Gestern wurde die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon verlängert. Doch offenbar gibt es weiterhin Angriffe. Der Libanon meldet sechs Tote, nachdem ein Zivilschutzzentrum getroffen worden sei.
Bei einem Angriff im Südlibanon sind sechs Menschen getötet worden. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA sprach von einem israelischen Luftangriff, bei dem ein Zentrum des Zivilschutzes getroffen worden sei. Unter den Toten seien drei Sanitäter. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht dazu.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP meldete die Hisbollah neue Drohnenangriffe auf israelische Kasernen in der grenznahen nördlichen Stadt Kirjat Schmona, die seit Monaten wiederholt unter Beschuss stand.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Einigung über Verlängerung der Waffenruhe
Die Angriffe folgten kurz auf die Ankündigung, dass die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um weitere 45 Tage verlängert worden sei. Die brüchige Feuerpause gilt seit dem 17. April und wäre eigentlich Morgen ausgelaufen.
Unter Vermittlung der USA hatten deshalb Vertreter aus beiden Ländern in Washington zwei Tage lang verhandelt. Die Gespräche im US-Außenministerium sollen einem Sprecher zufolge am 2. und 3. Juni fortgesetzt werden. Dabei soll es dann um eine dauerhafte Friedenslösung zwischen Israel und dem Libanon gehen. Am 29. Mai wolle das Pentagon zudem Militärvertreter aus beiden Ländern zusammenbringen, hieß es.
Libanon hofft auf „Atempause“
Der israelische Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, erklärte nach den Gesprächen, es müsse die Sicherheit seines Landes garantiert werden. „Es wird Höhen und Tiefen geben, aber das Potenzial für Erfolg ist riesig.“
Die libanesische Delegation äußerte die Hoffnung auf „dauerhafte Stabilität“ und bezeichnete die Waffenruhe als „entscheidende Atempause für unsere Bürger“. Sie biete Zeit, um die staatlichen Institutionen zu stärken und einen Weg hin zu andauernder Stabilität aufzubauen.
Bisherige Waffenruhe häufig verletzt
Ob das funktionieren wird, ist fraglich, schließlich hat es schon während der bisher geltenden Waffenruhe weiterhin tägliche Angriffe gegeben. Die von Iran unterstützte Hisbollah lehnt die Gespräche in Washington ab, die ohne ihre Beteiligung stattfinden. Israel wiederum hatte zuvor erklärt, weiter Hisbollah-Ziele angreifen zu wollen.
Seit dem erneuten Aufflammen der Kämpfe Anfang März wurden im Libanon offiziellen Angaben zufolge rund 2.900 Menschen getötet, darunter zahlreiche Frauen und knapp 200 Kinder.
Mit Informationen von Moritz Behrendt, ARD Beirut
