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Wutwelle überschwappt Team: Nach WM-Schock: Im türkischen Fußball kracht’s gewaltig

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Wutwelle überschwappt Team

Nach WM-Schock: Im türkischen Fußball kracht’s gewaltig

Die türkische Fußball-Nationalmannschaft steht vor dem zweiten WM-Gruppenspiel schon unter Druck. In die hitzige Debatte schalten sich auch eine Trainerlegende und ein Popstar ein.

Selbst unter der warmen Sonne Kaliforniens, Tausende Kilometer von der Heimat entfernt, gibt es für Kapitän Hakan Calhanoglu und die schwer gescholtenen türkischen Fußballer kein Entkommen. Die harsche Kritik prasselt von allen Seiten auf sie ein, mit markanten Worten mischt auch der frühere Nationaltrainer Fatih Terim mit.

Während Musiklegende Tarkan mit einem flammenden Plädoyer zur Einheit aufruft, platzte Verbandspräsident Ibrahim Haciosmanoglu der Kragen – der Druck könnte kurz vor dem freilich sehr frühen möglichen „Endspiel“ bei der WM für das Team von Trainer Vincenzo Montella größer kaum sein.

Australiens Torwart bringt Türken zur Verzweiflung

„Natürlich geben wir diesen Geiern und Hyänen die passende Antwort“, wetterte Haciosmanoglu laut Fanatik gegen die Kritiker. Die beste Reaktion müsse die Mannschaft jedoch am Samstag (5 Uhr MagentaTV und im Liveticker bei ntv.de) in Santa Clara gegen Paraguay „auf dem Feld liefern“. Denn nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Australien (0:2) droht den so euphorisch in das Turnier gestarteten Türken bei einer weiteren Pleite das frühe Aus.

Ein Satz bringt das Fass zum Überlaufen

In der Heimat kochen angesichts der höchst brenzligen Situation die Emotionen hoch. Ein Dorn im Auge ist Haciosmanoglu dabei vor allem ein Kritiker: Terim, auch bekannt als der „Imperator“. Die Trainerlegende hatte an die wütende Öffentlichkeit sowie die Medien appelliert, die Mannschaft zu unterstützen. „Hört auf, die Spieler oder den Trainer verbal zu vernichten. Jetzt müssen wir sie umso mehr unterstützen. Das sind unsere Jungs“, sagte der 72-Jährige, der inzwischen einen eigenen Kanal auf Youtube betreibt. Aber er sagte auch: Nach dem Turnier könne man Rechenschaft einfordern. 

Dieser Satz brachte das Fass zum Überlaufen. Terim verhalte sich nicht wie ein Imperator, schimpfte Haciosmanoglu bei einem Medientermin am Rande einer Trainingseinheit. Er sei wirklich enttäuscht: „Wen genau wollen Sie denn dann zur Rechenschaft ziehen?“ Die scharfen Worte des Verbandsbosses gossen Öl in ein Feuer, das ohnehin schon lichterloh brennt.

Die Welle der Kritik veranlasste sogar Popstar Tarkan, sich zu Wort zu melden. Er habe voller Trauer wahrgenommen, dass die Nationalmannschaft schon nach dem ersten Spiel „stark unter Druck gesetzt“ werde, schrieb der Sänger laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi auf Social Media: „Ich glaube, dass unsere Jungs und das gesamte Trainerteam alles gegeben haben, um ihr Bestes zu zeigen.“

„Keine Verurteilung, sondern Solidarität“

Das Team brauche „keine Verurteilung, sondern Solidarität“, betonte der Künstler, dessen Song „Bir oluruz yolunda“ die Hymne zum Erfolgslauf auf den dritten Platz 2002 gewesen war. Damals hatte die Türkei ihr Auftaktspiel gegen Brasilien (1:2) verloren.

Auch Haciosmanoglu forderte dazu auf, die Debatten vorerst ruhen zu lassen. Denn inmitten der Gemengelage gilt es für die Mannschaft um Arda Güler, das Unheil bei der erst dritten WM-Teilnahme des Landes noch abzuwenden. Ein Sieg gegen das ebenfalls noch punktlose Paraguay ist dabei schon fast Pflicht, im letzten Gruppenspiel wartet immerhin noch der euphorisierte Hauptgastgeber USA.

„Wir haben noch zwei Spiele vor uns, die wir als Endspiele bezeichnen können. Wir wollen diese gewinnen und hoffentlich unser Land stolz und glücklich machen“, sagte Torwart Ugurcan Cakir von Galatasaray Istanbul. „Das Australien-Spiel hat uns nicht entmutigt. Als Land betrachten wir eine Niederlage sofort als etwas nach dem Motto: Es ist vorbei, es ist erledigt“, sagte Samet Akaydin. Der Verteidiger von Caykur Rizespor betonte: „Indem wir das Paraguay-Spiel gewinnen, werden wir das wiedergutmachen.“

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid/dpa

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