Die Folgen der Zollpolitik von US-Präsident Trump zeigen sich an den deutschen Ausfuhren: Die Exporte in die USA sind stark zurückgegangen. Mehr exportiert haben die Firmen dagegen in andere EU-Staaten.
Es sind gemischte Zahlen, die das Statistische Bundesamt heute über die deutsche Wirtschaft im März vorlegte: Überraschend sind die deutschen Exporte gestiegen – im Handel mit den USA aber ist eingebrochen. Und die Produktion in Deutschland ist zurückgegangen. Das ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Folgen des Iran-Kriegs die deutsche Konjunktur dämpfen.
Die Exporte legten im März gegenüber dem Februar um 0,5 Prozent auf 135,8 Milliarden Euro zu. Noch deutlicher war der Anstieg gegenüber dem März 2025: im Jahresvergleich betrug das Plus 1,9 Prozent. Analysten hatten nach einem starken Februar mit einem Minus gerechnet.
Der Handel mit anderen Ländern der Europäischen Union bleibt die wichtigste Stütze im Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen. Hier stiegen die Ausfuhren um 3,4 Prozent auf 78,4 Milliarden Euro.
„Zerstörerische Folgen Trumps“
Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen trotz des Einbruchs erneut in die USA. Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 11,2 Milliarden Euro geliefert – etwa acht Prozent weniger als im Februar und mehr als 21 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das ist der stärkste Rückgang seit Juni 2020.
„Hier sind die zerstörerischen Folgen Trumps gut zu beobachten“, sagt Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Solche Rückgänge habe es sonst nur in dramatischen Krisenzeiten gegeben, etwa in der Covid-Pandemie.
Industrie produziert weniger
Die deutsche Industrieproduktion schrumpfte im März – bereinigt um den Effekt steigender Preise – um 0,7 Prozent zum Vormonat. Das gab das Statistische Bundesamt bekannt.
Besonders stark waren die Rückgänge in der Energieerzeugung (minus 4 Prozent) und im Maschinenbau (minus 2,7 Prozent).
