Immer weniger Menschen suchen Asyl in Deutschland. Im Juli ging die Zahl der Erstanträge im Vergleich zu Juni 2025 um fast die Hälfte auf etwa 4.300 zurück. Der Monat ist kein Ausreißer. Auch im Halbjahresvergleich sanken die Zahlen.
Die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland ist im Juli auf 4.311 gesunken. Das teilte das Bundesinnenministerium auf der Plattform X mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das einen Rückgang um fast die Hälfte. Im Juli 2025 waren noch 8.293 Erstanträge gestellt worden.
Mit Blick auf den Trend des laufenden Jahres ist der Juli kein Ausreißer. Der Rückgang wird auch im Vergleich des ersten Halbjahres 2026 (39.646 Erstanträge) mit dem Vorjahreszeitraum (72.818 Erstanträge) deutlich, wie aus Statistiken des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervorgeht.
EU setzt auf noch weniger Anträge
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wertete den Rückgang als Erfolg der Bundesregierung. Die Zahlen sanken allerdings bereits vor Antritt der schwarz-roten Koalition im Mai vergangenen Jahres.
Im Juni war nach jahrelangen Verhandlungen die europäische Asylreform in Kraft getreten. Sie zielt darauf ab, dass weniger Asylsuchende in die EU kommen, und enthält zahlreiche Verschärfungen auch in Deutschland. Dazu soll es unter anderem einheitliche Asylverfahren an den EU-Außengrenzen geben – mit dem Ziel, Migrantinnen und Migranten gegebenenfalls direkt von dort abschieben zu können.
