Freibäder sind bei Sommerhitze eine gute Abkühlung. Doch der Spaß ist laut aktuellen Zahlen deutlich teurer geworden – und je nach Region muss man weite Wege auf sich nehmen. Gute Nachrichten gibt es dagegen bei der Ausrüstung.
Deutschland hat in diesem Sommer bereits einige Hitzetage hinter sich. Dabei wurden sogar mehrmals Temperaturrekorde gebrochen. Viele Menschen flüchteten sich zur Abkühlung auch in eines der mehreren Tausend Schwimmbäder hierzulande. Doch das Freizeitvergnügen ist im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich teurer geworden – sogar überdurchschnittlich, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.
Demnach lagen die Eintrittspreise für Frei- und Hallenbäder im Juni 3,6 Prozent über dem Vorjahrsniveau. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich im selben Zeitraum um 2,3 Prozent.
Badekleidung im Schnitt billiger
Gute Nachrichten gab es dagegen mit Blick auf die Ausrüstung. Den Destatis-Zahlen zufolge ist die nämlich zumindest zum Teil günstiger geworden. So wurden im Jahresvergleich im Juni etwa für Sonnenschirme 0,7 Prozent weniger Preis aufgerufen. Sport- und Badekleidung für Frauen wurde 1,1 Prozent billiger – die von Männern vergünstigte sich sogar 1,7 Prozent.
Je nachdem, wo in Deutschland man sich befindet, sind die Entfernungen zum nächsten Frei- oder Naturbad allerdings unterschiedlich. Der durchschnittliche Anfahrtsweg beträgt laut dem Deutschlandatlas zwar nur zehn Minuten. Besonders im ländlichen Raum kann es mit dem Auto allerdings auch mal deutlich länger dauern – laut Statistik mehr als 20 Minuten. Besonders lang sind die Wege demnach in wenig bewohnten Gegenden in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, im nördlichen Sachsen-Anhalt und Teilen von Rheinland-Pfalz.
Viele Bäder kämpfen gegen Schließung
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen gibt es derzeit in Deutschland gut 2.800 Freibäder und knapp 600 Naturbäder. Dazu kommen noch knapp 2.800 reine Hallenbäder.
Viele der Bäder kämpfen aufgrund von Finanznot von Kommunen und Gemeinden gegen die Schließung. Verbände hatten deshalb auch immer wieder Investitionen vom Bund gefordert. Die Hälfte der bestehenden Schwimmbäder in Deutschland sei sanierungsbedürftig, warnte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im vergangenen Jahr. Blieben umfassende Sanierungen aus, drohte in den kommenden drei Jahren womöglich rund jedes siebte öffentliche Bad zu schließen, hieß es im Juli 2025.
Die Verbände warnen dabei vor den Folgen. Denn nach Angaben der DLRG können schon jetzt immer weniger Kinder zum Ende der Grundschule gut schwimmen. Und in der Hitze steigt auch insgesamt die Gefahr für Badeunfälle: Im vergangenen Monat waren laut DLRG bundesweit mindestens 99 Menschen ertrunken – so viele wie in keinem Juni seit mehr als 20 Jahren.
