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Startseite»Nachrichten»Zweite Chance auf zwei Rädern: Refurbished E-Bikes: Was beim Kauf zählt
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Zweite Chance auf zwei Rädern: Refurbished E-Bikes: Was beim Kauf zählt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Zweite Chance auf zwei RädernRefurbished E-Bikes: Was beim Kauf zählt

Aufbereitung: Bevor ein Refurbished-Bike in den Verkauf darf, werden auch bestimmte Verschleißteile ersetzt. (Foto: dpa)

Mehrere Tausend Euro für ein neues E-Bike? Das ist vielen zu teuer. Der Blick fällt deshalb immer öfter auf professionell aufbereitete Gebrauchträder. Worauf sollten Käufer da achten?

Ein gebrauchtes Bike, quasi wie neu, aber viel günstiger, inklusive Garantie. Klingt nach einem zu guten Deal, um wahr zu sein, ist aber längst Realität: Sogenannte Refurbished-Bikes werden von spezialisierten Anbietern technisch geprüft, gereinigt und bei Bedarf repariert.

Aktuell erobert das Konzept der professionell aufgearbeiteten Räder den Markt für gebrauchte E-Bikes. Dazu zählen Anbieter wie Rebike, Upway, Bike2Future oder Jobrad Loop, die gebrauchte Bikes generalüberholen und vor allem in ihren Onlineshops anbieten. Geworben wird mit Ersparnissen von bis zu 60 Prozent gegenüber dem Neupreis.

Was ist ein generalüberholtes E-Bike überhaupt?

Der große Unterschied zwischen einem normalen gebrauchten Rad und einem aufgearbeitetem E-Bike ist die professionelle Aufbereitung. „Hierbei werden die Räder von einem Fachmechaniker komplett durchgecheckt – sowohl die elektronischen als auch die mechanischen Komponenten“, sagt Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad (pd-f). Dabei entstehe auch ein Inspektionsbericht, durch den Schäden und Reparaturen nachvollziehbar werden.

Auch sei die Herkunft dieser Räder bekannt, so Geisler weiter: „Die E-Bikes stammen oft aus Leasingverträgen oder auch direkt von den Herstellern. So sinkt auch die Gefahr, dass man ein gestohlenes E-Bike erhält.“ Hinzu komme in der Regel eine Garantie des Anbieters, die über die gesetzliche Gewährleistung hinausgehe. Das gibt es beim Privatkauf gar nicht.

Für wen lohnt sich ein Refurbished-Kauf?

„Wer oft und viel mit seinem E-Bike unterwegs ist, sollte ein Neurad nehmen“, rät Geisler. Denn bei höherer Kilometerleistung nutzen sich auch Akku und Verschleißteile schneller ab und die bei Gebrauchträdern meist auf ein Jahr verkürzte Gewährleistung greife dann oft nicht mehr. „Wer aber eher nur gelegentlich fährt, kann zum Gebrauchten greifen“, meint Geisler.

Danach sei es vor allem eine Frage des Budgets: „Studierende, Rentner und Gruppen mit weniger Einkommen können mit einem Gebrauchtkauf viel Geld sparen.“ Und auch das Diebstahlrisiko spiele eine Rolle: Wer keine sichere Abstellmöglichkeit habe, sei mit einem gebrauchten Rad besser beraten.

Wie lässt sich der Zustand des Akkus beurteilen?

Wie beim E-Auto gehört beim E-Bike der Akku zu den wichtigsten Komponenten. Allerdings lässt sich von außen nur erkennen, ob der Akku etwa Risse oder Dellen aufweist – was ein Hinweis auf einen Sturz sein kann. Dann ist in jedem Fall Vorsicht geboten. „Der innere Zustand lässt sich so nicht beurteilen. Das muss in einer professionellen Werkstatt geschehen“, erklärt Geisler, was für ein aufbereitetes E-Bike spreche.

Kritisch nachfragen sollten daher Käufer bei Privatkäufen, wenn Aussagen wie „ist nicht oft geladen“ fallen, insbesondere, wenn der Kilometerstand hoch ist.

Bei generalüberholten E-Bikes sollte ein gründlicher Akku-Check zum Standard-Prozedere gehören. Hierüber informieren die Anbieter in der Regel auch auf ihren Homepages. Upway etwa unterzieht jeden Akku einem Test: „Fällt die Restkapazität unter 80 Prozent des Ursprungswerts, wird der Akku ausgetauscht“, erklärt Upway-Co-Founder Stéphane Ficaja.

Welche Verschleißteile sollte man vor dem Kauf prüfen?

Besonders anfällig sind laut Geisler Bremsbeläge, Kette und Kassette sowie auch die Reifen, wenn erste Risse zu sehen sind. Auch Stecker und Kabel zu Licht und Display gehörten auf die Prüfliste. Bei seriösen Refurbished-Anbietern gehöre der Austausch solcher Teile ohnehin zum Standard. Stichwort Abnutzung: „Ein Rad mit Riemenantrieb wäre hier die bessere Wahl, da Wartungsaufwand und Verschleiß geringer sind“, rät der Experte.

Laut Ficaja durchläuft bei Upway jedes Rad eine 50-Punkte-Inspektion der mechanischen und elektrischen Komponenten. „Jedes Verschleißteil, das nicht in nahezu neuwertigem Zustand ist, wird ersetzt, darunter Reifen, Bremsbeläge, Ketten, Kassetten, Züge und Außenhüllen.“ Andere Anbieter verfahren ähnlich.

Welche Nachteile hat der Kauf im Netz?

Ein Nachteil des überwiegend online organisierten Refurbished-Marktes: Beratung und Probefahrt fallen in der Regel weg. Das führe immer wieder dazu, dass Kunden falsch bestellen. „Insbesondere der Kauf der falschen Rahmengröße und der Kauf eines für den Einsatzzweck nicht passenden Rades sind häufige Fehler“, sagt Thomas Geisler.

Viele Anbieter versuchen, diesem Manko mit eigenen Tools zu begegnen: Bei Jobrad Loop und Upway etwa lässt sich das Angebot nach Körpergröße filtern. Zudem wird Schritt für Schritt erklärt, wie sich die passende Rahmenhöhe etwa auf Basis der Schrittlänge berechnen lässt. Auch bieten die Anbieter teils ein 14-tägiges Probefahren an. Passt oder gefällt das Rad nicht, kann es gegen entsprechende Rücksendekosten zurückgeschickt werden.

Onlineshops mit Ladenanschluss

Einige Anbieter setzen parallel zum Netz auch auf stationäre Anlaufstellen, wo die aufbereiteten E-Bikes dann auch probegefahren werden können. Der Stiftung Warentest zufolge ist Rebike unter anderem in Decathlon-Filialen in Berlin, Köln, Freiburg und Leipzig vertreten, während Bike2Future einen eigenen Laden in Weiterstadt bei Darmstadt betreibt. „Ein Rad Probe zu fahren, ist auf jeden Fall ein starkes Argument für Verbraucherinnen und Verbraucher“, sagt Lena Sington von Stiftung Warentest.

Wer dennoch online kauft, muss den Warentestern zufolge oft Versandkosten von bis zu 150 Euro tragen, die auf den eigentlichen Kaufpreis aufgeschlagen werden. Vorab lohnt sich auch ein Blick auf die Rücksendekonditionen, die sich je nach Anbieter zum Teil deutlich unterscheiden: Bei Rebike gilt laut Stiftung Warentest eine zweiwöchige Rückgabefrist mit maximal 15 Kilometern Probefahrt. Upway und Jobrad Loop räumen 14 Tage bei bis zu 50 Kilometern ein.

Woran erkennt man einen seriösen Anbieter?

Professionell aufbereitete E-Bikes schließen eine Lücke zwischen Neu- und Privatkauf. Sie sind deutlich günstiger als neue Räder, bieten durch die technische Prüfung, Garantie und dokumentierte Aufarbeitung aber mehr Sicherheit als viele Privatangebote.

Wer sich für ein solches Rad interessiert, sollte deshalb nicht nur auf den Preis achten, sondern vor allem auf transparente Prüfverfahren, nachvollziehbare Informationen zum Zustand des E-Bikes sowie faire Garantie- und Rückgabebedingungen. Kurzum: „Je mehr Informationen ein Händler zu Rad, Ausstattung und Elektronik liefert, desto besser lässt sich eine Kaufentscheidung treffen“, sagt Thomas Geisler.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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