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Startseite»Nachrichten»„Verlorene Dekade“: Ifo-Chef Fuest fordert Kurswechsel bei Investitionen
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„Verlorene Dekade“: Ifo-Chef Fuest fordert Kurswechsel bei Investitionen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Verlorene Dekade“Ifo-Chef Fuest fordert Kurswechsel bei Investitionen

Das Konjunkturbild hat sich laut dem Bundeswirtschaftsministerium zur Jahresmitte leicht aufgehellt. Jüngste Indikatoren deuteten auf eine vorsichtige wirtschaftliche Stabilisierung hin. (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Die deutsche Wirtschaft braucht nach Einschätzung von Ifo-Präsident Clemens Fuest dringend neue Wachstumsimpulse. Trotz milliardenschwerer Staatsausgaben sieht er vor allem bei öffentlichen Investitionen und der Investitionsbereitschaft von Unternehmen erheblichen Handlungsbedarf.

Der Weg aus dem Konjunkturtal in Deutschland führt aus Sicht von Ifo-Chef Clemens Fuest über mehr Investitionen und Konsumfreude. „Es könnte dadurch nach oben gehen, dass wir binnenwirtschaftliche Impulse haben“, sagte er auf einer Veranstaltung des OECD Berlin Centre. Mit Blick auf das milliardenschwere Paket zur Stärkung der Infrastruktur, der Klimaneutralität und der Verteidigung verwies der Top-Ökonom darauf, dass der Staat bereits viel Geld in die Hand genommen habe: „Wir würden uns wünschen, dass das jetzt wirklich in öffentliche Investitionen fließt, denn die haben einen starken Konjunktureffekt.“ Leider würden aber viele Mittel in „Richtung konsumtiver Ausgaben verschoben“. Beim Kernhaushalt gelinge es der Bundesregierung bisher nicht, Investitionen zu stabilisieren: „Da muss noch mehr passieren“, forderte Fuest. Konsumtive Ausgaben sind staatliche Ausgaben, die den laufenden Betrieb finanzieren, aber keinen direkten Vermögensaufbau oder langfristige Investitionen schaffen.

Dennoch werde derzeit sehr viel Geld in die Wirtschaft gepumpt – auch im Rüstungsbereich. Dies sei einer der wenigen Bereiche, in denen im Moment Hochkonjunktur herrsche. Fuest verwies darauf, dass hier zunehmend Aufträge hereinkommen und immer mehr Startups aus dem Boden schießen. „Wenn man bei den öffentlichen Investitionen noch ein bisschen mehr drauflegt und wenn sich auch im Rüstungsbereich die Unternehmen entwickeln und eine gewisse Dynamik entsteht, ist das eine Stütze für die Konjunktur.“

Zudem gebe es noch kräftig steigende Lohneinkommen. Daher seien die Voraussetzungen für den Konsum „nicht so schlecht“. Deutschland leide jedoch an einem gravierenden Mangel an privaten Investitionen, die das Wirtschaftswachstum eigentlich antreiben sollten, so Fuest. Sie seien aber seit Jahren rückläufig. Laut dem Münchner Ökonomen befinden sie sich auf dem Niveau von 2015: „Wir haben eine verlorene Dekade hinter uns und sind mitten in einem wirtschaftlichen Niedergang, in dem sich private Investitionen immer mehr zurückziehen.“ Deshalb sei es die allerwichtigste Aufgabe, hier für eine Belebung zu sorgen.

Das Konjunkturbild hat sich laut dem Bundeswirtschaftsministerium zur Jahresmitte leicht aufgehellt. Jüngste Indikatoren deuteten auf eine vorsichtige wirtschaftliche Stabilisierung hin. Doch bleibe die Unsicherheit über den weiteren Konfliktverlauf im Nahen Osten hoch. Die hiesige Wirtschaft schaffte im ersten Quartal ein Wachstum von 0,3 Prozent. Vor allem die Exporte stiegen zu Jahresbeginn deutlich und stützten die Wirtschaftsleistung. 

Quelle: ntv.de, jki/rts

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