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Startseite»Nachrichten»Trump steht vor Problem: US-Dieselpreis steigt auf historisches Hoch
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Trump steht vor Problem: US-Dieselpreis steigt auf historisches Hoch

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 11, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Trump steht vor ProblemUS-Dieselpreis steigt auf historisches Hoch

Die meisten tanken zwar Benzin, aber: Viele US-Amerikaner haben keine gute Laune beim Blick auf die Dieselpreise. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

6,00 US-Dollar. So viel hat Diesel im landesweiten Durchschnitt pro Gallone (3,785 Liter) noch nie in den USA gekostet. Der Krieg von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran hat die Spritpreise rapide ansteigen lassen. Ein Überblick zu den Auswirkungen für die Vereinigten Staaten.

Warum ist Diesel überhaupt so teuer?

Grundsätzlich trägt die Energiekrise infolge des weiterhin gestörten Ölhandels durch die Straße von Hormus zu der Verteuerung bei. Durch den Iran-Krieg gelangt aus dieser Region kaum Rohöl auf den Weltmarkt, das knappe Angebot führt zu höheren Preisen. Am Donnerstag war der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im November erstmals seit Mai wieder auf 108 US-Dollar geklettert, nachdem der Krieg zwischen den USA und dem Iran militärisch wieder eskaliert war.

Im Detail setzt sich der Dieselpreis indes aus mehreren Komponenten zusammen. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde EIA sind das:

  • Kosten für den Einkauf von Rohöl Betriebskosten der Raffinerie

  • Kosten für Vertrieb, Marketing und Tankstellen

  • Steuern

Der Rohölpreis ist dabei der größte Kostenfaktor für Diesel. Zwischen 2004 und 2025 machte dieser etwa 51 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Einzelhandelspreises für Diesel an US-Autobahnen aus, heißt es. Zugleich stiegen die Vertriebskosten.

Dass Diesel auch historisch gesehen seit Jahren teurer ist als Benzin, liegt den Angaben nach unter anderem daran, dass die Nachfrage nach Diesel insbesondere in Europa, China, Indien und den Vereinigten Staaten größer ist und die Bundessteuer auf Diesel höher ausfällt als bei Benzin. Mit Benzin fährt ein großer Teil der Pkw-Flotte, mit Diesel jedoch fast sämtliche Transportfahrzeuge.

Wie belastet das die Firmen im Land?

Vor allem Branchen, die auf Diesel angewiesen sind, haben die erhöhten Ausgaben zu schultern. Laut einer Analyse des gemeinnützigen American Transportation Research Institute (ATRI) machten die Kraftstoffkosten 2025 etwa in der Lkw-Transportbranche ein Fünftel der durchschnittlichen Betriebskosten aus. Durch die fortwährende Eskalation im Nahen Osten und der dadurch entstandenen Energiekrise mit höheren Preisen dürfte sich der Anteil deutlich vergrößern.

Auch die EIA schärfte zuletzt ihre Prognosen für den Dieselpreis nach. Mittlerweile rechnet sie mit einem Durchschnittspreis in diesem Jahr von 5,07 US-Dollar pro Gallone, was 4,4 Prozent mehr ist als noch im August veranschlagt. Für 2027 gehen die Experten zwar davon aus, dass der Preis dann auf 4,40 US-Dollar pro Gallone fällt. Selbst das wären aber immer noch 8,2 Prozent mehr als noch bislang angenommen. Zum Vergleich: 2025 lag der Durchschnittspreis bei 3,66 US-Dollar.

In der Folge werden Speditionen, Bau-, Land- und Forstwirtschaft sowie andere auf Diesel angewiesene Branchen ihre erhöhten Ausgaben nur zum Teil auffangen können. Der Rest wird an Kunden weitergegeben, was im Klartext Preissteigerungen bedeutet. Betroffen dürften Lebensmittel, Alltagsgegenstände und sonstige Fracht sein.

Wie wirkt sich das auf die US-Bevölkerung aus?

Auf den ersten Blick ist die Bevölkerung nicht vom Preisanstieg bei Diesel betroffen, da die Autofahrernation für gewöhnlich ihre Fahrzeuge mit „Regular“, also Benzin, betankt. Und dennoch: Der Iran-Krieg lässt auch die Benzinpreise nach oben schießen. Am Donnerstag kostete der Kraftstoff durchschnittlich 4,277 Dollar. Ein Jahr zuvor mussten die Amerikaner noch 3,1938 Dollar pro Gallone bezahlen.

Im Vergleich zu Deutschland ist das Tanken in den USA immer noch günstig. Umgerechnet auf Liter und Euro liegt der aktuelle US-Benzinpreis bei etwa 97 Cent und Diesel bei circa 1,37 Euro. Nach ADAC-Angaben kostete die Sorte E10 im deutschen Mittel zuletzt 2,259 Euro pro Liter. Für Diesel mussten Autofahrer 2,321 Euro pro Liter zahlen.

Gravierender sind in den USA dagegen die Folgen durch die hohe Inflation, die durch die Energiekrise verschärft wird. Die Teuerungsrate in den USA liegt ohnehin schon seit mehr als fünf Jahren über dem von der US-Notenbank Federal Reserve angestrebten Ziel von zwei Prozent.

Wann wird Sprit in den USA wieder günstiger?

Eine baldige Besserung der Situation ist aufgrund des festgefahrenen Konfliktes zwischen Washington und Teheran nicht in Sicht. Dass Benzin absehbar günstiger werden könnte, glaubt selbst Trump nicht mehr. „Ich denke, es wird etwas länger dauern als bis zu den Midterms“, sagte er auf die Journalistenfrage, wann Benzin wieder auf einen Preis von unter zwei Dollar die Gallone fallen werde. Dabei hatte der Republikaner vor Monaten noch behauptet, dass die Preise zeitnah „wie ein Stein“ nach unten fallen würden.

Dass kein Ende abzusehen ist, dürfte auch daran liegen, dass es keine zwei Monate mehr bis zu den wichtigen Parlamentswahlen in seinem Land dauert. Trump muss sich über kurz oder lang entscheiden, ob er seiner Partei den Rücken stärken will – oder überhaupt kann -, oder ob er seine Aufmerksamkeit der Außenpolitik widmen möchte.

Unter den Wählerinnen und Wählern dürften die seit Wochen hohen Spritpreise kaum für Begeisterung sorgen, und für die ohnehin niedrigen Zustimmungswerte für Trump und seine Politik dürfte sein jüngstes Eingeständnis kaum eine Hilfe sein.

Quelle: ntv.de, Khang Mischke, dpa

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