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Sommerhaus der Stars – Folge 2

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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„Sommerhaus der Stars“ – Folge 2Über dieses intime Gerücht spricht angeblich „ganz Reality-TV“

Greift ihre Kontrahentin Hati bei der Nominierung unter der Gürtellinie an: Anita; hier mit ihrem Partner Fabrice (Foto: RTL)

Auch in Folge zwei wird taktiert und gestichelt. Doch bei der Nominierung legen vor allem die Damen verbal eine Schippe drauf. Da erfährt eine Kandidatin plötzlich, was angeblich „ganz Reality-TV“ über sie erzählt. Sagen wir so: Es ist nichts, was frau gern über sich hört.

Manchmal gibt’s in einer WG Stunk. Das liegt in der Natur der Sache. Die Gründe sind so mannigfaltig wie die Ausreden: Der eine braucht zu lange im Bad, der andere pinkelt die halbe Klobrille voll und nicht selten wird fremdes Essen aus dem Kühlschrank stibitzt. Irgendwann schaukelt sich hoch, was sich zu lange angestaut hat, und es knallt. Im Sommerhaus sind die Bewohner jedoch gefühlt pausenlos auf Gefechtsstation. Randale ist dieses Jahr der Standardmodus. Dem armen Schlagerbarden Giovanni macht noch immer die Respektlosigkeit von Alexander („Mo“) zu schaffen. Respekt sei keine Einbahnstraße, so der Feinfühlige, doch auch Mo’s „Weib“ Hati kann dem „komischen Typen“ nichts abgewinnen. Wir werden dieses Drama an späterer Stelle noch vertiefen, nur so viel: Giovanni, so heißt es, sei „ein Psychopath“.

Jetzt aber erst mal Konzentration, Freunde der guten Waldluft. Es ist an der Zeit, „richtig einzulochen“ – eines der Spiele, das schon in den vergangenen Staffeln für jede Menge Tränen sorgte. Die Paare beantworten Wissensfragen und müssen anschließend eine Kugel mit dem Anfangsbuchstaben der richtigen Antwort ins passende Loch manövrieren. Gefragt sind also Wissen, Kraft, Geschick und Teamarbeit. Vier Disziplinen, bei denen man in der Krawall-Kommune traditionell mit allem rechnen darf. Außer mit vier Treffern.

Mensch, wie nennt man noch gleich die verpflichtende Ehelosigkeit in der katholischen Kirche? Mhm? Scheidung vielleicht? Oder ledig? Hach, das ist so ein „Pfarrer-Ding“, oder? Während Hati schnell zur „Heulsuse“ mutiert und ihren Partner in einer Tour anpflaumt, der „Digger“ solle doch bitte endlich sein „Maul halten“, schließlich täten ihr die Arme weh, fasst dieser ihren Tobsuchtsanfall lässig als „Du hast deine Themen nicht im Griff“ zusammen.

„Die Argumentationsstränge sind null logisch“

Das Stresslevel der Leutchen in dieser zweiten Folge: enorm. Miteinander gesprochen wird nur, wenn sich gar keine Möglichkeit findet, übereinander oder hinterm Rücken zu reden. In der Küche flüstern „die ganzen Ratten“, Mo legt sich nach psychologischer Einschätzung mit Giovanni „unter der Gürtellinie“ an und Hati versucht, nachdem sie beim Einlochen keinen Erfolg hatte, Anita aus der Reserve zu locken, indem sie deren Mutterrolle zum Angriffsziel erklärt.

Yoga-Lehrerin Michelle beobachtet das Treiben im Haus mit erstaunlicher Nüchternheit: „Die Argumentationsstränge hier sind null logisch.“ Hey, kann es sein, dass Logik inzwischen sogar als Regelverstoß gilt? Anita wiederum diagnostiziert bei Hati „Doppelmoral“, und so arbeitet man sich zuverlässig weiter aneinander ab. Kommunikation ist, wenn man dem anderen wenigstens noch ins Gesicht sagt, was man vorher hinter seinem Rücken erzählt hat.

Überflieger des Tages sind ausgerechnet Anita und Fabrice: Sie gewinnen das Einlochen und sind damit vor der nächsten Nominierung sicher. Fabrice greift sogar zum Besen und fegt ein bisschen durch die Bude, während bereits der nächste Plan reift, die anderen erneut gegeneinander aufzuhetzen. Man kann schließlich gleichzeitig Dreck beseitigen und welchen machen. Sozialer Flächenbrand im Trash-Wohnheim? Au ja!

Zurück zur Psychopathen-Nummer. Giovanni wünscht sich von seiner geliebten Vanessa vor allem eines: ein bisschen mehr Rückendeckung, wenn Mo und Hati wieder gegen ihn sticheln. Inzwischen mischen sich auch die anderen ein, denn Mo baut sich auf, es fallen Wörter wie „dummes Weib“ und „bleib leise“, während Ex-Polizist Michael Naseband den künstlich herbeigeführten Zoff treffend als „reines Testosteron-Ding“ analysiert. Die Psychologin bringt den Zustand der gesamten Wohngemeinschaft schließlich auf eine herrlich einfache Formel: Das alles saugt Energie.

„Man kann wirklich niemandem vertrauen“

Aber konzentrieren wir uns aufs nächste Spiel, welches den poetischen Titel „Slackspeare in Love“ trägt. Wie alle anderen müssen auch Mo und Hati über ein Seil balancieren, wobei schnell klar wird, dass der eigentliche Balanceakt „in“ dieser Beziehung stattfindet. Denn Mo weiß inzwischen, „in welchen Modus“ seine Freundin bei Spielen kommt und er findet sie dabei „unfassbar unsympathisch“. Also bittet er sie, an sich zu arbeiten.

Das Spiel selbst wird schnell zur Randnotiz, denn das wirklich falsche Spiel wurde längst ins Haus verlagert. „Man kann wirklich niemandem vertrauen“, heißt es dort, während Nico Legat die anderen als „Idioten“ und „Marionetten“ bezeichnet und sich selbst zum „dreckigen Spieler“ erklärt. Dass der Gegenwind bislang eher einem lauen Lüftchen gleicht, darf er getrost als Glück verbuchen.

„Slackspeare in Love“ gewinnen schließlich Michelle und Sandro, die damit ebenfalls sicher vor der Nominierung sind. Herzlichen Glückwunsch, denn in der Höllen-WG hat sich längst ein anderer Wettbewerb verselbstständigt: Wer schafft es, sich in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Feinde zu machen? Nico Legat liegt extrem gut im Rennen.

Seine „hinterfotzige Art“, wie es inzwischen heißt, fällt langsam auch denen auf, die bislang mitgespielt haben. Ferry hat genug, andere ziehen nach. Nico hingegen scheint seine Rolle als Strippenzieher geradezu zu inhalieren. Er spielt die anderen gegeneinander aus und feiert sich dabei sichtbar für sein vermeintliches Reality-Geschick. Dem aufmerksamen Zuschauer entgeht allerdings nicht, dass ausgerechnet seine Freundin Laura dabei immer stiller wird. Während Nico offenbar großen Spaß daran hat, Feind Nummer eins zu werden, wirkt der Reality-TV-Frischling zunehmend so, als wäre sie gerne woanders.

„Geh dich waschen“

Dann kommt die Nominierung, und wer dachte, das sprachliche Niveau könne nicht mehr wesentlich tiefer sinken, wird eines Besseren belehrt. Alte Geschichten werden hervorgekramt, Hati wird von „der Mutter“ Anita mit „Ganz Reality-TV redet darüber, dass deine F**** nach Fisch stinkt“ und „Geh dich waschen“ bedacht. Wie frauenverachtend von „Neu-Mama“ Anita! Die neuen selbsternannten Reality-Sternchen greifen also immer tiefer in die verbale Kloschüssel.

Am Ende bekommen Hati und Mo sowie Michael und Shelly die meisten Stimmen und müssen in die Exit-Challenge. Wer gehen muss, erfahren wir in der nächsten Folge. Wobei man nach diesen zwei Stunden langsam zu dem Schluss kommen könnte, dass der eigentliche Preis im Sommerhaus darin besteht, möglichst früh wieder ausziehen zu können. Was nützen einem 50.000 Euro, wenn der Social-Media-Ruf in den Keller gerutscht ist?

Quelle: ntv.de, vmd

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