„Serie schwerwiegender Pannen“Sechsfachmörder von Stade tot – CDU fordert Aufklärung
Wie kann es sein, dass der Sechsfachmörder von Stade trotz offenbar geäußerter Suizidabsichten im Gefängnis zu Tode gekommen ist? Die oppositionelle CDU fordert die niedersächsische Justizministerin auf, den Vorfall „lückenlos“ aufzuklären.
Nach dem Tod des Mannes, der in Stade sechs Menschen erschossen hat, fordert die Opposition im niedersächsischen Landtag Aufklärung. Der 45-Jährige starb in der Untersuchungshaft. „Die Justizministerin muss jetzt lückenlos darlegen, wann welche Hinweise auf eine mögliche Selbstgefährdung vorlagen, wie diese bewertet wurden, welche Schutzmaßnahmen angeordnet waren und ob sie tatsächlich eingehalten wurden“, teilte Carina Hermann mit, die Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Landtagsfraktion. Sollten Berichte zutreffend sein, wonach der Mann bereits nach seiner Festnahme Suizidabsichten geäußert haben soll, sei nicht erklärbar, wie es dazu kommen konnte.
Der 45-Jährige hatte Ende Juni in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen erschossen. Hintergrund war ein Sorgerechtsstreit. Ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Bremervörde fand den Mann laut niedersächsischem Justizministerium am Morgen tot in seiner Zelle. Die Ermittler gehen von Suizid aus, es gebe keinen Hinweis auf ein Verbrechen. „Dass der Beschuldigte nun tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, nimmt den Angehörigen auch die Möglichkeit, die vollständige strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben“, kritisiert Hermann.
Die CDU-Fraktion wirft Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann eine „Serie schwerwiegender Pannen“ vor. Zuletzt stand die SPD-Politikerin nach einer zwischenzeitlichen Flucht eines verurteilten Mörders aus dem Gefängnis in der Kritik. Außerdem bemängelt die Opposition, dass wichtige Führungspositionen im Ministerium nicht besetzt seien. „Diese Häufung von Pannen und nicht erklärbaren Vorgängen ist der Öffentlichkeit nicht länger zu vermitteln“, teilte Hermann mit.
Nach dem Tod des Sechsfachmörders gehen die Ermittlungen indes weiter. Die Beamten versuchen, die Abläufe und Hintergründe der Tat zu klären, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilte. Außerdem laufen der Sprecherin zufolge Ermittlungen gegen die Partnerin des Verdächtigen und die Fahrerin des Fluchtwagens.
