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Startseite»Nachrichten»„Ich wollte das gar nicht“: Strack-Zimmermann erklärt Überraschungskandidatur
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„Ich wollte das gar nicht“: Strack-Zimmermann erklärt Überraschungskandidatur

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Ich wollte das gar nicht“Strack-Zimmermann erklärt Überraschungskandidatur

Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Anton Hofreiter sind sich einig darüber, was für die FDP gut wäre – und was nicht.

Mit ihrer kurzfristigen Kandidatur als FDP-Chefin bringt Strack-Zimmermann Unruhe in die Partei. Das habe sie erst kurz vorher entschieden, sagte sie bei „Pinar Atalay“. Grünen-Politiker Anton Hofreiter hätte ihr den Sieg derweil gegönnt.

FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat ihre überraschende Gegenkandidatur gegen Wolfgang Kubicki beim FDP-Parteitag nach eigenen Angaben erst zwei Tage vor der Abstimmung beschlossen. Eigentlich habe sie gar nicht antreten wollen. „Ich wollte das gar nicht, weil ich ausgelastet bin“, sagte die Europaabgeordnete in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“. Auslöser sei gewesen, dass der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Henning Höne, den sie unterstützt habe, auf eine Kandidatur gegen Kubicki verzichtet habe. Danach habe sie in der Partei eine wachsende Enttäuschung darüber wahrgenommen, „dass sie keine Wahl haben“, sagte die 68-Jährige. „So gab ein Gedanke den anderen, und dann habe ich mich entschieden.“

Strack-Zimmermann betonte, sie habe die Entscheidung bewusst erst kurz vor dem Parteitag getroffen. Die innerparteiliche Entwicklung habe ihr das Gefühl gegeben, „ich sollte jetzt doch mal einsteigen“. Zuvor habe sie sogar eine einjährige Doppelspitze mit Kubicki ins Gespräch gebracht. „Lass uns das mal machen. Übergangsweise ein Jahr“, habe sie ihm vorgeschlagen. Kubicki habe dies jedoch abgelehnt.

Überrascht zeigte sich Strack-Zimmermann vor allem darüber, dass ihre Kandidatur bis zum Parteitag geheim blieb. Nach ihren Angaben waren „um die 50 Leute“ eingeweiht. „Ich war überrascht, dass es nicht vorher durchgesickert war“, sagte sie. Zugleich relativierte die Politikerin den Konflikt. Kubicki sei von ihrer Kandidatur zwar getroffen gewesen, „aber er ist robust“. Sie sei „ausgesprochen zuversichtlich“, dass beide weiter zusammenarbeiten würden. „Das möchte ich auch“, sagte Strack-Zimmermann. Die Kampfkandidatur habe gezeigt, „da ist Demokratie“. Viele Parteimitglieder hätten eine echte Wahl gewollt: „Ich habe im Grunde die aufgefangen, die eine Wahl wollten.“

Hofreiter: Sie wäre besser für die FDP gewesen

Der Grünen-Vorsitzende des Europaausschusses, Anton Hofreiter, hätte sich nach eigenen Worten gewünscht, dass Strack-Zimmermann die Abstimmung gewinnt. „Um ehrlich zu sein: Ich hätte mir auch für Frau Strack-Zimmermann gewünscht, dass sie die Wahl gewonnen hätte“, sagte er bei „Pinar Atalay“. Zwar wäre dies für die Grünen „zum Teil schwieriger geworden“, weil Strack-Zimmermann auch Wähler anspreche, die zuletzt von der FDP zu den Grünen gewechselt seien. Zugleich verwies er darauf, dass die Europawahl der jüngste Erfolg der Liberalen gewesen sei. „Es war die letzte Wahl, bei der über die Fünf-Prozent-Hürde gekommen sind.“

Hofreiter begründete seine Präferenz vor allem mit den unterschiedlichen Strömungen innerhalb der FDP. Die Partei habe „einen liberalen Flügel, der ein ernsthaftes Interesse an Regieren und Verändern hat“ und die FDP in ihrer Breite abbilde. Daneben gebe es einen Flügel, „und dafür steht eher Kubicki“, der die Partei auf Wirtschaftsliberalismus verenge und sich mit dem Regieren schwer tue. Dies habe sich aus seiner Sicht wiederholt gezeigt – von der schwarz-gelben Koalition bis zur Ampel.

Für die Demokratie und mögliche Regierungsbildungen wäre ein Erfolg Strack-Zimmermanns daher besser gewesen, sagte der Grünen-Politiker. „Ich glaube, es wäre für die Demokratie auch besser gewesen, wenn ein regierungswilliger und regierungsfähiger Teil der FDP stärker geworden wäre“, für den Strack-Zimmermann stehe.

Die ntv Sendung “Pinar Atalay” wird heute (1. Juni 2026) um 20.15 Uhr und 23.30 Uhr auf ntv ausgestrahlt, auf YouTube sowie auf der Streamingplattform RTL+.

Quelle: ntv.de, vmi

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