Ein Sharepic im Feed zeigt Schlagzeilen wie „Apokalypse fällt aus“ oder Zitate über angeblich falsche Klimaprognosen.
Das stimmt so nicht. Das sogenannte Worst-Case-Szenario wurde aktualisiert, weil sich reale Rahmenbedingungen verändert haben. Es war nie als konkrete Vorhersage gedacht, sondern als Modell für einen extremen Verlauf.
Szenarien sind keine Prognosen
Klimaszenarien des Weltklimarats beschreiben mögliche Entwicklungen unter bestimmten Annahmen. Sie sollen zeigen, was passieren könnte, wenn Emissionen steigen oder sinken. Das häufig zitierte Szenario RCP8.5 wurde vor mehr als 15 Jahren entwickelt. Damals galt ein starker Ausbau fossiler Energien noch als plausibel. Daher hatte man die Erderwärmung auf 4,8 Grad geschätzt.
Heute hat sich die Ausgangslage verändert. Erneuerbare Energien sind günstiger geworden, Klimapolitik wurde international verstärkt. Deshalb wird dieses extreme Szenario inzwischen als weniger wahrscheinlich eingeschätzt.
Anpassung gehört zur Wissenschaft
Klimamodelle werden regelmäßig überarbeitet und an neue Erkenntnisse angepasst. Das ist ein normaler wissenschaftlicher Prozess. Frühere Szenarien waren deshalb nicht „falsch“, sondern spiegelten den damaligen Wissensstand und mögliche Entwicklungen wider. Auch andere Szenarien wurden angepasst. Selbst sehr optimistische Annahmen gelten heute als kaum noch erreichbar.
Entwarnung gibt es nicht
Aus der Anpassung lässt sich keine Entwarnung ableiten. Aktuelle Modelle gehen weiterhin von deutlicher Erwärmung aus. Im mittleren Szenario sind rund 2,8 Grad bis zum Jahr 2100 möglich. Selbst das neue Worst-Case-Szenario liegt noch bei etwa 3,5 Grad.
Die Aussage, der Klimawandel sei „doch nicht so schlimm“, hält dieser Einordnung nicht stand.
Die Erzählung wirkt trotzdem plausibel
Die Behauptung folgt einem einfachen Muster: Eine Anpassung wird als Eingeständnis eines Fehlers dargestellt. Das wirkt überzeugend, weil sich tatsächlich etwas geändert hat. Die entscheidende Einordnung fehlt jedoch. Komplexe wissenschaftliche Modelle werden dabei auf zugespitzte Schlagzeilen reduziert – und genau das sorgt für ihre schnelle Verbreitung.
FAQ zum Thema: Klimaszenarien IPCC
Hat der Weltklimarat falsche Prognosen gemacht?
Nein. Die Szenarien waren nie als konkrete Vorhersagen gedacht, sondern als mögliche Entwicklungen unter bestimmten Bedingungen.
Woher stammt die Behauptung über „falsche“ Klimamodelle?
Sie entsteht aus der Verkürzung einer wissenschaftlichen Anpassung, die in sozialen Medien und politischen Aussagen zugespitzt wurde.
Wie prüft man solche Aussagen zum Klimawandel?
Man sollte prüfen, ob es sich um ein Szenario oder eine Prognose handelt und ob Fachquellen die Aussage einordnen.
Copernicus / Geoscientific Model Development
07.04.2026
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