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Staatsanwaltschaft ermittelt: Stauffenberg-Enkel wirft Kabarettist Steimle „Geschichtsklitterung“ vor

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 16, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Staatsanwaltschaft ermitteltStauffenberg-Enkel wirft Kabarettist Steimle „Geschichtsklitterung“ vor

Ulrich Siegmund, Tino Chrupalla und Uwe Steimle (v. l. n. r.) bei einer Veranstaltung der AfD Sachsen-Anhalt. (Foto: picture alliance/dpa)

„Wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht“, fragt Uwe Steimle mit Blick auf Kanzler Merz während eines Kabarett-Auftritts auf einem AfD-Event. Der Stauffenberg-Enkel reagiert empört und spricht von einer „Verharmlosung des Dritten Reichs“.

Ein Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg hat die Erwähnung seines Großvaters durch den Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung scharf kritisiert. „Ich bin sprachlos. Das ist Geschichtsklitterung par excellence“, sagte Karl Graf von Stauffenberg der „Bild“-Zeitung. Sein Großvater habe versucht, „Recht, Ordnung und Freiheit wiederherzustellen“. Nun werde sein Großvater „in den Schmutz gezogen – es ist ganz grauenhaft“.

Der Kabarettist Steimle hatte bei der AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt als Kabarettist gefragt: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht.“ Claus Schenk Graf von Stauffenberg war ein deutscher Wehrmacht-Oberst und zentraler Kopf des militärischen Widerstands gegen Adolf Hitler. Am 20. Juli 1944 scheiterte ein geplantes Attentat auf Hitler.

„Man kann von Herrn Merz halten, was man will. Aber ihn mit Adolf Hitler gleichzusetzen, ist ganz schlimm“, sagte der Stauffenberg-Enkel der Boulevard-Zeitung. Dies sei eine „Verharmlosung des Dritten Reichs“.

Nach Steimles Aussagen über Merz und Altkanzlerin Angela Merkel leitete die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau Ermittlungen gegen den Kabarettisten ein. Man habe ein Verfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs eingeleitet, bestätigte eine Sprecherin. Dabei geht es um „die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“.

Über das neue Porträtbild von Merkel für die Kanzlergalerie in der Regierungszentrale hatte der Kabarettist gesagt, die Christdemokratin habe sich für eine Darstellung im Stehen entschieden, „weil sie ahnt, sie wird bald sitzen“. Er schob hinterher: „Im Moment hängt sie erst mal.“ Und wenn der Nagel breche, „dann stellen wir sie an die Wand. Also uns wird schon was einfallen.“ Von Stauffenberg wurde nach dem gescheiterten Putschversuch im Innenhof des Bendlerblocks in Berlin durch ein Erschießungskommando hingerichtet.

Die AfD-Veranstaltung wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgte auch deshalb für Empörung, weil dort die DDR-Nationalhymne gesungen wurde – erst danach kam die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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