Präsident Trump hat zahlreiche US-Institutionen neu ausgerichtet – und ihnen manchmal auch einen neuen Namen verpasst. Bei der Umbenennung des Kennedy Centers ging er aber zu weit, wie ein Richter jetzt urteilte.
US-Präsident Donald Trump hat eine Niederlage vor Gericht kassiert. Ein Richter in Washington ordnete an, dass Trumps Name wieder von der Fassade des Kennedy Center verschwinden muss. Außerdem darf das Zentrum vorläufig doch nicht im Sommer für zwei Jahre wegen Renovierungsarbeiten geschlossen werden.
Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass der Kongress einst dem Kennedy Center seinen Namen gegeben habe. Deshalb dürfe auch nur der Kongress diesen ändern. Auch das Votum des Aufsichtsrats vom 16. März, das Kennedy Center zu schließen, habe rechtliche Pflichten missachtet.
Verantwortung geht an den Kongress
Nach dem Urteil will Trump nicht länger an seinen Renovierungsplänen für das Kennedy Center in Washington festhalten. Solange er nicht nach Belieben schalten und walten könne, habe er „kein Interesse“, das Unterfangen fortzuführen, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.
Er habe angeordnet, die Verantwortung für die Kultureinrichtung an den Kongress zu übertragen. „Es gab noch nie einen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der von den Gerichten so ungerecht behandelt wurde wie ich“, meinte Trump.
Neue Ausrichtung, neuer Name
Der US-Präsident hat das Kennedy Center kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr unter seine Kontrolle gebracht. In dem Bau der Kultureinrichtung am Potomac-Fluss werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt.
Trump kündigte damals einen Kampf gegen „anti-amerikanische Propaganda“ in der Kulturwelt an und entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums. Außerdem übernahm er den Vorsitz und beauftragte seinen Vertrauten Richard Grenell, die Institution neu auszurichten.
Im Dezember wurde das Kennedy Center schließlich in Trump Kennedy Center umbenannt. Das führte zu großem Protest, Künstler sagten Auftritte ab. Eine demokratische Abgeordnete klagte schließlich – und war damit nun erfolgreich.
