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Startseite»Nachrichten»Von Feuerwehrleuten weggetragen?: Trump spinnt seine Story über Zeit nach 9/11-Terroranschlag weiter
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Von Feuerwehrleuten weggetragen?: Trump spinnt seine Story über Zeit nach 9/11-Terroranschlag weiter

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Von Feuerwehrleuten weggetragen?Trump spinnt seine Story über Zeit nach 9/11-Terroranschlag weiter

Trump hielt die Rede in der Nähe des Weißen Hauses. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

US-Präsident Trump erzählt gerne Geschichten – der Wahrheitsgehalt ist dabei oft zweitrangig. Kurz vor dem 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 lässt Trump bei einer Gedenkveranstaltung mit einer persönlichen Anekdote aufhorchen. Hat er wieder geflunkert?

US-Präsident Donald Trump hat bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des 11. September 2001 behauptet, zwei Feuerwehrleute hätten ihn von einem einsturzgefährdeten Gebäude in der Nähe des Anschlagsortes in New York City weggetragen, als er kurz nach dem Angriff auf das World Trade Center die Gegend besucht habe.

Er habe zu der Zeit ein großes Gebäude in New York bauen lassen und habe die „ganze Crew“ in die Gegend der Anschläge mitgenommen. Dann sprach der Republikaner über das frühere U.S. Steel Building, ein Wolkenkratzer in Manhattan mit dem Namen One Liberty Plaza. Das Gebäude lag direkt gegenüber vom World Trade Center. Laut Trump drohte das One Liberty Plaza einzustürzen, als er und seine Mitarbeiter vor Ort waren. Feuerwehrleute hätten ihn daraufhin unter den Armen gegriffen, weggebracht und gerettet.

„Wir dachten, es würde direkt auf uns herabstürzen, und zwei Feuerwehrmänner, große, kräftige Kerle – ich bin ja auch nicht gerade der kleinste Mann der Welt -, packten mich unter den Armen, sie sagten: ‚Wir müssen hier weg‘, und sie hoben mich buchstäblich hoch. Das ist gar nicht so einfach“, so Trump in seiner Rede. „Ich bin kräftig gebaut. Sie hoben mich hoch und rannten mit mir los. Ich sagte: ‚Leute, ich kann selbst laufen‘, aber sie waren einfach unglaublich. Sie dachten, es würde einstürzen. Es ist aber nicht eingestürzt.“

CNN-Faktenprüfer Daniel Dale schrieb auf X, dass es in den Tagen nach dem Anschlag tatsächlich Bedenken gab, dass das One Liberty Plaza einstürzen könnte. Die New Yorker Behörden hätten jedoch wiederholt versichert, dass es baulich stabil sei. Es gebe aber keine öffentlichen Belege dafür, dass Trump sich inmitten dieser Einsturzsorgen an dem Gebäude aufhielt – und schon gar nicht, dass er von Feuerwehrleuten weggetragen wurde.

Zweifel an Trumps Darstellungen zum 11. September

Dale zufolge hat Trump in unterschiedlicher Formulierung über die Jahre hinweg immer wieder behauptet, er sei in den Tagen nach dem 11. September 2001 mit einer großen Gruppe seiner Mitarbeiter am Ground Zero gewesen, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Personen, die vor Ort waren, hätten jedoch ausgesagt, dass sie weder ihn noch eine von Trump organisierte Gruppe vor Ort gesehen hätten. Von den Tagen nach dem Anschlag gibt es zwar Fotos und Videos von Trump in der Gegend – in einem makellosen Anzug – jedoch nicht auf dem eigentlichen Gelände der früheren Twin Towers.

Wie Dale schreibt, erzählte Trump bereits während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 eine Version dieser Geschichte, wonach er von großen Feuerwehrleuten am One Liberty Plaza in Sicherheit gebracht worden sei. Damals habe Trump jedoch gesagt, der angebliche Vorfall habe sich „ein paar Tage“ nach dem 11. September ereignet, und behauptet, das wackelige Gebäude sei „nicht so weit von uns entfernt“ gewesen. Laut dieser Geschichte von vor rund 10 Jahren war Trump also nicht am Tag der Anschläge vor Ort und auch nicht direkt am Gebäude.

Trump sah am Morgen der Anschläge meilenweit von den Twin Towers entfernt im Fernsehen, was sich anhand der Medienberichterstattung nachweisen lässt. Während am 11. September 2001 der Staub noch über Manhattan zog, gab Trump einem Lokalsender ein Interview. Darin sprach er über das Trump-Gebäude an der Adresse 40 Wall Street, das er 1995 erworben hatte. Nach dem Bau des World Trade Center in den 1970er Jahren sei der 71-stöckige Bau an der Wall Street nur noch der zweitgrößte Wolkenkratzer an der Spitze von Manhattan gewesen, sagte Trump. Er fügte hinzu: „Jetzt ist er der größte.“

Was Trump danach tat, ist umstritten: Laut „New York Times“ war die Behauptung des US-Präsidenten nur die jüngste Entwicklung in Trumps „wandelnder Darstellung seiner Handlungen am 11. September 2001 und der Zeit danach, als er als Immobilienmakler in New York City tätig war“.

Am 11. September 2001 kaperten Islamisten des Terrornetzwerks Al-Kaida Passagierflugzeuge und steuerten sie in das World Trade Center in New York. Beide Zwillingstürme stürzten ein. Ein weiteres Flugzeug schlug am Pentagon nahe Washington ein. Eine vierte Maschine, die die Terroristen offenbar in das Kapitol oder das Weiße Haus lenken wollten, stürzte im Bundesstaat Pennsylvania ab, weil sich Insassen wehrten. Die Anschläge mit insgesamt 2977 Todesopfern gingen unter dem US-Datumskürzel 9/11 in die Geschichte ein.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP

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