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„Wer das denkt, ist ein Loser“: Kampfsport vor dem Weißen Haus – aber bitte nicht politisch sehen!

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Wer das denkt, ist ein Loser“Kampfsport vor dem Weißen Haus – aber bitte nicht politisch sehen!

10.06.2026, 20:55 Uhr

Von Michael Bauer, Washington
June-8-2026-Washington-Distirct-Of-Columbia-United-States-Construction-continues-on-the-White-House-South-Lawn-as-final-preparations-are-made-for-the-upcoming-UFC-Freedom-250-event-now-just-days-away
Die imposante Kuppelkonstruktion dominiert auf dem South Lawn. (Foto: IMAGO/ZUMA Press)

Käfigkämpfe vor dem Weißen Haus – das hätte niemand für möglich gehalten. UFC-Boss White bemüht sich, den Eindruck zu vermitteln, es gebe keinen politischen Aspekt. Den Kritikern gibt US-Präsident Trump aber regelmäßig Futter.

Donald Trump beschenkt sich zu seinem Geburtstag einfach selbst. Mit der Mixed-Martial-Arts-Organisation UFC wird er auf dem Südrasen des Weißen Hauses ein Kampfsportevent abhalten. Neben Golf ist MMA wohl der Lieblingssport des US-Präsidenten. Ob das eine gigantische Bühnenkonstruktion in seinem Vorgarten rechtfertigt und ob das nicht politisch ist? Damit will sich der Veranstalter nicht befassen.

„Jeder, der glaubt, die Kämpfe vor dem Weißen Haus sollten nicht stattfinden, ist ein Loser“, hatte Justin Gaethje, einer der Hauptkämpfer am 14. Juni, im Interview mit Fox News gesagt. Auf das Zitat angesprochen, sagte UFC-Präsident Dana White in einer Medienrunde: „Das ist etwas harsch“. Es sei jedoch „unmöglich, einige Leute davon zu überzeugen, dass dieses Event nicht politisch ist. Es ist der 250. Geburtstag von Amerika.“ Er liebe „dieses Land genauso, wie jeder auf der linken Seite dieses Land liebt. Ich liebe dieses Land genauso, wie jeder auf der rechten Seite dieses Land liebt.“ Er gebe nur eine Menge Geld aus, um den 250. Geburtstag Amerikas zu feiern – gemeinsam mit Amerika und dem Rest der Welt, sagte White.

In Washington seien zudem so viele Events bis zum 4. Juli geplant, die dieses Jubiläum zelebrieren würden. „Ich frage mich, wie viele Leute dagegen klagen und der Meinung sind, dass sie nicht stattfinden sollen.“

Das Sportlichste, was dem UFC-Event nahekommt, ist allerdings nur ein Fitness-Workout vor dem Thomas-Jefferson-Memorial. Die UFC wird das erste Sportevent auf dem Gelände des Weißen Hauses abhalten. Die Symbolik des Austragungsorts lässt sich nicht wegdiskutieren. Der Sitz des US-Präsidenten steht für Demokratie des amerikanischen Volkes auf der einen, aber auch für Macht auf der anderen Seite. Bei Widerständen lässt man gerne die Muskeln spielen.

Auf eine eingereichte Klage, die bemängelt, dass es bei der Veranstaltung um die Feier der Marke UFC und um den 80. Geburtstag Trumps ginge, reagierte das Anwaltsteam des US-Präsidenten umgehend. Der juristische Vorstoß komme schlicht zu spät, um das Event noch zu stoppen. „Niemand hält die Kläger in einem Jiu-Jitsu-Griff fest und zwingt sie, UFC Freedom 250 gegen ihren Willen anzusehen.“ Das öffentliche Interesse spreche nicht dafür, der Klage stattzugeben. Die Interessen der Kläger seien ästhetischer Natur und würden den Umfang an Zeit, Arbeit und Finanzmitteln nicht rechtfertigen.

Erst Lincoln Memorial, dann Weißes Haus

Juristisch wird auf allen Ebenen argumentiert. Jede Verzögerung der Veranstaltung würde zudem die Gesundheit der Kämpfer gefährden, heißt es von den Anwälten. „Ein übermäßiges Abnehmen kann zu Hitzeschäden, Harnwegs- und Nierenproblemen einschließlich Nierenversagen und Krampfanfällen führen“, heißt es in deren Erklärung. Das Argument greift allerdings nur bedingt, da die Athleten ohnehin die kräftezehrende Abnehmprozedur durchlaufen und den genannten Risiken ausgesetzt sind. Den Prozess zu unterbrechen oder hinauszuzögern, würde das Risiko zumindest erhöhen.

Vielleicht ist das Weiße Haus erst der Anfang. Vor dem Lincoln Memorial wird das zeremonielle Wiegen stattfinden, die Kläger befürchten jedoch, dass die Veranstaltung ein Türöffner sein könnte, dass künftig auch andere nationalen Denkmäler „zu Werbeträgern“ werden. Wenn man Trump über die Eventkonstruktion mit dem Namen „Die Klaue“ reden hört, scheint das in seiner Amtszeit nicht ausgeschlossen. Er verglich die Kuppelkonstruktion gar mit dem Eiffelturm. Man könne sie gleich stehen lassen, witzelte Trump.

Kritiker sehen in dieser Überhöhung und der Inszenierung eine Art Sportswashing, das dazu dient, um von Trumps politischen Verfehlungen im Iran-Konflikt abzulenken. Noch geht es rund um das Event in Washington wenig politisch zu. Kämpfer und Verantwortliche stellen den Sport und die USA in den Vordergrund. „Wir haben eine einzigartige Möglichkeit, unser Land und unsere Athleten zu feiern“, sagte der für die Produktion beim Event verantwortliche Craig Borsari. Man habe viele Dinge geplant, um es genauso zu erzählen. Die Möglichkeit hätte man zu „100 Prozent“ auch genutzt, wenn ein US-Präsident aus dem Lager der Demokraten sie eröffnet hätte.

Ob das Event einen politischen Anstrich bekommt, könnte sich bereits am Samstag zeigen. Beim Fan-Fest werden 85.000 vorregistrierte Fans im Ellipse Park erwartet. Aus MMA könnte dann schnell MAGA werden. Entscheidend wird aber sein, wie Trump bei dem Event auftritt, was er sagt, an wen er sich richtet und ob er sich die ein oder andere politische Spitze oder Botschaft nicht verkneifen kann.

Quelle: ntv.de

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