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Startseite»Nachrichten»„Stehen kurz vor Vereinbarung“: Trump bittet Netanjahu nach Irans Angriffen um Zurückhaltung
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„Stehen kurz vor Vereinbarung“: Trump bittet Netanjahu nach Irans Angriffen um Zurückhaltung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Stehen kurz vor Vereinbarung“Trump bittet Netanjahu nach Irans Angriffen um Zurückhaltung

Trump sieht einen Deal mit Teheran in greifbarer Nähe. (Foto: AP Photo/Mark Schiefelbein)

Der Waffenstillstand im Nahen Osten steht auf der Kippe. Nach israelischen Angriffen auf Beirut feuert der Iran Raketen auf Israel ab. US-Präsident Trump will Netanjahu davon abhalten, Vergeltung zu üben. Der soll widerstrebend zugestimmt haben.

Die Lage im Iran-Krieg hat sich wieder deutlich zugespitzt. Der Iran beschoss Israel mit Raketen, nachdem Israel erstmals seit dem US-Waffenstillstandsplan wieder Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen hatte. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, der Libanon müsse nicht Teil eines kurzfristigen Abkommens mit dem Iran sein. Am Abend war Trump einem Medienbericht zufolge dann bemüht, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu von einem militärischen Gegenschlag auf den Iran abzuhalten. Er werde Netanjahu anrufen und ihn dazu drängen, auf Vergeltung zu verzichten, schrieb das Nachrichtenportal Axios.

Axios-Reporter Barak Ravid berichtete nach dem Telefonat mit Verweis auf einen US-Beamten, Trump habe Netanjahu gebeten, vorerst von Maßnahmen abzusehen, da „wir kurz davor stehen, etwas Gutes in Bezug auf eine Vereinbarung mit dem Iran zu erreichen“. Netanjahu habe sich zunächst widersetzt, aber letztendlich „mehr oder weniger zugestimmt“, sagte der amerikanische Beamte laut Axios. Der US-Beamte sagte demnach, das Gespräch sei in ruhigem Ton geführt worden.

Israel zufolge wurden alle iranischen Raketen abgefangen. Berichte über Schäden gab es zunächst nicht. Trump zeigte sich über Israels Angriffe auf Beirut verärgert. „Ich bin darüber nicht erfreut“, sagte er dem Sender Fox News. An den Iran gerichtet erklärte er: „Sie haben ihre Raketen abgefeuert, das reicht, kehren Sie an den Verhandlungstisch zurück und schließen Sie ein Abkommen.“ Die jüngste Eskalation sei für Verhandlungen nicht hilfreich. Eigentlich sei er davon ausgegangen, dass ein finales Abkommen mit dem Iran am Montag, Dienstag oder Mittwoch unterzeichnet werden könne.

Israel: Es gibt eine Reaktion, wenn auch nicht sofort

Die iranische Führung drohte unterdessen, US-Stützpunkte und israelische Einrichtungen seien legitime Ziele. Die jüngsten feindseligen Handlungen seien eine Verletzung der Vereinbarungen über den Libanon, schrieb der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. Ein israelischer Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Israel werde auf jeden Angriff auf sein Territorium reagieren. Dies werde als Gelegenheit betrachtet, die Militäroffensive wieder aufzunehmen. Ein israelischer Sicherheitsvertreter erklärte gegenüber der Zeitung „Israel Hayom“, Israel werde auf die jüngsten iranischen Angriffe mit ballistischen Raketen reagieren, „auch wenn dies nicht unmittelbar geschieht“.

Netanjahu sagte, die Bombardierung der südlichen Vororte Beiruts sei eine Reaktion auf den Beschuss durch die Hisbollah-Miliz gewesen. Trump hatte in der vergangenen Woche massiven Druck auf Netanjahu ausgeübt, die Einsätze im Libanon zurückzufahren, um den Weg für ein Friedensabkommen mit dem Iran zu ebnen. Dabei soll er Netanjahu in einem Telefonat auch beschimpft haben. Die Regierung in Teheran macht ein Abkommen mit den USA von einer Waffenruhe im Libanon abhängig. Israel war dort im März einmarschiert, um die vom Iran unterstützte Hisbollah zu bekämpfen.

Teheran droht wegen eingefrorener Milliarden

Der umfassendere Konflikt dauert nunmehr 100 Tage. Trump hatte im Februar gemeinsam mit Israel Luftangriffe gegen den Iran gestartet. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders NBC drohte der US-Präsident dem Iran erneut mit massiver militärischer Gewalt, sollte es nicht bald zu einer Einigung kommen. „Wir stehen kurz vor einem Abkommen, oder ich werde sie in Grund und Boden bomben“, sagte er. Ähnlich hatte sich Trump schon wiederholt geäußert. Seit April herrscht in dem Krieg ein Patt. Der Iran blockiert den Großteil der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, während Washington iranische Häfen abriegelt. Am Samstag hatten US-Streitkräfte iranische Radaranlagen an der Küste angegriffen, nachdem der Iran Drohnen gestartet hatte. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten daraufhin, sie hätten als Vergeltung US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain attackiert.

Trump fordert, dass ein Abkommen den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen hindern muss. Er steht unter Druck, strengere Bedingungen durchzusetzen als beim Atomabkommen von 2015, das er später aufgekündigt hatte. Teheran verlangt die Aufhebung von Sanktionen, die Anerkennung seines Einflusses auf die Straße von Hormus sowie die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte in Milliardenhöhe. Einem Insider zufolge erwägt Washington jedoch, diese Gelder den Golfstaaten zur Verfügung zu stellen, um von iranischen Angriffen verursachte Schäden zu beheben. Der stellvertretende iranische Außenminister Kasem Gharibabadi bezeichnete ein solches Vorgehen als illegal und kündigte für diesen Fall Gegenmaßnahmen an.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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