münster jedoch auch in der zweiten Halbzeit weit entfernt. Einen Abstieg hätten die Preußen ohnehin auch mit einem Sieg nicht verhindert, weil Fortuna Düsseldorf parallel gegen die SV Elversberg gewann.

Hertha BSC – SpVgg Greuther Fürth 2:1 (0:0)

Fußball-Zweitligist SpVgg Greuther Fürth steht vor dem Absturz in die 3. Liga. Am vorletzten Spieltag betrieben die Franken bei Hertha BSC wahren Chancenwucher und verloren mit 1:2 (0:0). Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/Sky) sind die Fürther beim Ligafinale gegen den direkten Konkurrenten Fortuna Düsseldorf nun zum Siegen verdammt.

Berlins erst 16 Jahre altes Top-Talent Kennet Eichhorn (55.) traf zum 1:0, damit ist er jüngster Zweitliga-Torschütze der Geschichte. Michael Cuisance (84.) erhöhte, der Treffer der Gäste durch Noel Futkeu (88.) kam zu spät. Die Berliner spielten nach einer Roten Karte gegen Josip Brekalo (32.) nach einer Notbremse lange in Unterzahl .Mit 34 Punkten steht das Kleeblatt vor dem letzten Spiel auf Abstiegsplatz 17, Arminia Bielefeld belegt mit zwei Zählern mehr Relegationsrang 16. Davor stehen Eintracht Braunschweig und die Düsseldorfer, die die SV Elversberg am Sonntag bezwangen (je 37 Punkte).

Fürth kämpft dagegen an, erstmals seit der Spielzeit 1996/1997 wieder in der Drittklassigkeit starten zu müssen. Damals spielte der Verein noch in der Regionalliga Süd. Für die Berliner, die den Bundesliga-Aufstieg bereits zuvor verspielt hatten, war es der erste Sieg nach zuletzt vier Partien in Folge ohne Erfolg.

Im Olympiastadion Berlin hatten die Gastgeber zunächst mehr Ballbesitz, Fürth stand tief und lauerte. Dennoch hatten die Gäste die erste Großchance: Futkeu (9.) zielte aus der Drehung nur knapp daneben. Anschließend kam Fürth immer stärker auf. Nach dem Platzverweis gegen Brekalo, der Felix Klaus als letzter Mann zu Fall brachte, drosch der Gefoulte den fälligen Freistoß selbst an die Latte. Kurz vor der Halbzeit rettete Herthas Julian Eitschberger (45.+3) in höchster Not gegen Futkeu.

Auch nach der Pause rannte Fürth an: Klaus (48.) schoss von der Strafraumgrenze nur haarscharf neben das Tor. In dieser Drangphase wurde der Abstiegskandidat kalt erwischt, als Eichhorn zu einem schönen Solo ansetzte und eiskalt vollstreckte. Unbeeindruckt vom Rückstand machten die Fürther fortwährend Druck. Klaus (61.) und Felix Higl (66.) vergaben weitere Möglichkeiten, dann erhöhte Cuisance. Nach Futkeus Treffer hätte Fürth sogar um ein Haar noch den Ausgleich erzielt.

Quelle: ntv.de, msc/sid

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