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Startseite»Politik»Schwere Angriffe trotz von Russland ausgerufener Waffenruhe
Politik

Schwere Angriffe trotz von Russland ausgerufener Waffenruhe

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.05.2026 • 08:49 Uhr

Russland will morgen den Jahrestag über Nazi-Deutschland ungestört mit einer Parade feiern – und hat dafür einseitig eine Waffenruhe ausgerufen. Doch nun melden beide Seiten schwere Angriff. Kiew spricht von „blankem Zynismus“.

In der Nacht ist eine einseitig von Russland ausgerufene Waffenruhe in Kraft getreten. Die Ukraine startete zur selben Zeit schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet.

In zahlreichen russischen Regionen herrschte in der Nacht Luftalarm. Angegriffen wurde dabei nach russischen Angaben auch Moskau. Der Bürgermeister der Hauptstadt, Sergej Sobjanin, meldete den Abschuss von 25 Drohnen, die Richtung der Stadt geflogen seien. Über Folgen der Attacke wurde zunächst nichts bekannt.

Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Seinen Angaben zufolge wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Videos sollen Brände zeigen

Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.

Aus der knapp 300 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Jaroslawl wurden ebenfalls Einschläge gemeldet. Nach Angaben des Internetportals Astra war einmal mehr die dortige Raffinerie im Fokus der Attacken. Auf im Internet verbreiteten Videos und Bildern sind schwere Brände zu sehen. Die Behörden bestätigten zwar den Beschuss, machten aber keine Angaben zu Schäden.

Ukraine meldet Angriffe – Luftalarm in Kiew

Auch die Ukraine meldet Angriffe. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj gab es bis zum Morgen mehr als 850 russische Drohnenangriffe. Dies zeige, dass Russland nicht einmal einen symbolischen Versuch unternommen habe, das Feuer an der Front einzustellen, so Selenskyj.

Am Morgen wurde dann in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Luftalarm ausgelöst. Die Sirenen ertönten für mehrere Minuten, wie AFP-Reporter berichteten. Berichte über mögliche Schäden liegen noch nicht vor.

Die Regierung in Kiew bezeichnete die von Russland ausgerufene Feuerpause angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Ukraine als „blanken Zynismus“.

Waffenruhe für Feierlichkeiten in Moskau

In der Nacht zum Freitag hatte eine einseitig von Moskau ausgerufene Waffenruhe begonnen, die zu den Feierlichkeiten rund um den Tag des Sieges am 9. Mai über Nazi-Deutschland halten und speziell die Militärparade in Moskau schützen soll.

Eine zuvor von Kiew verkündete und bereits ab dem 6. Mai geltende Waffenruhe hatte Russland ignoriert. Der ukrainische Präsident Selenskyj kündigte daraufhin „spiegelbildliche“ Aktionen an. Derweil reiste sein Unterhändler Rustem Umerow in die USA, um dort erstmals seit März Gespräche über ein Ende des Krieges zu führen.

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