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Startseite»Politik»Cybersicherheitsmonitor: Jeder Neunte von Internetkriminalität betroffen
Politik

Cybersicherheitsmonitor: Jeder Neunte von Internetkriminalität betroffen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 11.05.2026 • 16:49 Uhr

Vergangenes Jahr sind einer Studie zufolge wieder mehr Menschen in Deutschland Opfer von Cyberkriminalität geworden. Am stärksten betroffen war der Bereich Onlineshopping. Doch viele Menschen schützen sich weiterhin nicht ausreichend.

Jeder neunte Internetnutzer in Deutschland (11 Prozent) ist im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität geworden. Das geht aus dem Cybersicherheitsmonitor 2026 hervor, der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes veröffentlicht wurde. Demnach waren mehr Menschen betroffen als im Vorjahr (sieben Prozent).

Insgesamt war mehr als jeder Vierte (27 Prozent) in seinem Leben schon einmal von Straftaten im digitalen Raum betroffen. Die Studie besteht vor allem aus einer repräsentativen Umfrage unter 3.060 Personen ab 16 Jahren, die im Januar 2026 bundesweit interviewt wurden.

Betrug beim Online-Shopping am häufigsten

Besonders häufig schlagen Kriminelle demnach beim Onlineshopping zu: Der Betrug beim Online-Einkauf ist mit 22 Prozent das am weitesten verbreitete Delikt unter den Betroffenen. Darauf folgen der unberechtigte Fremdzugriff auf Online-Accounts (14 Prozent), Betrug beim Onlinebanking (13 Prozent) sowie Phishing-Angriffe (12 Prozent).

Für die Opfer bleiben die Taten selten ohne Konsequenzen: Fast neun von zehn Betroffenen (88 Prozent) erlitten einen Schaden – bei einem Drittel (33 Prozent) handelte es sich dabei um finanzielle Verluste. Zu den weiteren Schäden zählen Vertrauensverluste in Onlinedienste (29 Prozent) und verlorene Zeit (23 Prozent).

Befragte hält Risiko für gering

Trotz der hohen Betroffenenquote schützen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher laut der Studie im digitalen Raum nicht ausreichend. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) hält ihr persönliches Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für gering oder ausgeschlossen.

Dementsprechend informieren sich lediglich 14 Prozent regelmäßig über Cybersicherheit, während 40 Prozent sich nur hin und wieder damit beschäftigen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat eine Checkliste zusammengestellt, was Betroffene von Online-Kriminalität tun können.

Trügerisches Sicherheitsgefühl

Auch bei der aktiven Prävention gibt es Nachholbedarf: Von 19 vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen sind der Mehrheit lediglich starke Passwörter und Antivirenprogramme überhaupt bekannt, die letztlich von 46 beziehungsweise 40 Prozent genutzt werden.

Als Gründe für die mangelnde Absicherung nannten viele ein trügerisches subjektives Sicherheitsgefühl (27 Prozent) oder empfinden die Maßnahmen als zu kompliziert (23 Prozent) und überfordernd (23 Prozent).

Kommt es zu einem Angriff, erstatten 32 Prozent der Opfer Anzeige bei der Polizei, während 35 Prozent den Betreiber des jeweiligen Dienstes kontaktieren.

Stefanie Hinz, Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, betonte bei der Vorstellung der Studie, dass Cyberkriminalität durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Einkauf längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. BSI-Präsidentin Claudia Plattner forderte, Cybersicherheit müsse im Alltag „einfacher, präsenter und verständlicher werden“. Sie nahm dabei auch die Industrie in die Pflicht: „Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.“

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