Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigt dort die Fallzahl weiter an – auf nun 321. Hilfsorganisationen sind besorgt, denn bewaffnete Kämpfe, die Logistik und fehlende Hilfsmittel erschweren die Eindämmung.
In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ist die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle auf 321 gestiegen. Drei Provinzen in dem zentralafrikanischen Land seien betroffen, 48 Todesfälle seien bestätigt worden, teilte die DRK mit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht mittlerweile von fast 1.000 Verdachtsfällen aus.
Die Region im Osten der DRK ist schwer zugänglich, Rebellengruppen kämpfen dort gegeneinander. Vertreibungen und bewaffnete Konflikte machten die Lage sehr komplex, so WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem Besuch in der Provinzhauptstadt Bunia. Doch man müsse den Ausbruch eindämmen.
Aufklärung wichtig – Menschen in Angst
Die Lage sei weiterhin sehr angespannt, berichtete auch Katharina von Schroeder von der Hilfsorganisation „Save the Children“ im ARD-Morgenmagazin. „Unsere Teams berichten jeden Tag von neuen Verdachtsfällen und auch Todesfällen. Die Menschen haben sehr viel Angst“, so von Schroeder, die sich derzeit in der kenianischen Hauptstadt Nairobi aufhält. Auch beim Gesundheitspersonal herrsche Verunsicherung uns Angst vor Ansteckung. Umso wichtiger seien Aufklärung und ausreichend Material, um sich vor einer Ansteckung zu schützen – zum Beispiel über spezielle Anzüge.
Doch die Mittel sind begrenzt, einen Impfstoff gegen das Virus gibt es bisher nicht. Laut Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen erschweren auch die drastischen Kürzungen bei der humanitären Hilfe und bei den Zuwendungen an verschiedene UN-Programme die Eindämmung der Infektionskrankheit. Vieles kommt deshalb zu spät an. Auch bei der Forschung nach Therapiemöglichkeiten gibt es Verzögerungen.
Angesichts der raschen Ausbreitung in der DRK und auch im Nachbarland Uganda hatte die WHO zuvor einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen. Im Unterschied zu einer Pandemie gilt das globale Ansteckungsrisiko allerdings als gering, da sich das Bundibugyo-Virus, ein Verwandter des Ebola-Virus, über engen Körperkontakt und Körperflüssigkeiten überträgt.
Tote bei Protesten gegen US-Quarantänezentrum
Die USA hatten dennoch angekündigt, ein Quarantäne- und Behandlungszentrum für US-Bürger in dem ostafrikanischen Staat Kenia einrichten zu wollen. So sollte verhindert werden, dass möglicherweise in der DRK infizierte US-Amerikaner in die Heimat ausgeflogen werden müssten. Die Pläne waren in Kenia selbst auf massive Proteste gestoßen. Bei einer Demonstration starben nach Angaben des Organisators zwei Menschen. Das Oberste Gericht hatte bereits am vergangenen Freitag verfügt, den Bau der Einrichtung sowie die Ankunft ausländischer Patienten auszusetzen.
Die Klage war von der Kenianischen Anwaltskammer sowie der Verfassungsschutzorganisation „Katiba Institute“ eingereicht worden. Zur Begründung hieß es, dass Kenias fragiles Gesundheitssystem nicht in der Lage sei, ausländische Patienten zu versorgen. Kenias Präsident William Ruto verteidigte hingegen die US-Pläne. „Wir wissen, was wir tun. Die Menschen sollten sich beruhigen“, so Ruto.
