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Startseite»Nachrichten»Siedler greifen Dörfer an: Israelische Soldaten erschießen Jugendlichen im Westjordanland
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Siedler greifen Dörfer an: Israelische Soldaten erschießen Jugendlichen im Westjordanland

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Siedler greifen Dörfer anIsraelische Soldaten erschießen Jugendlichen im Westjordanland

Rechtsgerichtete israelische Siedler versammeln sich an der Grenze zum Gazastreifen, während im Hintergrund Rauchschwaden von vorrückenden israelischen Panzern zu sehen sind. (Foto: picture alliance/dpa)

Am Tag nach Ausschreitungen nationalistischer Israelis in Jerusalem kommt es im Westjordanland zu Angriffen von Siedlern auf mehrere palästinensische Dörfer. In der Nähe der Stadt Nablus soll ein Junge mit Steinen auf israelische Fahrzeuge geworfen haben – und wird getötet.

Israelische Soldaten haben offenbar erneut einen palästinensischen Jugendlichen im Westjordanland erschossen. Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete, hatte der 15-Jährige zuvor Steine auf israelische Fahrzeuge nahe der Stadt Nablus geworfen. Dem Bericht zufolge hielten die Soldaten nach palästinensischen Behördenangaben die Leiche des Jungen zurück und verwehrten Sanitätern den Zugang. Demnach ereignete sich der Vorfall nach Angriffen von israelischen Siedlern auf mehrere Dörfer im Westjordanland.

In einem Ort in der Nähe von Ramallah sei am Morgen eine Moschee in Brand gesetzt worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Die Siedler hätten auch mehrere Fahrzeuge angezündet. In einem anderen Dorf in der Nähe von Nablus hätten die Angreifer Türen eingerissen und unter den Bewohnern für Panik gesorgt, hieß es weiter. Vom israelischen Militär gab es zunächst keine Bestätigung der Vorfälle.

Die Zeitung „Times of Israel“ berichtete am Abend von einem weiteren Vorfall im Westjordanland: Ein bewaffneter israelischer Siedler sei dabei gefilmt worden, wie er am Rande eines Dorfes im Zentrum des Palästinensergebiets über einem gefesselten und mit verbundenen Augen liegenden Mann steht. Demnach identifizierten palästinensische Medien den Mann als einen Bauern, der versucht hatte, sein Land zu erreichen.

Ein weiterer Clip zeige Soldaten der israelischen Streitkräfte, die am Tatort eintreffen, nachdem der gefesselte Mann vom Siedler auf eine nahegelegene Straße geschleift worden sei. Der Palästinenser sei von dem bewaffneten Siedler „unter Schutz der israelischen Armee erniedrigt und festgenommen worden“, schrieb der Veröffentlicher der Videos auf X. Die israelische Armee reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme der Zeitung.

Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten blutigen Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser und deren Eigentum im besetzten Westjordanland deutlich zugenommen. Der für das Westjordanland zuständige israelische Kommandeur Avi Bluth hatte die Siedlergewalt zuletzt klar verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird jedoch weiterhin vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.

Die Berichte über die neue Gewalt kommen einen Tag nach einem umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem. Zehntausende nationalistische Israelis zogen dort unter massivem Polizeischutz durch die Altstadt, auch durch muslimische Viertel. Medien berichteten von anti-arabischen Parolen, Angriffen auf Anwohner und beschädigten Schaufenstern.

Der 15. Mai ist zudem für Palästinenser der sogenannte Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), an dem einen Tag nach dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung vom 14. Mai 1948 an die Zerstörung palästinensischer Dörfer und die Vertreibung der Einwohner erinnert wird.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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