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Startseite»Politik»USA verhängen 25 Prozent Zoll auf viele Importe aus Brasilien
Politik

USA verhängen 25 Prozent Zoll auf viele Importe aus Brasilien

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 16, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 16.07.2026 • 14:37 Uhr

Die US-Regierung will zahlreiche Waren aus Brasilien künftig mit zusätzlichen Zöllen belegen. Washington begründet den Schritt mit angeblich unfairen Handelspraktiken. Brasilien kündigte Gegenmaßnahmen an.

Die USA verschärfen ihren Handelskonflikt mit Brasilien. Ab dem 22. Juli sollen auf zahlreiche Importe aus dem südamerikanischen Land zusätzliche Zölle in Höhe von 25 Prozent erhoben werden, teilte ein hochrangiger US-Regierungsbeamter mit.

Von den Maßnahmen ausgenommen sind demnach unter anderem Rindfleisch, Kaffee, Orangensaft, Erdöl und Gas sowie bestimmte Flugzeugteile. Dabei handelt es sich laut US-Regierung um Produkte, die in den Vereinigten Staaten nicht ausreichend verfügbar oder bei denen besonders sensible Lieferketten betroffen sind.

Washington wirft Brasilien unfaire Handelspraktiken vor

Die neuen Zölle folgen auf eine einjährige Untersuchung der US-Regierung. Dabei seien zahlreiche Handelspraktiken Brasiliens festgestellt worden, die aus Sicht Washingtons „unangemessen oder diskriminierend“ seien und den US-Handel beeinträchtigten.

Die USA kritisieren unter anderem Handelsvorteile Brasiliens gegenüber Ländern wie Indien und Mexiko. Außerdem wirft Washington den Südamerikanern vor, US-Technologieunternehmen und Finanzdienstleister durch Einschränkungen zu benachteiligen.

Sollte die brasilianische Regierung die beanstandeten Maßnahmen abschaffen, könnten die Zölle wieder aufgehoben werden, hieß es.

Brasilien kündigt Gegenmaßnahmen an

Die brasilianische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Es gebe keine Rechtfertigung für einseitige Maßnahmen gegen das Land, erklärte das Büro von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Brasilien werde mit eigenen Maßnahmen reagieren.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump setzt Zölle regelmäßig als wirtschaftliches und politisches Druckmittel ein. Sie sollen unter anderem Unternehmen dazu bewegen, Produktion in die USA zu verlagern und zusätzliche Einnahmen für den Staat erzielen.

Untersuchungen gegen Länder laufen

Seit der Oberste Gerichtshof der USA im Februar eine Vielzahl der von Trump angeordneten Zölle aufhob, stützt sich die Regierung verstärkt auf einen Passus eines Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974 – so auch im Fall Brasilien. Dieses Gesetz erlaubt die Verhängung von Zöllen, sofern unfaire Handelspraktiken festgestellt werden.

Entsprechende Untersuchungen laufen auch gegen Deutschland und andere europäische Länder. Der Vorwurf: Arzneimittel würden unrechtmäßig verbilligt, während US-Bürgerinnen und -Bürgern das Gros der Entwicklungskosten trügen.

Der Regierungsbeamte warnte die brasilianische Regierung davor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. „Sollten wir Vergeltungsmaßnahmen sehen, wären wir offen gesagt gezwungen, unser Vorgehen anzupassen.“

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