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Russische Drohne trifft Atommülllager-Anlage | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 7, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 07.06.2026 • 17:56 Uhr

Bei einem russischen Drohnenangriff ist ein Gebäude unweit der Atomanlage Tschernobyl getroffen worden. Es gehört zu einem Lager für abgebrannten Kernbrennstoff. Die IAEA bezeichnet den Vorfall als äußerst besorgniserregend.

Russland hat mit einem Drohnenangriff nach ukrainischen Angaben ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen. Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht schwer beschädigt worden, teilte der Staatskonzern Energoatom mit.

In dem Gebäude etwa 15 Kilometer vom AKW entfernt sei kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. Die Strahlenwerte lägen innerhalb der festgelegten Grenzwerte. Ein Feuer sei gelöscht worden, teilte das Unternehmen weiter mit. In dem zentralen Lager in der Sperrzone um das vor 40 Jahren havarierte AKW Tschernobyl werden abgebrannte Brennelemente aus anderen ukrainischen Kernkraftwerken langfristig gelagert.

IAEA-Chef Grossi: Vorfall äußerst besorgniserregend

Die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) teilte mit, dass sie von ukrainischer Seite über die „erheblichen Schäden“ an dem Gebäude informiert worden sei. Betroffen sind demnach die Fassade, Fenster und Türen. Auch benachbarte Gebäude seien durch die Druckwelle in Mitleidenschaft gezogen. Ein IAEA-Team werde die Anlage in Kürze besuchen, um die Auswirkungen zu begutachten, teilte die Agentur mit.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi schrieb bei X, der Vorfall sei äußerst besorgniserregend, da er sich in einer Liegenschaft ereignet habe, wo große Mengen an Kernmaterial gelagert seien – nur wenige Meter vom angegriffenen Gebäude entfernt. Angriffe auf kerntechnische Anlagen seien völlig inakzeptabel und verstießen direkt gegen zentrale Grundsätze der nuklearen Sicherheit während eines militärischen Konflikts, sagte er.

Selenskyj wirft Moskau gezielten Angriff vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland vor, das Lager in der Tschernobyl-Zone gezielt angegriffen zu haben. Es handle sich um einen „außerordentlich hinterhältigen russischen Angriff“, teilte er bei Telegram mit.

Im Zuge des russischen Angriffskrieges kam es bereits mehrfach zu Zwischenfällen an Kernkraftwerken. Immer wieder betroffen ist das von Russland besetzte AKW Saporischschja im Südosten der Ukraine. Russland wirft der Ukraine immer wieder Angriffe in der Nähe des Komplexes vor. Kiew fordert von Moskau die Rückgabe des größten europäischen Kernkraftwerks.

In der Region Saporischschja gab es bei einem russischen Drohnenangriff drei Todesopfer. Nach Angaben der Behörden hielten sie sich an einer Bushaltestelle auf. Ein Mensch sei bei dem Angriff in Balabyne verletzt worden, schrieb der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fjodorow, auf der Plattform Telegram.

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