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Startseite»Politik»Inflation in der Eurozone steigt im Mai auf 3,2 Prozent
Politik

Inflation in der Eurozone steigt im Mai auf 3,2 Prozent

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 02.06.2026 • 12:51 Uhr

Höhere Ölpreise wegen des Iran-Kriegs führen zu einem Inflationsschub in der Eurozone. Im Mai stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,2 Prozent. Eine Zinserhöhung wird so immer wahrscheinlicher.

Der Ölpreisanstieg infolge des Iran-Kriegs treibt die Inflation im Euroraum weiter nach oben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte. Experten hatten mit einem ähnlichen Anstieg gerechnet.

Damit befindet sich die Inflationsrate auf dem höchsten Niveau seit September 2023. Schon im April war sie auf 3,0 Prozent geklettert.

Inflation in Bulgarien und Litauen besonders hoch

Grund für die weiter steigende Inflation bleiben die hohen Energiepreise. Diese stiegen im Vergleich zum Mai vergangenen Jahres um 10,9 Prozent, ähnlich wie bereits im April. Bei den Dienstleistungen lag der Preisanstieg im Jahresvergleich bei 3,5 Prozent. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich um 2,0 Prozent.

Die höchsten Inflationsraten in der Eurozone verzeichneten Bulgarien (6,3 Prozent), Litauen (5,1 Prozent) und Griechenland (5,0 Prozent). Deutschland gehörte mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent zu den Staaten, in denen der Preisanstieg im Vergleich noch vergleichsweise moderat ausfiel. Nur in Malta (2,1 Prozent) war die Inflationsrate niedriger als im April.

Das EU-Statistikamt nutzt zur internationalen Vergleichbarkeit eine andere Berechnungsmethode als das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Die deutschen Statistiker hatten die Inflation für Mai auf 2,6 Prozent geschätzt. Sie schwächte sich im Vergleich zum Vormonat ab – vermutlich wegen des Tankrabatts.

Erhöht die EZB noch im Juni die Zinsen?

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich mit einem starken Preisauftrieb konfrontiert. Sie betrachtet eine Teuerung von 2,0 Prozent mittelfristig als ideal für die Konjunktur im Währungsraum. Laut EZB-Chefin Christine Lagarde ist die Zentralbank bereit zu handeln, wenn es die Datenlage erfordert. Am 11. Juni entscheiden die Währungshüter das nächste Mal über ihre Geldpolitik.

„Die EZB hat Handlungsbereitschaft signalisiert, sodass eine Zinserhöhung in der kommenden Woche als wahrscheinlich gilt“, erklärten die Analysten der Landesbank Hessen Thüringen (Helaba). „Aus heutiger Sicht halte ich eine Zinserhöhung im Juni für nötig“, sagte jüngst auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel der Nachrichtenagentur Reuters. Die deutsche Top-Ökonomin fügte hinzu, dass sich die EZB niemals vorab festlege.

Der Schock arbeite sich allerdings durch die Wirtschaft und treibe die Inflation für einen „beträchtlichen Zeitraum“ über den Zielwert der Notenbank, so Schnabel. „Die Inflation dürfte noch viele Monate über drei Prozent liegen, sofern die Straße von Hormus wider Erwarten nicht schnell geöffnet wird“, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Immer mehr Firmen gäben die höheren Energiekosten an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

„Der EZB bleibt nichts anderes übrig“

Die EZB hatte zuletzt ihren Leitzins, den sogenannten Einlagensatz, mehrfach bei 2,0 Prozent belassen. Die weitgehend erwartete Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte bei der nächsten Sitzung wäre die erste, aber wohl nicht die letzte in diesem Jahr. „Der EZB bleibt nichts anderes übrig, als ihre Leitzinsen auf der Sitzung nächste Woche anzuheben. Vermutlich dürfte sie sie nach der Sommerpause erneut erhöhen“, sagte Experte Krämer.

Höhere Leitzinsen der EZB würden Kredite für Verbraucher und Unternehmen verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen kann. Jedoch sind höhere Zinsen eine Bürde für die ohnehin schwache Wirtschaft im Euroraum, die unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet.

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