Mehrere Orte unter KontrolleUkraine meldet Befreiung von Hunderten Quadratkilometern Territorium
Kiews Militär befindet sich nicht nur in der Defensive. In diesem Jahr sollen über 700 Quadratkilometer in drei Regionen befreit worden sein. Auf das gesamte Territorium des Landes bezogen haben die russischen Invasoren aber dennoch etwas mehr Gebiet besetzt als verloren.
Die ukrainische Armee hat laut eigenen Angaben seit Januar dieses Jahres eine „erfolgreiche Offensivoperation“ in Richtung des Ortes Oleksandriwka durchgeführt. Dabei seien 756 Quadratkilometer mit 26 Ortschaften in den Regionen Dnipro, Donezk und Saporischschja befreit worden, teilte Armeechef Mychajlo Drapatyj dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit. Zum Vergleich: Insgesamt ist die Ukraine rund 600.000 Quadratkilometer groß, circa 120.000 Quadratkilometer stehen unter Kontrolle der russischen Invasoren.
Drapatyj beziffert die Zahl der getöteten russischen Soldaten im Rahmen der Offensive auf 9550. Zudem soll es mehr als 6600 Verwundete geben. Auch der „Austauschfonds“ der Ukraine sei aufgefüllt worden, so Drapatyj. Damit gemeint ist, dass russische Kriegsgefangene gemacht wurden, die im Gegenzug für ukrainische Gefangene eingetauscht werden können.
„Unsere Offensivoperation wurde klar und zielgerichtet durchgeführt – genau so, wie es festgelegt worden war“, so Drapatyj. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte die Informationen auf seinem Account. Drapatyj ist erst seit Kurzem im Amt, die bis August andauernde Operation wurde demnach unter seinem Vorgänger Oleksandr Syrskyj durchgeführt.
Minimale russische Zugewinne
Da die russischen Invasoren an anderen Stellen ukrainisches Gebiet besetzten konnten, hat die Ukraine trotz der größeren Offensive in Richtung Oleksandriwka in diesem Jahr insgesamt nicht mehr Territorium befreit als verloren. Die russischen Gebietsgewinne sind jedoch minimal. Im Juli sollen es laut den Analysten von Deepstate beispielsweise nur 36 Quadratkilometer gewesen sein, im Juni 84 und im Mai sogar nur 14.
Sollte das langsame Tempo anhalten, wird Russland weder in diesem noch im nächsten Jahr sein Ziel der Einnahme der gesamten Region Donezk erreichen. Die Ukraine will den Vormarsch komplett zum Erliegen bringen. Zudem fordert Kiew vom Militär weitere Offensivoperationen, um Territorium von den russischen Besatzern zu befreien.
