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Startseite»Nachrichten»Viele Afghanen, wenige Syrer: Zahl der Asylanträge in der EU sinkt erneut deutlich
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Viele Afghanen, wenige Syrer: Zahl der Asylanträge in der EU sinkt erneut deutlich

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Viele Afghanen, wenige Syrer Zahl der Asylanträge in der EU sinkt erneut deutlich

Politische Entwicklungen im Ausland beeinflussen die Zahl der in der EU gestellten Asylanträge. (Foto: imago/Rüdiger Wölk)

Der Trend setzt sich fort: Immer weniger Menschen beantragen Asyl in der EU. Die größte Gruppe stellen nach wie vor die Afghanen. Im gefragtesten Zufluchtsort Frankreich suchen jedoch vorwiegend Menschen aus Haiti Schutz, in Spanien Venezolaner. Die Zahl der flüchtenden Syrer sinkt spürbar.

Die Zahl der Asylanträge in der EU sowie in Norwegen und der Schweiz ist im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erneut zurückgegangen. Von Januar bis Juni zählte die Asylagentur der Europäischen Union insgesamt rund 332.000 neue Anträge, wie die Behörde auf Malta mitteilte. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 bedeutet dies ein Minus von 67.000 – fast 17 Prozent.

Deutschland liegt dabei erneut nicht mehr an der Spitze der Länder mit den meisten neuen Asylanträgen: 54.454 Anträge gingen nach Angaben der EUAA (European Union Agency for Asylum) bei den deutschen Behörden ein. Etwa 20 Prozent aller gestellten Asylanträge und damit die höchste Zahl entfiel auf Frankreich mit rund 69.000 Anträgen, gefolgt von Italien mit etwa 66.000 Anträgen, wie die Behörde mitteilte. Spanien liegt mit 54.732 Asylanträgen knapp vor Deutschland, das an vierter Stelle liegt.

Afghanen stellten demnach mit rund 39.000 Anträgen die größte Gruppe. An zweiter Stelle folgten Venezolaner mit etwa 33.000 Anträgen. Menschen aus Bangladesch blieben mit rund 20.000 Anträgen die drittgrößte Gruppe. Die Nationalitäten der Antragstellenden variierten jedoch stark mit dem Zielland: Während in Frankreich die größte Menge an Anträgen auf Menschen aus Haiti entfiel, war die größte Gruppe in Spanien diejenige der Venezolaner.

Politische Situation in Syrien beeinflusst Entwicklung

Der Rückgang hängt nach Angaben der Agentur unter anderem damit zusammen, dass sich die Zusammensetzung der Asylsuchenden verändert hat. Eine wichtige Rolle spielt dabei laut EUAA auch die politische Entwicklung in Syrien: Die dortige Situation befindet sich weiterhin im Wandel, was sich auch auf die Zahl der Menschen auswirkt, die aus diesem Land in der EU Asyl beantragen. So ging die Zahl der von Syrerinnen und Syrern gestellten Asylanträge um insgesamt 73 Prozent zurück, von 104.000 gestellten Anträgen auf 28.000.

Gleichzeitig arbeite die EU verstärkt mit Herkunfts- und Transitländern zusammen, was ebenfalls dazu beitrage, dass weniger Menschen einen Asylantrag in der EU stellten. Bei den Afghanen kommt hinzu, dass der ungewöhnlich starke Anstieg Ende 2025 teilweise auf wiederholte Anträge von Afghaninnen zurückging, die sich bereits in der EU aufhielten und deren Erstanträge zuvor abgelehnt worden waren.

Quelle: ntv.de, psa/dpa

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