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Startseite»Nachrichten»„Wichtiger Meilenstein“: Bahn verbucht im ersten Halbjahr fast 150 Millionen Euro Gewinn
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„Wichtiger Meilenstein“: Bahn verbucht im ersten Halbjahr fast 150 Millionen Euro Gewinn

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Wichtiger Meilenstein“Bahn verbucht im ersten Halbjahr fast 150 Millionen Euro Gewinn

Auch für das Gesamtjahr erwartet die Bahn schwarze Zahlen. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

Seit Jahren steckt die Bahn in der Krise. Nun überrascht der Konzern mit positiven Halbjahreszahlen. Chefin Palla spricht von einem „wichtigen Meilenstein“.

Die Deutsche Bahn sieht sich auf einem guten Weg aus der Krise. Erstmals seit Jahren machte der bundeseigene Konzern im ersten Halbjahr wieder einen Gewinn. Hinzu kommt die nach wie vor hohe Nachfrage. Rund 960 Millionen Fahrten machten die Reisenden in den ersten sechs Monaten, wie das Unternehmen mitteilte. Das waren 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Unterm Strich verzeichnete die Bahn eigenen Angaben zufolge in den ersten sechs Monaten ein Plus von 147 Millionen Euro. Der Umsatz stieg demnach leicht um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Der Konzern erwarte auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen, hieß es. Bahnchefin Evelyn Palla nannte die Entwicklung laut Mitteilung einen Erfolg. „Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt.“

Das dürfte gleichwohl noch einige Jahre dauern. Die Bahn und der Bund investieren derzeit viele Milliarden jährlich in die Sanierung des an vielen Stellen überalterten und überlasteten Schienennetzes. Bei der Pünktlichkeit hinkt der Konzern aber weiter den eigenen Zielen hinterher. Auch die Zustandsnote für das Netz verbesserte sich zuletzt nicht.

Bilger fordert schnellere Verbesserungen für Fahrgäste

Palla betont immer wieder, dass es noch zehn Jahre dauern werde, bis der Bahnverkehr wieder zuverlässig und stabil läuft. Entsprechend läuft die Konzernstrategie der Bahnchefin unter dem Titel „DB 2035“. Der Name bezeichnet den umfangreichen Konzernumbau, den Palla im vergangenen Jahr eingeleitet hat und der auch Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen umfasst. Im Fernverkehr läuft ein eigenes Sanierungsprogramm. 

Schon unter ihrem Vorgänger Richard Lutz hatte die Bahn mehrere Konzernstrategien aufgestellt, mit denen sie die Probleme in den Griff bekommen wollte. Gelungen ist das nicht. Die neue Strategie wird in der Branche aber als tiefgreifender wahrgenommen als die vorherigen Umbauversuche. 

Der neue Verkehrsminister, Steffen Bilger, nannte die Zahlen der Bahn in der ARD. Er kündigte an, noch heute die Bahnchefin zu treffen und mit den Vorsitzenden der Gewerkschaften zu sprechen. 

Zugleich dringt Bilger auf schnellere Verbesserungen für Fahrgäste der Bahn. Laut der Sendung „Frühstart“ von ntv/RTL geht es dabei auch um die Pünktlichkeitsziele. „Ich kann jetzt nicht als neuer Minister sagen, ich will einfach mehr, wenn es nicht möglich sein sollte“, erläuterte Bilger. „Aber gemeinsam mit der Bahn müssen wir dran arbeiten, dass wir schneller besser werden, auch was die Pünktlichkeitswerte anbelangt.“

Güterverkehr in der Verlustzone

Sorgenkinder bleiben der Güter- und der Fernverkehr. Letzterer schloss nach Verlusten im vergangenen Jahr zwar wieder mit einem operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ab. DB Cargo allerdings ist nach wie vor mit rund einer Million Euro in der Verlustzone – auch wenn damit die schwarze Null zum Greifen nah sei, wie die Bahn betonte. Das Unternehmen muss ab diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben, sonst drohen Konsequenzen der EU-Kommission.

Wegen der hohen Investitionen ins Netz seien die Schulden hingegen wieder gestiegen – um rund 1 Milliarde auf 21,6 Milliarden Euro, hieß es. Mit dem Verkauf der gut laufenden Logistiktochter Schenker hatte die Bahn im vergangenen Jahr einen großen Teil ihrer hohen Verbindlichkeiten abbauen können. Nun zeigt die Richtung wieder nach oben. 

Die Bahn steckt seit Jahren in der Krise, sowohl im Betrieb auf der Schiene als auch wirtschaftlich. Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete die Bahn unter dem Strich einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro. Grund dafür waren hohe Abschreibungen im Fernverkehr.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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