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Startseite»Nachrichten»Über die letzten 15 Jahre: Studie: Ungleichheit bei Vermögen in Deutschland nimmt leicht ab
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Über die letzten 15 Jahre: Studie: Ungleichheit bei Vermögen in Deutschland nimmt leicht ab

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Über die letzten 15 JahreStudie: Ungleichheit bei Vermögen in Deutschland nimmt leicht ab

Die geringe Wohneigentumsquote trägt deutschlandweit zur vergleichsweise hohen Ungleichheit bei. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Im Vergleich zu manch anderem europäischem Land ist die Ungleichheit in Deutschland relativ groß. In den vergangenen 15 Jahren nimmt sie laut einer Studie jedoch ab. Um Menschen beim Vermögensaufbau zu unterstützen, haben die Macher mehrere Vorschläge.

Die Vermögensungleichheit in Deutschland hat sich entgegen anderslautenden Behauptungen in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten nicht weiter erhöht, sondern ist eher etwas zurückgegangen. Das zeigt eine noch unveröffentlichte Studie, die das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellt hat, über welche die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Zwar zeigten einschlägige Kennziffern, dass die Schere zwischen Arm und Reich vom Ende 90er-Jahre an bis zum Beginn der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 tatsächlich weiter auseinandergegangen sei. Seither sei die Entwicklung aber leicht rückläufig, heißt es in der Untersuchung.

Die Gründe dafür sind der Studie zufolge vielfältig. Zunächst einmal waren von den massiven Vermögensverlusten während der Krise Menschen mit viel Geld naturgemäß stärker betroffen als solche mit wenig. Zudem kamen in den nachfolgenden Jahren zwei Dinge zusammen: Wirtschaft und Realeinkommen der Beschäftigten wuchsen recht kräftig, zugleich sorgten ultraniedrige Zinsen für eine sinkende Verschuldung. Viele Normalverdiener konnten so ihr Nettovermögen, also die Summe aller Besitztümer abzüglich möglicher Kredite etwa für das Haus, das Auto oder die neue Küche, steigern.

Weiterhin große Unterschiede bei Vermögen

Selbst die Corona-Pandemie trug zunächst spürbar zur Vermögensbildung bei, weil die Menschen ihr Geld nicht in Gaststätten und Theatern ausgeben konnten, sondern anlegten. Die anschließende Inflationsphase machte diesen Effekt allerdings wieder zunichte.

Dass die Nettovermögen der weniger betuchten Bevölkerungsgruppen relativ gesehen zeitweise deutlich stärker zulegten als die der oberen zehn Prozent, bedeutet natürlich nicht, dass es keine großen Unterschiede zwischen den Bundesbürgern gäbe. Im Gegenteil: Im Vergleich zu manch anderem europäischem Land ist die Ungleichheit in der Bundesrepublik sogar relativ groß.

Allerdings findet man das gleiche Muster auch in anderen einkommensstarken Ländern mit ausgeprägtem Sozialsystem, etwa in Skandinavien. Der Grund: Die Notwendigkeit, privat vorzusorgen, ist hier geringer als in einem Land wie England oder den USA. Zudem werden die finanziellen Ansprüche der Menschen gegenüber den Sozialversicherungen in den einschlägigen Statistiken nicht erfasst. Würden etwa die Rentenanwartschaften der Bürgerinnen und Bürger als Teil ihres Vermögens betrachtet, was sie ja de facto sind, wäre die Ungleichheit in Deutschland spürbar geringer.

Auffallend sind die großen Unterschiede auf regionaler Ebene. So ist das Nettovermögen in den süddeutschen Bundesländern mit 442.100 Euro mehr als zweieinhalbmal so hoch wie im Osten mit 169.100 Euro. Noch dramatischer wird der Unterschied, wenn man den Median betrachtet: Er liegt im Süden mit 189.000 Euro mehr als fünfmal so hoch wie im Osten, der auf gerade einmal knapp 36.000 Euro kommt.

Ein wesentlicher Grund dafür ist laut IW, dass die Menschen in den ostdeutschen Ländern erst 1990 richtig mit der Vermögensbildung beginnen konnten. Hinzu kommt die geringe Wohneigentumsquote, die auch deutschlandweit zur vergleichsweise hohen Ungleichheit beiträgt. Statt jedoch „Reiche“ stärker zu belasten, rät das IW dazu, die breite Masse der Bevölkerung beim Vermögensaufbau stärker zu unterstützen – etwa durch niedrigere Steuern und Gebühren beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung.

Quelle: ntv.de, lme

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