Ministerpräsident Kurti und seine Partei Vetevendosje haben die Parlamentswahl im Kosovo erneut für sich entschieden – müssen aber Verluste hinnehmen. Es war im Land bereits die dritte Wahl in nur 16 Monaten.
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Kosovo hat die Partei von Ministerpräsident Albin Kurti nach vorläufigen Ergebnissen die meisten Stimmen bekommen. Nach Auszählung von 97,2 Prozent aller Wahllokale kam die linksnationalistische Partei Vetevendosje (VV) auf 43,1 Prozent der Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte.
Damit könnte die VV allerdings nicht allein die Regierung bilden und muss deutliche Verluste hinnehmen. Bei der vergangenen Abstimmung im Dezember hatte die Partei noch 51,1 Prozent erhalten. Insgesamt waren zwei Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Es war die dritte Parlamentswahl im Kosovo binnen 16 Monaten.
Kosovo strebt EU-Beitritt an
Zuletzt wurde das Parlament im April aufgelöst, nachdem sich die Abgeordneten nicht auf einen Kandidaten für das weitgehend repräsentative Amt des Präsidenten einigen konnten.
Kosovo strebt als jüngstes und eines der ärmsten Länder Europas einen Beitritt zur Europäischen Union an. Das Land verfügt jedoch seit fast einem Jahr über keine voll handlungsfähige Regierung. Die EU hat die Politiker im Kosovo wiederholt aufgefordert, stabile Institutionen zu schaffen. Dadurch sollen die für eine Mitgliedschaft notwendigen Reformen umgesetzt werden.
Kosovo hatte erst im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt.
