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Wer darf Finale pfeifen?: England-Legende zweifelt an WM-Schiedsrichter

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 15, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Wer darf Finale pfeifen?

England-Legende zweifelt an WM-Schiedsrichter

15.07.2026 | 13:52 Uhr

Ohne Schiedsrichter kein Fußball. Doch bei dieser Weltmeisterschaft ist die Aufregung um die Unparteiischen und ihre Qualität groß. Ärger gibt es auch vor dem zweiten Halbfinale, englische Medien fürchten eine Benachteiligung. Und wer kommt eigentlich fürs Finale infrage?

Die Schiedsrichter bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft haben schon für so manche Aufregung gesorgt. Längst nicht immer sicher, häufig mit zu viel Verlass auf den Videoschiedsrichter. Zweifel gibt es nun auch am Unparteiischen für das zweite Halbfinale: Ismail Elfath aus dem Gastgeberland USA. Ihm wird die Ehre zuteil, die Partie zwischen England und Argentinien zu leiten.

Für Elfath ist es bereits das vierte Spiel bei dieser WM. DFB-Schiedsrichter Felix Zwayer musste nach nur zwei Partien wieder unehrenhaft abreisen. Der 44-jährige Elfath leitete zunächst das Spiel zwischen den Niederlanden und Japan sowie Spaniens Sieg gegen Uruguay in der Gruppenphase. Zusätzlich war er dabei, als Norwegen Brasilien aus dem Turnier warf. Bislang verteilte er sieben Gelbe Karten, eine Rote Karte und zwei Elfmeter.

Kuriose Szene: Kult-Schiri sorgt für Lacher

Für die englische Legende Alan Shearer, der inzwischen als Experte und Kommentator arbeitet, ist die Ansetzung gar keine gute Nachricht. „Ich bin etwas besorgt, dass uns eine Schiedsrichterentscheidung oder der VAR gegen Argentinien den Sieg kosten könnte, denn ich denke, die Herangehensweise der Schiedsrichter und des VAR hat sich seit Beginn des Turniers bis jetzt massiv verändert.“ Shearer sagte weiter bei Betfair, vor allem im Spiel von Lionel Messi und Co. gegen Ägypten habe er die Rücknahme des ägyptischen Tores als falsch empfunden: „Ich hielt das für Unsinn. Das ist schon ein bisschen beunruhigend, wenn man gegen sie spielt.“ Auch die Ägypter hatten sich über eine Bevorzugung des Titelverteidigers echauffiert, Belege für eine Manipulation gibt es allerdings nicht.

Messi gewinnt immer, wenn Elfath pfeift

Im Berufsalltag leitet Elfath bereits seit dem Jahr 2012 Spiele der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS). Elfath stammt ursprünglich aus Marokko und kam mit 18 Jahren in die USA, nachdem er bei der von der US-Regierung unterstützten Diversity-Visa-Lotterie gewonnen hatte. In der MLS traf er seit dessen Wechsel zu Inter Miami schon öfter auf Messi. Immer, wenn er pfiff, ging der Argentinier als Sieger vom Platz. Sei es im Finale des Leagues Cup 2023 mit Inter oder auch beim WM-Finale 2022 gegen Frankreich, wo Elfath allerdings nur als vierter Offizieller eingesetzt war. Englische Medien bezeichnen Elfath daher als Messis Lieblingsschiedsrichter und kritisieren die Ansetzung.

Übereinstimmenden Medienberichten sind noch 13 Schiedsrichter im WM-Quartier der FIFA verblieben. Von den 50 Nominierten mussten die meisten – darunter eben auch Zwayer – also bereits nach Hause reisen. Anders als Zwayer kann Bastian Dankert noch auf einen weiteren Einsatz als Videoschiedsrichter hoffen.

Finale schließt einige Unparteiische aus

Einige traf auch das schwere Los, dass ihr eigenes Nationalteam zu erfolgreich ist. Aufgrund von möglichen Interessenkonflikten sind die Schiedsrichter aus den im Turnier verbliebenen Ländern von der weiteren Spielleitung ausgeschlossen. So wurden die Engländer Michael Oliver und Anthony Taylor und der Argentinier Facundo Tello nach Hause geschickt. Sie dürfen ihr eigenes Land nicht pfeifen – aber aufgrund der politischen Rivalität mit Argentinien – zurückzuführen auf den Falklandkrieg von 1982, auch kein Spiel der Argentinier. Da sich die Mannschaften im Halbfinale gegenüberstehen, wird eine der beiden auf jeden Fall am Finale beteiligt sein. Dasselbe gilt für das Spiel um Platz drei.

Sollte Argentinien ins Finale einziehen, dürften weder Schiedsrichter aus Europa noch aus Südamerika das Endspiel leiten – weil ihnen die Bevorzugung des eigenen Kontinentalverbands vorgeworfen werden könnte. In diesem Fall wäre Alireza Faghani der Top-Kandidat für die Leitung des Finals. Der 48-Jährige leitete wie Elfath bislang drei Spieler bei der WM: In der Gruppenphase war er für Frankreich gegen Senegal und Kolumbien gegen Portugal verantwortlich, im Achtelfinale pfiff er das brisante Duell zwischen Gastgeber Mexiko und England. Faghani ist Iraner und gehört seit 2008 zu den FIFA-Schiedsrichtern. Seit 2023 ist er für den australischen Verband im Einsatz. Er pfiff im Vorjahr das Finale der Klub-WM zwischen dem FC Chelsea und Paris St. Germain.

Sollte England es ins Finale gegen Spanien schaffen, wäre es wiederum möglich, dass ein europäischer Schiedsrichter das Spiel pfeift. Noch im WM-Quartier sind der dpa zufolge der Slowene Slavko Vincic und Szymon Marciniak aus Polen.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara

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