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Startseite»Nachrichten»Film über Thomas Mann: Sandra Hüllers neuer Film „Vaterland“ begeistert in Cannes
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Film über Thomas Mann: Sandra Hüllers neuer Film „Vaterland“ begeistert in Cannes

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 16, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Film über Thomas Mann Sandra Hüllers neuer Film „Vaterland“ begeistert in Cannes

Auch August Diehl (r.) spielt an der Seite von Sandra Hüller in Pawel Pawlikowskis (l.) neuem Film „Vaterland“. (Foto: picture alliance / Hans Lucas)

Sandra Hüller ist von den internationalen Leinwänden nicht mehr wegzudenken. In Pawlikowskis neuem Film „Vaterland“ verzaubert sie erneut das Publikum und erhält in Cannes sogar Standing Ovations. Später spricht sie über ein ständiges Schamgefühl.

Sandra Hüller hat beim Filmfestival Cannes einmal mehr bewiesen, warum sie derzeit zu den gefragtesten Schauspielerinnen Europas zählt. Für den Wettbewerbsbeitrag „Vaterland“ von Regisseur Pawel Pawlikowski erntete die deutsche Darstellerin am Donnerstagabend im Grand Palais eine fünfminütige stehende Ovation. Noch auf der Bühne verlor die sonst so stoisch wirkende Hüller deshalb sogar kurz ihre Fassung.

Bei der Pressekonferenz nach dem Screening sprach Hüller über Verantwortung und Schuld im Zusammenhang mit der deutschen Vergangenheit. „Ich fühle mich jeden Tag schuldig“, sagte die Schauspielerin. Das sei aber wichtig, fügte sie auf die Frage hinzu, welchen Unterschied es für sie mache, in einem zeitgenössischen oder historischen Film zu spielen.

Auch Pawlikowski zeigte sich bewegt. „Hier mit diesen wunderbaren Menschen zu sein, die unter wirklich schwierigen Bedingungen an diesem Film gearbeitet haben – wir sind in Versailles angekommen, in diesem schönen Tempel des Kinos, und all unsere Mühen und Sorgen sind vergessen“, sagte er laut „Hollywood Reporter“ nach der Vorstellung. „Und ich glaube, ich habe meinen Film diesmal wirklich genossen.“

Reise durch ein zerstörtes Deutschland

„Vaterland“ ist ein Schwarz-Weiß-Drama in der Tradition von Pawlikowskis Erfolgsfilmen „Ida“ (Oscar 2015) und „Cold War“ (Cannes 2018). Wie seine Vorgänger kreist auch das neue Werk um die Wunden der jüngeren europäischen Geschichte: Der Film spielt im Sommer 1949 und folgt dem Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler), der nach Jahren des Exils in den USA erstmals nach Deutschland zurückkehrt, um sowohl im westdeutschen Frankfurt als auch im sowjetisch kontrollierten Weimar Preise entgegenzunehmen und auf verschiedene Welten trifft.

An seiner Seite ist dabei seine Tochter Erika, Schauspielerin, Schriftstellerin und Rallyefahrerin, die von Hüller gespielt wird. „Ich wusste nicht viel über Erika Mann“, sagte Hüller. Sie sei eine Weltbürgerin, Schriftstellerin und Schauspielerin gewesen. Die Kritik zeigte sich einmal mehr beeindruckt von ihrer Arbeit in dem Film, der mit einer Laufzeit von nur 82 Minuten der kürzeste Wettbewerbsbeitrag des Jahres ist.

Zwar beruhe Pawlikowskis Film auf historischen Ereignissen, sagte der Regisseur in Cannes, er verstehe ihn jedoch nicht als historische Rekonstruktion. Ihm gehe es vielmehr um die Figuren, die sich auf dieser Reise dramatisch veränderten. „Ich habe in vielen Ländern gelebt, zu verschieden Zeiten, ich versuche Filme zu machen, die zeigen, dass das Leben kompliziert ist.“ Das Drama, in dem auch August Diehl mitspielt, läuft im Wettkampf um die Goldene Palme.

Alle Augen auf Hüller

Abseits der Leinwand sorgte Hüller auch auf dem roten Teppich für Aufsehen. Sie erschien in einem überlangen schwarzen Kleid mit weißer Schleife und langer Schleppe sowie einer spektakulären Federjacke aus dem Hause Chanel. Laut „Vogue Germany“ flossen 845 Arbeitsstunden und 6700 aufgenähte Einzelelemente in die Kreation. Hüller ist seit Kurzem Markenbotschafterin von Chanel als erst zweite Deutsche nach Hannah Herzsprung.

Für das kommende Oscar-Rennen gilt Hüller auch durch den Cannes-Erfolg bereits jetzt als heiße Anwärterin. 2024 war sie gleichzeitig für „Anatomie eines Falls“ und „The Zone of Interest“ nominiert und gilt seither als eine der zuverlässigsten Kräfte des europäischen Autorenkinos. In diesem Jahr gewann sie zudem den Berlinale-Preis für die Beste Darstellerin im Film „Rose“, stand in „Der Astronaut“ an der Seite von Ryan Gosling und wird ab Oktober in „Digger“ neben Tom Cruise in einem weiteren internationalen Großprojekt zu sehen sein.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa/Spot

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