Es ist der erste Schritt auf dem Weg an die Börse: Das US-Unternehmen Anthropic – bekannt für seine KI-Anwendung Claude – hat Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht.
Das KI-Unternehmen Anthropic hat in New York den ersten Schritt auf dem Weg zu einem Börsengang gemacht. Das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude teilte mit, es habe dazu Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Insider vermuten, dass der Börsengang im Herbst stattfinden könnte.
Anthropic verdient vor allem Geld mit KI-Software, die besonders gut und automatisch Computer-Code generieren kann. Während der schärfste Konkurrent OpenAI mit seinem Chatbot ChatGPT größtenteils private Nutzer hat, wendet sich Anthropic vor allem an zahlende Geschäftskunden.
Zudem arbeitet Anthropic an einem KI-Modell namens Mythos, das Lücken in Cybersicherheitssystemen aufzeigen soll. Neben US-Behörden hofft auch die EU auf einen testweisen Zugriff, um mögliche Risiken auszuloten.
Investoren bewerten Anthropic mit 965 Milliarden Dollar
Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass Anthropic in einer neuen Finanzierungsrunde 65 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt hatte. Daraufhin wurde das KI-Start-Up mit 965 Milliarden Dollar bewertet – noch höher als OpenAI.
Auch der Konkurrent OpenAI bereitet sich auf ein Börsendebüt vor und will Insidern zufolge in den kommenden Wochen ebenfalls einen vertraulichen Antrag stellen.
EIner der größten Börsengänge aller Zeiten?
Wegen des hohen Wertes könnte der Börsengang zu einem der größten aller Zeiten werden. Wie viele Aktien zu welchem Preis dann ausgegeben würden, ist noch nicht klar. Anthropic war 2021 von ehemaligen Mitarbeitenden des KI-Rivalen OpenAI gegründet worden.
Beobachter äußern Zweifel, ob die Investitionen von Hunderten Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur am Ende wieder zurückverdient werden können.
Mit Informationen von Nils Dampz, ARD-Studio Los Angeles
