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Startseite»Nachrichten»Testphase läuft bereits: Türkei will erstes Atomkraftwerk des Landes mit russischer Hilfe starten
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Testphase läuft bereits: Türkei will erstes Atomkraftwerk des Landes mit russischer Hilfe starten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 6, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Testphase läuft bereitsTürkei will erstes Atomkraftwerk des Landes mit russischer Hilfe starten

Wladimir Putin (vorne links) neben Recep Tayyip Erdogan beim Baustart des Kernkraftwerks. (Foto: picture alliance / Mikhail Klimentyev/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa)

Mit dem neuen Kernkraftwerk Akkuyu deckt die Türkei künftig rechnerisch den Strombedarf der Metropole Istanbul ab. Obwohl das geplante Atommüll-Endlager bisher nicht errichtet ist, kündigt Präsident Erdogan bereits den Bau weiterer Reaktoren an.

Der türkische Energieminister hat die baldige Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks Akkuyu angekündigt. Derzeit befinde sich der erste Reaktor der Anlage in einer intensiven Testphase, sagte Minister Alparslan Bayraktar laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei der Vorstellung des Prüfberichts der türkischen Energiepolitik, der gemeinsam mit der Internationalen Energieagentur (IEA) erstellt wurde. Ein genaues Startdatum des regulären Kernkraftwerk-Betriebs nannte der Energieminister nicht. Vergangene Woche hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über den Ausbau der gemeinsamen Atomenergieprojekte gesprochen.

Das erste türkische Atomkraftwerk entsteht nahe dem Dorf Akkuyu in der Mittelmeer-Provinz Mersin. Im Mai 2010 hatten die Regierungen in Ankara und Moskau dazu ein Abkommen unterzeichnet. Federführend ist der russische Staatskonzern Rosatom. Der erste von vier Reaktoren sollte ursprünglich bereits 2025 in Betrieb gehen, die Gesamtkosten des Werks werden auf 20 Milliarden US-Dollar (17,2 Mrd Euro) geschätzt. Nach seiner Fertigstellung soll das Atomkraftwerk rund zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs decken – in etwa der Verbrauch der Millionenmetropole Istanbul.

Bei einem Treffen zwischen Präsident Putin und Präsident Erdogan auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgistan vergangene Woche kündigte Erdogan an, dass mit der Eröffnung des Akkuyu-Atomkraftwerks auch erste Schritte zur Inbetriebnahme weiterer Kraftwerke unternommen würden. „Wir befinden uns mitten in diesen Vorbereitungen“, sagte Erdogan. Die Türkei erklärt den Ausbau der Atomenergie mit dem Ziel der Dekarbonisierung ihrer Energieproduktion. Das Land ist stark abhängig von Energieimporten.

Die oppositionsnahe Nachrichtenagentur Anka meldete unter Bezug auf Vertreter des Energieministeriums, dass der Bau eines Lagers für den anfallenden Atommüll im Bezirk Polatli bei der Hauptstadt Ankara geplant sei. Das Zentrum solle spätestens 2035 in Betrieb genommen werden. Von staatlicher Seite wurden der Bau bisher nicht bestätigt.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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