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Täglich verzehrte Lebensmittel: Acht Zusatzstoffe könnten Bluthochdruck begünstigen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Täglich verzehrte LebensmittelAcht Zusatzstoffe könnten Bluthochdruck begünstigen

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich. (Foto: IMAGO/Zoonar)

Konservierungsmittel halten Lebensmittel länger frisch, könnten aber auch Allergien auslösen und langfristig die Entstehung von Krebs und Diabetes begünstigen. Eine Studie liefert nun Hinweise auf weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Acht häufig verwendete Stoffe in Lebensmitteln können das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Das hat ein Forschungsteam aus Frankreich in einer umfassenden Untersuchung festgestellt. Die Ergebnisse der Studie, die im European Heart Journal veröffentlicht wurden, stützen bisherige experimentelle Befunde. „Soweit wir wissen, ist dies die erste Studie ihrer Art, die die Zusammenhänge zwischen einer breiten Palette von Konservierungsstoffen und der Herz-Kreislauf-Gesundheit untersucht“, wird Anaïs Hasenböhler, die an der Studie beteiligt war, in einer Mitteilung zitiert.

Die Forschenden nutzten für die Untersuchung die Daten von mehr als 112.000 Freiwilligen, die an der laufenden Nutri-Net-Santè-Studie teilnahmen. Die Probanden und Probandinnen mit einem Durchschnittsalter von 42,8 Jahren hatten die Aufgabe, alle sechs Monate über einen Zeitraum von drei Tagen hinweg alles, was sie essen und trinken, genau zu dokumentieren. Im nächsten Schritt führten die Forschenden detaillierte Analysen zu den Inhaltsstoffen dieser Lebensmittel und Getränke durch und ermittelten die darin befindlichen Konservierungsstoffe. Insgesamt wurde die Gesundheit der Studienteilnehmenden durchschnittlich sieben bis acht Jahre lang beobachtet. So konnte festgestellt werden, ob sie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelten.

Bei den untersuchten Stoffen handelte es sich um Konservierungsstoffe, die vor allem das Wachstum von Mikroorganismen wie Schimmelpilzen und Bakterien verhindern. Sie werden mit den Nummern E 200 bis E 299 bezeichnet. Und um Antioxidantien, die, wie der Name schon sagt, die Oxidation, also die chemische Reaktion mit Sauerstoff, die Lebensmittel braun oder ranzig werden lässt, verhindern. Sie haben die Nummern E 300 bis E 399.

Je mehr Konservierungsstoffe, umso höher das Risiko

Die Auswertung ergab: Alle Beteiligten nahmen über Lebensmittel Konservierungsmittel und Antioxidantien zu sich. Die Teilnehmenden mit dem höchsten Konsum an Konservierungsstoffen hatten ein um 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck im Vergleich zu denjenigen mit dem geringsten Konsum. Zudem hatten sie ein um 16 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina pectoris, eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels.

Das Forschungsteam wollte es genauer wissen und untersuchte deshalb 17 der am häufigsten konsumierten Konservierungsstoffe einzeln. Es stellte sich heraus, dass acht davon in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Bluthochdruckrisiko stehen. Dabei handelte es sich um:

• Kaliumsorbat (E202)

• Kaliummetabisulfit (E224)

• Natriumnitrit (E250)

• Ascorbinsäure (E300)

• Natriumascorbat (E301)

• Natriumerythorbat (E316)

• Zitronensäure (E330)

• Rosmarinextrakte (E392)

Die Ascorbinsäure wurde speziell mit der Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich bei diesem Stoff um chemisch hergestelltes Vitamin C, einen lebenswichtigen Stoff, der vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann und wegen seiner antioxidativen Wirkungen verschiedene gesundheitsfördernde Effekte hat.

Auch wenn die Ergebnisse der Untersuchung keine kausalen Zusammenhänge zulassen, stellt sie doch wichtige Hinweise auf mögliche Wirkungen einer Reihe von Konservierungsstoffen in täglich verzehrten Lebensmitteln dar. Sie stützen zudem die bestehenden Empfehlungen, möglichst viele unverarbeitete Lebensmittel zu konsumieren, um so Zusatzstoffe zu vermeiden. Die Forschenden fordern angesichts ihrer Ergebnisse die zuständigen Behörden auf, die Risiken und Vorteile dieser Lebensmittelzusatzstoffe neu zu bewerten, um so den Schutz für Verbraucher und Verbraucherinnen zu stärken.

Quelle: ntv.de, jaz

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