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Startseite»Politik»Trump droht Huthi und Iran „militärische Bestrafung“ an
Politik

Trump droht Huthi und Iran „militärische Bestrafung“ an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 23, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 23.07.2026 • 15:57 Uhr

Die Huthi-Angriffe auf Tanker im Roten Meer und die gegenseitigen Attacken zwischen den USA und Iran sorgen international für Besorgnis. Auch die Märkte reagieren: Der Ölpreis steigt über 100 US-Dollar.

Die Spannungen im Nahen Osten nehmen angesichts verstärkter Aktivität der jemenitischen Huthi-Miliz weiter zu. US-Präsident Donald Trump reagierte nun auf die Entwicklungen der letzten Tage und drohte der Miliz eine „bedeutende militärische Bestrafung“ an, sollte diese erneut angreifen. Auch Iran würde in solch einem Fall zur Verantwortung gezogen werden, da Teheran als der engste Verbündete der Huthi gilt.

Zuvor hatten die Huthi nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Schiffe beschossen, nachdem sie eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt hatten. Riad sprach von einem angegriffenen Schiff.

Die Märkte reagierten Nervös auf den neuen Schauplatz im Nahost-Krieg: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent überschritt die symbolische Marke von 100 US-Dollar – der höchste Stand seit Anfang Juni.

Rubio: Huthi sind Teheran „auf den Leim gegangen“

Die Huthi-Miliz hat sich nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio von Teheran zu ihren jüngsten Angriffen verleiten lassen. „Ich glaube, dass die Huthi offen gesagt den Iranern in dieser Sache auf den Leim gegangen sind“, sagte Rubio am Rande des Außenministertreffens der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN in der philippinischen Hauptstadt Manila. Bisher habe sich die Miliz „weitestgehend klug“ verhalten und habe sich aus dem Konflikt herausgehalten, sagte Rubio.

Rubio warf Iran vor, Vereinbarungen mit den Vereinigten Staaten systematisch zu brechen. Die USA hätten sich an ihre Zusagen gehalten, während die Führung in Teheran Abkommen immer wieder verletze, sagte Rubio. Die US-Streitkräfte hatten zuvor die zwölfte Nacht in Folge Ziele in Iran attackiert. Die Angriffe sollten künftige Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute verhindern, hieß es.

Das iranische Militär reagiert immer wieder mit Angriffen auf US-Ziele in den Golfstaaten und Jordanien. Zuletzt ist ein Grenzübergang zwischen Kuwait und dem Irak nach Angaben des kuwaitischen Verteidigungsministeriums von Drohnen angegriffen worden.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi verurteilte das „irrationale, überzogene und herrische“ Vorgehen der USA. Auf dieses habe Iran mit „starken Reaktionen“ geantwortet, sagte der Außenminister im Staatsfernsehen. Ein Sprecher der iranischen Armee sagte laut dem Staatsfernsehen, die Vergeltungsangriffe würden „so lange weitergehen, wie die Angriffe der USA auf die Infrastruktur und die Küstengebiete des Landes weitergehen“.

Internationale Appelle zur Deeskalation im Roten Meer

Der als Vermittler agierende Oman erklärte, an einer Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den Huthi und Saudi-Arabien zu arbeiten. Das Außenministerium in Maskat äußerte „große Besorgnis“ über die Lage im Roten Meer. Die Länder der ASEAN forderten zum Abschluss des Außenministertreffens in Manila die Freiheit der Schifffahrt. Die Mitgliedstaaten leiden teils unter Kraftstoffmangel.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte die Huthi auf, ihre Drohungen gegen den internationalen Schiffsverkehr zu beenden. Die Seeblockade sei eine Gefahr für die regionale Stabilität und eine gefährliche Eskalation, erklärte Kallas. Kallas betonte, dass der EU-Marineeinsatz „Aspides“ weiter bereit sei, die Freiheit der Schifffahrt im Roten Meer und den angrenzenden internationalen Gewässern zu schützen. Auch Frankreich appellierte an die Huthi, die Angriffe einzustellen.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius äußerte sich nach den Angriffen auf Öltanker besorgt. „Das geht ganz eindeutig in die falsche Richtung“, warnte er. „Das Ganze hat fatale Folgen für die Menschen in der Region, aber eben auch für alle Länder der Welt, die von Energielieferungen und anderen Lieferungen aus der Region abhängen.“

Verhandeln chinesische Tanker mit den Huthi?

Die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) zählte bisher sieben Schiffe, die nach den jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz ihren Kurs änderten, um eine Durchfahrt der Meerenge Bab al-Mandab zu vermeiden. Die Passage zwischen dem Jemen und dem afrikanischen Kontinent verbindet den indischen Ozean mit dem Roten Meer und über den Suezkanal mit dem Mittelmeer. Die Miliz kontrolliert vor allem den Norden und weite Gebiete im Westen des Jemen samt der dort liegenden Küstengebiete am Roten Meer.

Einem chinesischen Öltanker sei die Durchfahrt durch Bab al-Mandab jedoch genehmigt worden, berichtete das Fachmedium Lloyd’s List. Chinesische Tanker, die vom saudischen Hafen Janbu im Roten Meer zurückkehrten, könnten womöglich von Fall zu Fall mit der Miliz über eine Durchfahrt verhandeln.

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Dr. Heinrich Krämer
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