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Startseite»Nachrichten»Tote und Vermisste bei Sturzflut: Nepal schaufelt Massengräber für nicht identifizierbare Opfer
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Tote und Vermisste bei Sturzflut: Nepal schaufelt Massengräber für nicht identifizierbare Opfer

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 31, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Tote und Vermisste bei SturzflutNepal schaufelt Massengräber für nicht identifizierbare Opfer

In vielen Fällen können die Rettungskräfte nur noch Leichen bergen. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Nach dem Abbruch eines Gletschers an der Grenze zu China kommen in Nepal mehr als 750 Menschen ums Leben. Zahlreiche Menschen werden immer noch vermisst. Um die oft unbekannten Toten später identifizieren zu können, entnehmen die Behörden DNA-Proben.

Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Himalaya haben die Behörden in Nepal mit der Massenbestattung Hunderter nicht identifizierter Opfer begonnen. Im ländlich geprägten Distrikt Chitwan wurden im Devghat-Wald am Samstag 96 Leichen beigesetzt, für den heutigen Sonntag ist die Bestattung von mehr als 100 weiteren Toten geplant.

Die Leichname waren durch die Wassermassen fast 200 Kilometer weit aus den Katastrophengebieten im Distrikt Rasuwa in die Ebene geschwemmt worden. Bei dem Unglück am Mittwoch, das durch den Abbruch eines Gletschers an der Grenze zu China ausgelöst worden war, kamen schätzungsweise 750 Menschen ums Leben. Mehr als 3000 weitere sind zudem noch vermisst.

Die Behörden sahen sich wegen der schnellen Verwesung der Leichen im Wasser zum Handeln gezwungen. „Wir hatten keine andere Wahl und mussten diesen Schritt tun“, sagte der Bezirkschef von Bharatpur in Chitwan, Ganesh Arya. Es habe die Sorge bestanden, dass die rasch zerfallenden Leichname die öffentliche Gesundheit gefährden könnten. Der Devghat-Wald, der zuvor ein beliebter Ort für Ausflüge war, dient nun als provisorischer Friedhof.

Mehr als die Hälfte der geborgenen Toten sei nicht mehr zu identifizieren, sagte Polizeiinspektor Anil Thapa, der eine der Sammelstellen leitet. Viele hätten keine erkennbaren Gesichter mehr. Die Arbeit belaste die Helfer schwer. „Wenn ich hierher zum Dienst komme, vergeht mir jeder Appetit“, erklärte Thapa, dessen Uniform von Schweiß durchtränkt war. „An Nahrung ist gar nicht zu denken, und ich habe nicht einmal Lust, Wasser zu trinken.“

Um die Toten später identifizieren zu können, entnehmen die nepalesischen Behörden DNA-Proben und dokumentieren jedes Grab präzise mit ober- und unterirdischen Markierungen sowie genauen Standortdaten. Ein forensisches Team aus Indien unterstützt den Einsatz, zudem steht das Land mit Experten aus China in Kontakt.

Im Krankenhaus von Bharatpur stapelten sich die Leichensäcke, die Kühlkapazitäten waren völlig überlastet. In der dortigen Leichenhalle, die für 50 Verstorbene ausgelegt ist, lagen rund 125 Leichname auf dem Boden. Vor dem Gebäude, aus dem starker Verwesungsgeruch drang, wurden drei Zelte aufgestellt, in denen unter anderem das Rote Kreuz Hilfe anbot.

Die Bergungsarbeiten liefen auf Hochtouren. Am Sonntag gegen 10 Uhr standen sechs Rettungswagen vor einer provisorischen Sammelstelle, während ein weiteres Fahrzeug mit 13 geborgenen Leichen eintraf. Hunderte Angehörige versammelten sich währenddessen am Ausstellungszentrum von Chitwan, wo Fotos der Opfer zur Identifizierung gezeigt werden. Viele der wartenden Familien waren mit Gepäck aus weit entfernten Regionen angereist, um Gewissheit über das Schicksal ihrer vermissten Verwandten zu erhalten.

Quelle: ntv.de, bho/rts

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