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Startseite»Politik»SIPRI-Friedensforscher warnen vor atomarer Aufrüstung
Politik

SIPRI-Friedensforscher warnen vor atomarer Aufrüstung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 7, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.06.2026 • 00:03 Uhr

In ihrem Jahresbericht warnen die SIPRI-Friedensforscher vor neuem Atomrüsten. Staaten setzten zunehmend auf Atomwaffen, eine Eskalation werde wahrscheinlicher. Besonders unter Druck: Europa.

Arne Bartram

Die Welt bleibt hochgerüstet – und Atomwaffen rücken wieder stärker in den Fokus. Zwar gibt es weltweit etwas weniger nukleare Sprengköpfe als noch vor einem Jahr. Doch das bedeutet nicht mehr Sicherheit.

Denn die politischen Umstände hätten sich verändert, sagt Karim Haggag, Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI: „Im Kalten Krieg waren Atomwaffen ein zentraler Bestandteil, um das Gleichgewicht zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion zu sichern – gestützt nicht nur auf militärische Fähigkeiten, sondern auch auf ein sehr ausgefeiltes System der Rüstungskontrolle.“

Heute aber gerate genau dieses System ins Wanken. Verträge zur Begrenzung von Atomwaffen laufen aus oder werden nicht verlängert. „Wir erleben gerade den Zusammenbruch der nuklearen Rüstungskontrolle“, sagt Haggag. Staaten könnten die Größe ihrer Nukleararsenale erweitern, mehr Atomwaffen stationieren und dabei weniger transparent mit ihren Programmen umgehen.

Ein weiterer Grund zur Sorge sei die geopolitische Konkurrenz: An mehreren bewaffneten Konflikten seien Atommächte beteiligt.

Krieg in Iran, Drohungen aus Russland

Aktuelles Beispiel: der Krieg von USA und Israel gegen Iran. „Wir werden nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe bekommt“, sagte US-Präsident Donald Trump. „Das ist ganz einfach. Das wird nicht passieren. Wir haben ihn hart getroffen, vielleicht müssen wir noch härter zuschlagen.“

Auch Drohungen aus Russland machen den Friedensforscherinnen und -forschern Sorge. „Der Einsatz von Atomwaffen ist eine extreme, außergewöhnliche Maßnahme“, sagte Kremlchef Wladimir Putin gesagt. „Aber unser nukleares Arsenal muss angesichts der wachsenden Spannungen ein verlässlicher Garant für unsere Souveränität bleiben.“

Besonders unter Druck: Europa

Die aktuelle Entwicklung setzt vor allem eine Region immer stärker unter Druck: Europa. Der Kontinent sei „mit einem deutlich komplexeren Sicherheitsumfeld“ konfrontiert, sagt Haggag. Die Beziehungen zwischen den USA und Europa veränderten sich: „Europa muss sich nun auch mit den Auswirkungen großmachtpolitischer Konkurrenz auseinandersetzen, die weitreichende Folgen für die europäische Sicherheit haben.“

Bedeutet: ein deutlich weniger verlässlicher Bündnispartner USA und gleichzeitig unterbrochene Lieferketten und steigende Energiepreise wegen des Kriegs im Nahen Osten. Obendrauf kommt noch: Die Zahl der Atomsprengköpfe dürfte laut SIPRI in Zukunft wieder steigen, weil immer mehr Staaten ihre Arsenale modernisieren.

Damit droht langfristig eine neue Phase des atomaren Wettrüstens – in einer Welt, in der gleichzeitig immer weniger Regeln gelten.

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Dr. Heinrich Krämer
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