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Startseite»Nachrichten»Stark steigende Beiträge: Private Krankenversicherung: So viel kann man durch einen Tarifwechsel sparen
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Stark steigende Beiträge: Private Krankenversicherung: So viel kann man durch einen Tarifwechsel sparen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 28, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stark steigende Beiträge Private Krankenversicherung: So viel kann man durch einen Tarifwechsel sparen

28.08.2026, 10:00 Uhr

Ein Gastbeitrag von Roland Klaus
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Versicherte können jederzeit innerhalb ihrer privaten Krankenversicherung in einen anderen Tarif wechseln und dabei ihre Altersrückstellungen behalten. (Foto: imago stock&people)

Für viele Kunden privater Krankenversicherungen werden die Beiträge gerade im Alter zur Belastung. Ein interner Tarifwechsel kann deutliche Ersparnisse bringen. Drei Beispiele aus der Praxis.

Vor rund einem halben Jahr haben wir an dieser Stelle eine Möglichkeit vorgestellt, mit der viele privat Krankenversicherte ihren Beitrag senken können, ohne signifikant auf Leistung zu verzichten. Möglich macht dies ein sogenannter Tarifwechsel innerhalb der eigenen Krankenversicherung.

Der Versicherte wechselt also nicht zu einer anderen privaten Krankenversicherung und erst recht nicht zu einer gesetzlichen Krankenkasse, weil dies seine angesparten Altersrückstellungen gefährden und deutlich schlechtere Leistungen bringen würde. Stattdessen lässt er von einem unabhängigen Spezialisten prüfen, ob es innerhalb seiner privaten Krankenversicherung einen anderen Tarif gibt, der bei vergleichbarer Leistung deutlich günstiger ist.

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Roland Klaus ist Gründer der Interessengemeinschaft Widerruf. Sie hilft bei der Durchsetzung von Verbraucherrecht in Finanzfragen und wird dabei von spezialisierten Anwälten unterstützt.

Die Resonanz auf unseren Beitrag war gewaltig. Nun wollen wir an einigen konkreten Beispielen, die wir in der Praxis umgesetzt haben, zeigen, welches Sparpotenzial in einem Tarifwechsel wirklich stecken kann.

Fall 1: Angestellter, 57 Jahre alt, versichert bei AXA, Ersparnis 222 Euro monatlich

Der Kunde ist seit vielen Jahren bei der Axa versichert. Sein Tarif wurde jedoch vor einiger Zeit geschlossen und nimmt keine neuen Versicherten mehr auf. Das bedeutet: Das Durchschnittsalter der Versicherten innerhalb des Tarifs steigt und die Kosten wachsen überproportional. Durch den Wechsel in einen neueren Tarif zahlt der Angestellte nun 757 Euro monatlich und somit 222 Euro weniger. Die Leistungen des neuen Tarifs weichen nur im Detail von jenen des alten Tarifs ab und sind insgesamt marginal schlechter. So werden beispielsweise für einen Heilpraktiker nur 80 anstatt 100 Prozent erstattet.

Fall 2: Selbstständiger, 62 Jahre alt, versichert bei Generali, Ersparnis mindestens 234 Euro monatlich

Auch bei der Generali macht sich der Effekt des neuen Tarifs bemerkbar. Dadurch, dass der Tarif von der Versicherung aktiv vermarktet und beworben wird, strömen viele jüngere Kunden hinein, die vergleichsweise geringe Kosten verursachen. Unser Selbstständiger kann somit seinen Beitrag von 780 auf 323 Euro senken. Im Gegenzug steigt der Selbstbehalt jedoch deutlich auf 3000 Euro pro Jahr. Effektiv bleibt eine Ersparnis von 234 Euro, die deutlich steigen kann, wenn der Selbstbehalt in einem Jahr nicht voll ausgeschöpft wird. Der neue Tarif bietet minimale Verschlechterungen, beispielsweise sinkt die Kostenübernahme für Zahnersatz etwas und Inlays werden nur zu 90 Prozent übernommen statt bisher zu 100 Prozent.

Fall 3: Rentner, 82 Jahre alt, versichert bei DKV, Ersparnis 656 Euro monatlich

Eine besonders spektakuläre Ersparnis gelingt bei einem Rentner, der bereits seit rund 50 Jahren bei der DKV versichert ist. Durch die hohen Altersrückstellungen sinkt der monatliche Beitrag von 738 Euro auf sage und schreibe 22 Euro. Das ist kein Druckfehler, sondern der Tatsache geschuldet, dass durch das fortgeschrittene Alter des Versicherten im neuen Tarif die angesparten Altersrückstellungen besonders stark aufgelöst werden. Der Selbstbehalt steigt von 480 auf 1200 Euro im Jahr, sodass eine effektive monatliche Ersparnis von 656 Euro übrigbleibt. Dafür müssen allerdings gewisse Leistungsverschlechterungen in Kauf genommen werden. In diesem Fall ist es vor allem die Umstellung auf das sogenannte Primärarztprinzip. Das bedeutet, dass Leistungen nur dann vollständig von der DKV übernommen werden, wenn der Kunde zunächst einen Hausarzt konsultiert, der ihn dann bei Bedarf weiter überweist.

Krankenversicherungen zeigen selten gute Wechselchancen auf

Die genannten Fälle zeigen, welche Ersparnisse durch einen Tarifwechsel möglich sind. Gerade im Alter, wenn die hohen Beiträge für eine private Krankenversicherung besonders stark aufs Budget drücken, kann ein Tarifwechsel für erstaunliche Ersparnisse sorgen. Leider machen nach unserer Erfahrung die meisten Krankenversicherungen nicht von sich aus ausreichend auf solche Wechselmöglichkeiten aufmerksam, obwohl sie vom Gesetz dazu verpflichtet sind, dies bei einer Beitragserhöhung für Versicherte ab 60 Jahren zu tun.

Wie wichtig Beitragsoptimierungen sind, werden spätestens die Neuberechnungen der Beiträge für 2027 zeigen, die bei den meisten Versicherungen Ende dieses Jahres vorgenommen werden. Wir rechnen dabei in vielen Fällen wieder mit prozentual zweistelligen Beitragserhöhungen.

Umso sinnvoller ist, dass Versicherte selbst aktiv werden und einen Tarifwechsel durch einen unabhängigen Spezialisten prüfen lassen. Eine entsprechende Ersteinschätzung ist beispielsweise kostenlos und unverbindlich bei der Interessengemeinschaft Widerruf möglich. Die Kosten betragen in der Regel die Ersparnis des Kunden für die ersten 12 Monate, im Einzelfall auch etwas weniger. Wenn also der Kunde 200 Euro pro Monat spart, dann betragen die Kosten 2400 Euro. Dafür gibt es eine lebenslange Optimierung. Falls also irgendwann erneute Tarifwechsel sinnvoll erscheinen, werden diese vorgenommen, ohne dass weitere Kosten anfallen.

Über den Autor: Roland Klaus ist Gründer der Interessengemeinschaft Widerruf. Sie hilft bei der Durchsetzung von Verbraucherrecht in Finanzfragen und wird dabei von spezialisierten Anwälten unterstützt.

Quelle: ntv.de

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