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Wohnimmobilien: Deutlich mehr Baugenehmigungen | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 16, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 16.10.2026 • 11:29 Uhr

Lichtblick für den deutschen Wohnungsbau: Der Aufwärtstrend des ersten Halbjahres setzt sich auch im August fort. Doch höhere Energiepreise und Zinsen belasten viele Bauherren.

Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen für neue Wohnungen ist im August wieder stärker gestiegen. 20.600 neue Wohnungen wurden genehmigt – das sind 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der allgemeine Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen war im Juli etwas abgeflacht, zog dann aber wieder an. In den ersten acht Monaten betrug das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum 12,1 Prozent.

Damit hält der Aufwärtstrend aus dem ersten Halbjahr an, als die Baugenehmigungen um gut 15 Prozent zugelegt hatten – der stärkste Anstieg für ein erstes Halbjahr seit 2016. Die Baugenehmigungen sind ein Indikator für den Kampf gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten.

Mehrfamilienhäuser sind besonders gefragt

In Mehrfamilienhäusern genehmigten die Aufsichtsbehörden den Angaben nach bis einschließlich August 90.600 Neubauwohnungen – 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem wurden 31.500 neue Einfamilienhäuser (plus 7,8 Prozent) und 10.000 Wohnungen in Zweifamilienhäusern (plus 21,7 Prozent) genehmigt.

Langsame Erholung von einem historischen Tiefpunkt

Das aktuelle Wachstum muss man allerdings im historischen Kontext betrachten. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, gibt zu bedenken: „Von Januar bis August wurden 169.400 Wohnungen genehmigt. Das klingt nach viel, ist aber noch immer rund ein Drittel weniger als 2021, als im selben Zeitraum über 250.000 Wohnungen genehmigt wurden. Wir erholen uns von einem historischen Tiefpunkt, von einem normalen Niveau sind wir noch weit entfernt.“

Eine Baugenehmigung sei noch lange keine gebaute Wohnung, erklärt Pakleppa: „Ende 2025 lagen rund 450.000 genehmigte Wohnungen auf Eis, weil sich der Bau für viele nicht rechnete.“

Höhere Finanzierungskosten belasten

Trotz steigender Genehmigungen hat sich die Stimmung im deutschen Wohnungsbau im September angesichts steigender Zinsen eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel auf minus 25,1 Punkte von minus 22,5 Zählern im August, wie das Münchner ifo Institut zu seiner Umfrage mitteilte.

Besonders die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate wurden von den Unternehmen skeptischer gesehen, ihre aktuelle Lage bewerteten sie weitgehend gleich. „Die Zinserhöhung der EZB dürfte die Zuversicht im Wohnungsbau gedämpft haben“, sagte ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. „Die Aussicht auf wieder höhere Finanzierungskosten belastet die Branche.“

Bundesregierung stockt Förderung auf

In Deutschland fehlen geschätzt mehr als eine Million Wohnungen. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit 2012 nicht: 206.600 oder 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Bundesregierung will mit einem „Bau-Turbo“ über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen. Zuletzt stockte das Bundesbauministerium die Förderung für den Neubau von energieeffizienten Häusern mit dem Standard EH 55 auf.

Doch der Branche reiche das nicht: „Ausgerechnet jetzt den Neubau-Etat um über 40 Prozent einkürzen zu wollen, wie es die Bundesregierung für 2027 vorsieht, ist das schlechtmöglichste Signal. Bauwillige und Investoren brauchen Planungssicherheit, nicht die nächste Kehrtwende. Nur dann wird aus dem Aufwärtstrend auf dem Papier auch ein Aufschwung am Markt“, sagt Pakleppa.

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